Abnahmeprozess (FAT/SAT)
Auch: FAT, SAT, Factory Acceptance Test, Site Acceptance Test, Werksabnahme, Standortabnahme, Abnahmetest, FAT/SAT, Anlagenabnahme
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Der Abnahmeprozess (FAT/SAT) umfasst zwei aufeinanderfolgende Testphasen, mit denen Intralogistikanlagen vor der Inbetriebnahme auf Vertragskonformität geprüft werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Der FAT (Factory Acceptance Test) prüft die Anlage beim Hersteller unter simulierten Bedingungen, bevor sie transportiert und installiert wird.
- Der SAT (Site Acceptance Test) validiert die Anlage am Einsatzort unter realen Betriebsbedingungen einschließlich IT-Integration und echten Produkten.
- Mit der Unterzeichnung des Abnahmeprotokolls geht die Gewährleistungspflicht in der Regel vom Hersteller auf den Betreiber über.
- Abnahmekriterien wie Durchsatz, Verfügbarkeit und zulässige Fehlerquoten müssen zwingend vor Testbeginn vertraglich definiert sein.
- Ein fehlender oder unvollständiger FAT erhöht das Risiko, Konstruktions- und Softwarefehler erst nach der Anlageninstallation zu entdecken.
Was ist der Abnahmeprozess FAT/SAT?
Der Abnahmeprozess gliedert sich in zwei strukturierte Testphasen: den Factory Acceptance Test (FAT) und den Site Acceptance Test (SAT). Beide Phasen dienen dazu, sicherzustellen, dass eine Anlage, etwa ein Förderband, ein automatisches Lagersystem oder eine Sorteranlage, die im Lastenheft oder Liefervertrag vereinbarten Anforderungen tatsächlich erfüllt. Die Abnahme ist kein rein technisches Ritual, sondern hat unmittelbare rechtliche und finanzielle Konsequenzen: Mit der Unterzeichnung des Abnahmeprotokolls geht in der Regel die Gewährleistungspflicht vom Hersteller auf den Betreiber über.
FAT: Werksabnahme beim Hersteller
Der FAT findet in der Produktionsstätte des Lieferanten statt, bevor die Anlage zerlegt und transportiert wird. Ziel ist es, Konstruktions- und Fertigungsfehler so früh wie möglich zu identifizieren, da Korrektionen im Werk deutlich kostengünstiger sind als nach der Installation. Typische Inhalte eines FAT sind Funktions- und Lasttests, Sicherheitsprüfungen, eine Überprüfung der Softwarelogik sowie die Dokumentenprüfung (Schaltpläne, Bedienungsanleitungen, CE-Dokumentation). Die Testbedingungen sind dabei zwangsläufig simuliert: Echte Waren, Hallenbedingungen und Schnittstellen zu Bestandssystemen fehlen meist. Deshalb ist der FAT vor allem für die technische Grundfunktion aussagekräftig, nicht für das Gesamtsystemverhalten unter Betriebslast.
SAT: Standortabnahme unter Realbedingungen
Der SAT wird nach der Installation am Einsatzort durchgeführt. Hier läuft die Anlage erstmals unter den tatsächlichen Bedingungen: mit echten Produkten, angebundenen IT-Systemen wie WMS oder ERP sowie im realen Hallenlayout. Der SAT prüft, ob die Anlage auch im integrierten Betrieb die vertraglich zugesicherten Durchsatz- und Verfügbarkeitswerte erreicht. Häufig schließt sich an den SAT ein Probebetrieb an, in dem über einen definierten Zeitraum Kennzahlen wie Fehlerrate und Durchsatz aufgezeichnet werden, bevor die endgültige Abnahme erklärt wird.
Worauf es bei der Planung ankommt
Ein gut vorbereiteter Abnahmeprozess beginnt lange vor dem eigentlichen Testtermin. Folgende Aspekte sind entscheidend:
- Abnahmekriterien vertraglich fixieren: Welche Durchsatzwerte, Verfügbarkeiten und Fehlerquoten gelten als Abnahmevoraussetzung? Unklare Kriterien führen zu Streit.
- Mängelkategorien definieren: Unterscheide zwischen Mängeln, die die Abnahme blockieren, und solchen, die unter Vorbehalt akzeptiert und nachgebessert werden können.
- Testszenarien festlegen: Welche Produktarten, Lastspitzen und Fehlerfälle werden simuliert? Das Testszenario sollte den realen Betrieb so genau wie möglich abbilden.
- Dokumentation sicherstellen: Alle Testergebnisse müssen lückenlos protokolliert werden, sowohl für die interne Auditfähigkeit als auch für spätere Garantiegespräche.
- Zuständigkeiten klären: Wer aus dem eigenen Haus nimmt am FAT teil, nur der Projekteinkauf oder auch Betrieb und IT? Eine fehlende Perspektive beim FAT kann sich beim SAT rächen.
Ob FAT und SAT als getrennte Meilensteine oder in einem kombinierten Verfahren durchgeführt werden, hängt von Anlagenkomplexität, Projektvolumen und vertraglicher Vereinbarung ab. Bei einfacheren Systemen verzichten manche Auftraggeber auf einen formellen FAT und verlegen alle Prüfungen in den SAT. Das spart Reisekosten, erhöht aber das Risiko, Fehler erst nach der Installation zu entdecken.
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