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Durchschnittliche Lagerdauer

Auch: Mittlere Lagerdauer, Verweildauer im Lager, Lagerverweildauer, Durchschnittliche Verweildauer, Lagerdauer

Kurz erklärt

Die durchschnittliche Lagerdauer gibt an, wie viele Tage ein Artikel im Durchschnitt im Lager verbleibt, bevor er ausgelagert oder verbraucht wird. Sie ist eine zentrale Kennzahl zur Beurteilung der Lagerumschlaggeschwindigkeit und der gebundenen Kapitalkosten.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist die durchschnittliche Lagerdauer?

Die durchschnittliche Lagerdauer beschreibt den mittleren Zeitraum, den eine Wareneinheit vom Zeitpunkt der Einlagerung bis zur Auslagerung im Lager verbringt. Sie wird typischerweise in Tagen angegeben und berechnet sich aus dem Quotienten von durchschnittlichem Lagerbestand und dem Verbrauch oder Abgang pro Zeiteinheit – multipliziert mit der Anzahl der Tage im betrachteten Zeitraum. Eine hohe durchschnittliche Lagerdauer weist darauf hin, dass Ware länger als nötig im Lager gebunden ist, was Kapitalkosten, Lagerkosten und im schlimmsten Fall Wertverfall verursacht.

Wie wird die Kennzahl in der Praxis eingesetzt?

In der operativen Logistik nutzt du die durchschnittliche Lagerdauer vor allem in drei Zusammenhängen:

  • Bestandscontrolling: Artikel mit dauerhaft hoher Lagerdauer gelten als Ladenhüter und sind Kandidaten für Sortimentsbereinigung, Mengenreduzierung oder geänderte Dispositionsparameter.
  • Einkauf und Disposition: Abweichungen zwischen geplanter und tatsächlicher Lagerdauer zeigen, ob Forecasts und Bestellmengen zur realen Nachfrage passen. Eine systematisch zu hohe Lagerdauer deutet auf Überbestellungen oder eine zu pessimistische Absatzprognose hin.
  • Lagerplanung: Die Kennzahl hilft bei der Dimensionierung von Stellplätzen und der Vergabe von Lagerorten. Artikel mit kurzer Lagerdauer können schnelldrehenden Zonen zugeordnet werden, was Wege und Handlingaufwand reduziert.

Ergänzend wird die durchschnittliche Lagerdauer häufig dem Lagerumschlag gegenübergestellt. Beide Kennzahlen sind rechnerisch eng verwandt – der Lagerumschlag ist der Kehrwert der auf ein Jahr normierten Lagerdauer. Je nach Branche und Artikelstruktur sind sinnvolle Zielwerte sehr unterschiedlich; ein allgemeingültiger Richtwert existiert nicht.

Worauf kommt es bei der Interpretation und Steuerung an?

Die Aussagekraft der Kennzahl hängt stark davon ab, wie der Durchschnitt gebildet wird. Ein einfacher Mittelwert über alle Artikel kann durch wenige Ausreißer verzerrt werden. In der Praxis empfiehlt sich daher eine segmentierte Betrachtung nach ABC-Klassen, Warengruppen oder Lieferanten. Auch die gewählte Bezugsgröße – Verbrauch, Abgang oder Verkauf – beeinflusst das Ergebnis und sollte unternehmensweit einheitlich definiert sein. Saisonale Schwankungen, Mindestbestellmengen und vereinbarte Sicherheitsbestände können die Lagerdauer strukturell erhöhen, ohne dass dies auf schlechte Disposition hindeutet. Diese Einflussfaktoren solltest du bei der Zieldefinition berücksichtigen.

Häufige Fragen

Die gängigste Formel lautet: Durchschnittlicher Lagerbestand geteilt durch den Verbrauch oder Abgang pro Tag. Alternativ multiplizierst du den durchschnittlichen Lagerbestand mit der Anzahl der Tage im Betrachtungszeitraum und dividierst durch den Gesamtabgang in diesem Zeitraum. Welche Bezugsgröße du verwendest, sollte unternehmensweit einheitlich festgelegt sein.

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