Fill Rate
Auch: Lieferfähigkeitsquote, Servicegrad (mengenbezogen), Volume Fill Rate, Line Fill Rate, Erfüllungsgrad, Order Fill Rate
KI-generiert
Die Fill Rate gibt an, welcher prozentuale Anteil der bestellten Menge oder Auftragspositionen aus dem verfügbaren Bestand sofort und vollständig bedient werden kann. Sie ist eine zentrale Kennzahl für die Lieferfähigkeit im Bestands- und Auftragsmanagement.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Fill Rate misst, welcher Anteil der bestellten Menge oder Auftragspositionen aus dem Lagerbestand sofort bedient werden kann.
- Je nach Definition wird zwischen Volume Fill Rate (mengenbezogen) und Line Fill Rate (positionsbezogen) unterschieden.
- Eine sinkende Fill Rate weist auf Schwächen in Disposition, Absatzprognose oder Lieferantenzuverlässigkeit hin.
- Die Fill Rate ist eng mit dem Sicherheitsbestand verknüpft, zu niedrige Puffer senken die Kennzahl direkt.
- Im Unterschied zu OTIF berücksichtigt die Fill Rate keine Zeitkomponente, sondern ausschließlich die mengenmäßige Vollständigkeit.
Was ist die Fill Rate?
Die Fill Rate ist eine Servicekennzahl, die misst, wie vollständig eingehende Aufträge aus dem vorhandenen Lagerbestand erfüllt werden können ohne Rückstände, Teillieferungen oder Wartezeiten. Je nach Messlogik bezieht sie sich auf die bestellte Menge (Volume Fill Rate) oder auf die Anzahl der Auftragspositionen (Line Fill Rate). Eine Fill Rate von 95 % bedeutet demnach, dass 95 % der angeforderten Einheiten oder Lines beim ersten Zugriff lieferbar waren.
Die Kennzahl wird typischerweise auf Auftragsebene, Kundenebene oder Artikelebene ausgewertet und gibt direkten Aufschluss darüber, wie gut Sicherheitsbestände und Dispositionsparameter auf die tatsächliche Nachfrage abgestimmt sind.
Wie wird die Fill Rate in der Praxis eingesetzt?
In der Lagerlogistik dient die Fill Rate als Frühindikator für Fehlmengen und Überbestandsrisiken. Fällt die Kennzahl unter einen definierten Schwellenwert, signalisiert das entweder eine zu niedrig angesetzte Mindestbestandsmenge, eine schlechte Absatzprognose oder Lieferprobleme auf der Beschaffungsseite. Typische Auswertungsszenarien sind:
- Artikelgenaue Analyse, um chronische Fehlmengen bei bestimmten SKUs zu identifizieren.
- Lieferantenvergleich, um die Versorgungszuverlässigkeit externer Partner zu messen.
- Periodischer Trend, um saisonale Einbrüche frühzeitig zu erkennen und Dispositionsparameter anzupassen.
Im Zusammenspiel mit Bestandscontrolling und Absatzplanung hilft die Fill Rate dabei, den richtigen Kompromiss zwischen Kapitalbindung und Servicelevel zu finden: Zu hohe Bestände binden Kapital, zu niedrige Bestände senken die Fill Rate und gefährden Kundenzufriedenheit und Umsatz.
Worauf kommt es bei der Interpretation an?
Die Fill Rate ist nur aussagekräftig, wenn die Messmethode klar definiert ist. Ob du Mengen oder Lines misst, ob du Teillieferungen als Erfolg oder Misserfolg wertest und auf welchen Zeitpunkt du die Verfügbarkeit beziehst (Auftragseingang vs. vereinbarter Liefertermin), beeinflusst das Ergebnis erheblich. In der Praxis ist es daher entscheidend, intern und gegenüber Lieferanten sowie Kunden eine einheitliche Definition zu verwenden.
Abzugrenzen ist die Fill Rate vom OTIF-Wert (On Time In Full), der zusätzlich die Pünktlichkeit der Lieferung bewertet. Eine hohe Fill Rate schließt verspätete Lieferungen nicht aus. Umgekehrt kann OTIF auch bei vollständigen Lieferungen niedrig ausfallen, wenn Zeitfenster nicht eingehalten werden. Beide Kennzahlen ergänzen sich und sollten gemeinsam betrachtet werden.
Verwandte Begriffe
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Dispositionssoftware ist eine Softwarelösung zur operativen Planung, Steuerung und Optimierung von Transporten, Touren und Ressourcen in der Logistik. Sie unterstützt Disponenten dabei, Aufträge, Kapazitäten und Zeitfenster effizient zu koordinieren.

