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Inventur

Auch: Bestandsaufnahme, Lagerinventur, körperliche Inventur, Jahresinventur, Inventuren, Stichtagsinventur, permanente Inventur

KI-generiert

Kurz erklärt

Die Inventur ist die systematische, körperliche Erfassung aller Lagerbestände zu einem bestimmten Zeitpunkt oder in regelmäßigen Abständen. Ziel ist der Abgleich zwischen dem physisch vorhandenen Bestand und dem im System geführten Buchbestand, um Differenzen zu erkennen und zu klären.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist eine Inventur?

Die Inventur bezeichnet die vollständige oder stichprobenartige Bestandsaufnahme aller Waren, Materialien und Halbfabrikate in einem Lager oder Betrieb. Sie dient dazu, den tatsächlich vorhandenen physischen Bestand mit dem im Warenwirtschafts- oder Lagerverwaltungssystem geführten Buchbestand zu vergleichen. Abweichungen, sogenannte Inventurdifferenzen, werden dokumentiert, analysiert und im System bereinigt. Die Inventur ist in den meisten Ländern handels- und steuerrechtlich vorgeschrieben und bildet die Grundlage für einen ordnungsgemäßen Jahresabschluss.

Inventurarten im Überblick

In der Praxis unterscheidet man drei grundlegende Inventurformen, die sich hinsichtlich Aufwand, Betriebsunterbrechung und Eignung unterscheiden:

  • Stichtagsinventur: Alle Bestände werden an einem einzigen Stichtag gezählt, häufig zum Geschäftsjahresende. Der Betrieb wird dabei oft vollständig oder teilweise gesperrt. Diese Methode ist aufwändig, aber einfach nachvollziehbar und prüfungssicher.
  • Permanente Inventur: Die Zählung erfolgt laufend über das Jahr verteilt. Jeder Lagerplatz oder jeder Artikel wird in definierten Zyklen geprüft. Voraussetzung ist eine lückenlose Bestandsführung im WMS. Cycle Counting ist eine verbreitete Ausprägung dieser Methode.
  • Stichprobeninventur: Statistisch repräsentative Teilmengen werden gezählt und auf den Gesamtbestand hochgerechnet. Sie ist gesetzlich unter bestimmten Voraussetzungen zulässig und reduziert den Zählaufwand erheblich, erfordert aber eine solide Methodik.

Ablauf und praktische Anforderungen

Unabhängig von der gewählten Inventurart folgt der Prozess einem ähnlichen Schema: Vorbereitung und Zonierung des Lagers, Sperrung betroffener Bereiche für Warenbewegungen während der Zählung, Durchführung der körperlichen Zählung mit geeigneten Hilfsmitteln wie Barcodescannern oder MDE-Geräten, Erfassung der Zählergebnisse, Abgleich mit dem Buchbestand und Analyse von Differenzen. Kritisch ist dabei die Bewegungssteuerung: Wareneingänge, Auslagerungen oder Umlagerungen, die während der Zählung stattfinden, müssen klar abgegrenzt oder vollständig gesperrt werden, um Doppelzählungen oder Auslassungen zu vermeiden.

Abweichungen zwischen Zähl- und Buchbestand können viele Ursachen haben. Fehlerhafte Verbuchungen, Schwund, Kommissionierfehler oder falsche Einlagerung sind häufige Gründe. Eine gute Inventurorganisation sieht daher nicht nur die Zählung, sondern auch eine strukturierte Ursachenanalyse vor.

Worauf du bei der Auswahl und Planung achten solltest

Die Wahl der Inventurart hängt von Betriebsgröße, Sortimentsstruktur, gesetzlichen Anforderungen und der Leistungsfähigkeit des eingesetzten WMS ab. Systeme, die eine lückenlose Bestandsführung auf Lagerplatzniveau ermöglichen, sind Voraussetzung für die permanente Inventur. Für auditpflichtige Unternehmen ist die Nachvollziehbarkeit der Zähldokumentation entscheidend. Außerdem solltest du prüfen, wie dein System Inventursperren, Zählaufträge und die Buchung von Differenzen abbildet. Das variiert je nach WMS-Anbieter erheblich.

Häufige Fragen

Die Inventur ist der Prozess der körperlichen Bestandsaufnahme. Das Inventar ist das Ergebnis, also das schriftliche Verzeichnis aller erfassten Bestände mit Mengen und Werten. Umgangssprachlich werden beide Begriffe oft gleichgesetzt, meinen aber unterschiedliche Dinge.

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