Palette
Auch: Paletten, EUR-Palette, Europalette, EPAL-Palette, Ladeeinheit, Ladungsträger, Flachpalette, Einwegpalette, Mehrwegpalette, Poolpalette
Eine Palette ist ein flaches Transporthilfsmittel aus Holz, Kunststoff oder Metall, das als Ladeeinheit für Güter dient und mit Flurförderfahrzeugen wie Gabelstaplern oder Hubwagen unterfahren und bewegt werden kann. Sie ist das meistgenutzte Ladungsträger-System in der europäischen Intralogistik un
Das Wichtigste in Kürze
- Die Europoolpalette (EUR, 1200 × 800 mm) ist der dominante Standard im europäischen Warenumschlag und Grundlage vieler Lagersysteme.
- Palettenmaße und Toleranzen bestimmen direkt die Auslegung von Regalen, Fördertechnik und automatisierten Lagersystemen.
- Poolsysteme wie EPAL ermöglichen standardisierten Tausch, erfordern aber klare Abrechnungsprozesse zwischen allen Partnern.
- Kunststoffpaletten eignen sich besonders für Hygienebereiche (Lebensmittel, Pharma), sind aber in der Anschaffung teurer als Holzpaletten.
- Der SSCC auf dem Palettenetikett ermöglicht die lückenlose Rückverfolgbarkeit einer Ladeeinheit entlang der gesamten Lieferkette.
Die Palette ist ein genormtes oder standardisiertes Transporthilfsmittel, das Waren zu einer handhabbaren Ladeeinheit zusammenfasst. Durch ihre Einfahröffnungen an den Seiten kann sie maschinell – per Gabelstapler, Hubwagen oder automatischen Fördersystemen – aufgenommen, transportiert und gestapelt werden. Ohne Palette wäre der wirtschaftliche Warenumschlag in modernen Lagern und auf langen Transportketten kaum denkbar.
Aufbau und gängige Typen
Der klassische Aufbau besteht aus einer oberen Deckfläche (Deck), Klötzen oder Kufen sowie einer unteren Bodenplatte, die zusammen die Einfahröffnungen bilden. Die in Europa am weitesten verbreitete Norm ist die Europoolpalette (EUR-Palette) mit den Maßen 1200 × 800 mm. Daneben existieren weitere Standardmaße:
- EUR 2 (Industriepalette): 1200 × 1000 mm, häufig in der chemischen und Konsumgüterindustrie
- Halbpalette (EUR 6): 800 × 600 mm, für kleinere Warenmengen im Handel
- Einwegpalette: günstige, nicht reparierte Holzpalette für den einmaligen Transport
- Kunststoffpalette: hygienisch, leicht zu reinigen, für Lebensmittel- und Pharmabereiche geeignet
Die Wahl des Palettentyps hängt vom Warengewicht, den Hygienevorschriften, dem Tauschsystem und den eingesetzten Fördermitteln ab. Nicht alle Typen sind untereinander kompatibel – das sollte bei der Systemplanung frühzeitig berücksichtigt werden.
Rolle in der Intralogistik und Lagerplanung
In automatisierten Lagern definiert die Palette maßgeblich die Systemparameter: Regalbauweise, Fachbreite, Traglasten und Fördertechnikkomponenten richten sich nach dem gewählten Palettentyp. Hochregallager, Palettenregale und automatische Palettenfördersysteme sind direkt auf die Abmessungen der genutzten Ladeeinheiten abgestimmt. Schon geringe Abweichungen in den Toleranzen können zu Störungen führen.
Im Wareneingang wird die Palette häufig als Einheit für Buchung, Etikettierung und Identifikation per Barcode oder RFID genutzt. Palettenetiketten mit SSCC-Nummer (Serial Shipping Container Code) erlauben die durchgängige Rückverfolgbarkeit entlang der Lieferkette. Im Warenausgang werden Paletten kommissioniert, foliert und für den Versand vorbereitet.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Bei der Entscheidung für ein Palettenkonzept spielen mehrere Faktoren eine Rolle: das Tauschsystem (z. B. Poolpaletten wie EPAL, Einwegpaletten oder firmeneigene Paletten), die Kompatibilität mit bestehender Fördertechnik, die Anforderungen der Handelspartner sowie Kosten für Reparatur, Reinigung und Rücktransport. Poolsysteme bieten Vorteile bei der Verfügbarkeit und Standardisierung, erfordern aber klare Abrechnungs- und Tauschprozesse mit allen Beteiligten. Einwegpaletten sind in der Anschaffung günstiger, erzeugen aber mehr Entsorgungsaufwand. Kunststoffpaletten haben höhere Anschaffungskosten, punkten aber bei Langlebigkeit und Hygiene – je nach Branche kann das wirtschaftlich vorteilhafter sein.
Stand: 18. August 2026

