Platzinventur
Auch: Platzzählung, platzbezogene Inventur, lagerplatzbezogene Inventur, Platzinventuren, Cycle Counting
KI-generiert
Die Platzinventur ist ein lagerplatzbezogenes Zählverfahren, bei dem definierte Lagerplätze einzeln erfasst und Bestandsabweichungen im Lagerverwaltungssystem korrigiert werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Platzinventur zählt Lagerplätze einzeln und verteilt über das Jahr, statt den gesamten Bestand an einem Stichtag aufzunehmen.
- Sie ist ein Kernbestandteil der permanenten Inventur und ermöglicht Bestandskorrekturen ohne vollständigen Lagerstillstand.
- Zählpläne werden häufig nach ABC-Kriterien priorisiert, sodass wertintensive oder fehleranfällige Plätze häufiger kontrolliert werden.
- Abweichungen zwischen Ist- und Buchbestand sollten nicht nur korrigiert, sondern ursächlich analysiert werden, um Prozessfehler dauerhaft zu beheben.
- Die Eignung als Ersatz für die handelsrechtlich vorgeschriebene Stichtagsinventur hängt von der dokumentierten Nachweisbarkeit und dem eingesetzten Verfahren ab, dies sollte mit dem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer abgestimmt werden.
Was ist die Platzinventur?
Bei der Platzinventur wird der physische Bestand eines Lagers nicht gesamthaft an einem Stichtag erfasst, sondern platzbezogen in regelmäßigen Abständen über das gesamte Jahr verteilt. Dabei wird jeder Lagerplatz, ob Regalfach, Bodenfläche oder Behälterposition, als eigenständige Zähleinheit behandelt. Das Ergebnis jeder Zählung wird mit dem Buchbestand im Lagerverwaltungssystem (LVS oder WMS) verglichen und bei Abweichung korrigiert. Die Methode zählt zu den Verfahren der permanenten Inventur und wird in der Praxis häufig mit dem Begriff Cycle Counting gleichgesetzt.
Wie funktioniert die Platzinventur in der Praxis?
Ein zentrales Element ist der Zählplan, der festlegt, welche Plätze wann gezählt werden. Dieser basiert typischerweise auf Kriterien wie Zugriffshäufigkeit, Warenwert oder dem historischen Fehlerrisiko eines Bereichs. Hochfrequentierte Plätze mit wertigen Artikeln werden häufiger in den Zyklus aufgenommen als selten genutzte Langsamdreher-Positionen. Dieses Vorgehen lehnt sich oft an eine ABC-Klassifizierung des Lagerbestands an.
Die eigentliche Zählung erfolgt in vielen Betrieben mithilfe mobiler Datenerfassungsgeräte (MDE). Der Mitarbeitende scannt den Platz, erfasst die vorgefundene Menge und der Abgleich erfolgt direkt im System. Je nach Konfiguration des WMS können Plätze während der Zählung für Lagerbewegungen gesperrt oder zumindest als „in Zählung
Verwandte Begriffe
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Die ABC-Analyse ist eine Methode zur Klassifizierung von Artikeln, Lieferanten oder Prozessen in drei Prioritätsklassen (A, B, C) nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung. Sie bildet die Grundlage für differenzierte Entscheidungen in Lagerhaltung, Disposition und Einkauf.
- Artikelstammdaten
Artikelstammdaten sind die dauerhaft gültigen Basisdaten eines Artikels, etwa Maße, Gewicht, Verpackungseinheiten, Gefahrguteinstufung und MHD-Relevanz. Sie bilden die Grundlage für alle logistischen, einkäuferischen und systemseitigen Prozesse entlang der Lieferkette.
- Bestandscontrolling
Bestandscontrolling bezeichnet die systematische Überwachung, Analyse und Steuerung von Lagerbeständen mithilfe definierter Kennzahlen. Es verbindet Logistik und Einkauf, um Kapitalbindung zu senken und Lieferfähigkeit sicherzustellen.
- Bestandsführung
Bestandsführung bezeichnet die systemgestützte Verwaltung und Fortschreibung aller Lager- und Materialbestände in einem Unternehmen. Sie bildet die Grundlage für Disposition, Beschaffung und Abrechnung und stellt sicher, dass Buchbestand und physischer Bestand jederzeit übereinstimmen.
- Bestandsmanagement
Bestandsmanagement bezeichnet die systematische Planung, Steuerung und Kontrolle von Lagerbeständen entlang der gesamten Lieferkette. Ziel ist es, Lieferfähigkeit zu sichern und gleichzeitig Kapitalbindung sowie Lagerkosten auf ein wirtschaftlich sinnvolles Maß zu begrenzen.
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Eine Charge ist eine eindeutig identifizierbare Menge von Produkten, die unter gleichen Bedingungen hergestellt oder verarbeitet wurde. Sie bildet die Grundlage für Rückverfolgbarkeit, Qualitätssteuerung und gesetzlich geforderte Rückrufprozesse entlang der gesamten Lieferkette.

