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Bedarfsmenge

Auch: Bedarfsmengen, Bedarf, Materialbedarf, Mengenbedarf

KI-generiert

Kurz erklärt

Die Bedarfsmenge bezeichnet die Menge eines Artikels, die zu einem bestimmten Zeitpunkt oder in einem Planungszeitraum benötigt wird. Sie bildet die Grundlage für Bestellentscheidungen, Lagerdisposition und Produktionsplanung.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist die Bedarfsmenge?

Die Bedarfsmenge gibt an, wie viel von einem bestimmten Artikel innerhalb eines definierten Zeitraums oder zu einem konkreten Termin benötigt wird. Sie ist eine zentrale Planungsgröße in Einkauf, Disposition und Lagerlogistik und entsteht entweder aus konkreten Aufträgen (auftragsgesteuerter Bedarf) oder aus Prognosen und Planvorgaben (plangesteuerter Bedarf). Ohne eine zuverlässige Bedarfsmenge lassen sich weder sinnvolle Bestellmengen berechnen noch Lagerkapazitäten realistisch planen.

Brutto- und Nettobedarf: Der Unterschied in der Praxis

In der operativen Disposition wird zwischen Brutto- und Nettobedarf unterschieden. Der Bruttobedarf umfasst die gesamte benötigte Menge, ohne vorhandene Lagerbestände oder offene Zugänge zu berücksichtigen. Der Nettobedarf ergibt sich, wenn vom Bruttobedarf der verfügbare Lagerbestand sowie bereits gebuchte, aber noch nicht eingegangene Lieferungen abgezogen werden. Erst der Nettobedarf führt in der Regel zur Auslösung eines Beschaffungsvorgangs.

Zusätzlich spielt der Sicherheitsbedarf eine Rolle: Um Lieferschwankungen oder Prognosefehler abzufedern, wird die rechnerische Bedarfsmenge häufig um einen Puffer erhöht. Wie groß dieser Puffer sein sollte, ist anbieter- und unternehmensabhängig und hängt unter anderem von der Lieferzuverlässigkeit der Lieferanten sowie der Kritikalität des Artikels ab.

Worauf es bei der Planung ankommt

Die Qualität der Bedarfsmenge hängt direkt von der Datengrundlage ab. Wichtige Einflussgrößen sind:

  • Aktualität der Stammdaten, insbesondere Verbrauchshistorien und Stücklisten
  • Planungshorizont und Granularität der Absatzprognose
  • Berücksichtigung von Ausschuss, Schwund und Mindesthaltbarkeit
  • Abstimmung zwischen Vertrieb, Produktion und Einkauf

In ERP- und WMS-Systemen wird die Bedarfsmenge meist automatisch aus Aufträgen, Stücklisten oder Planrezepten abgeleitet. Trotzdem ist eine manuelle Plausibilitätsprüfung vor allem bei saisonalen Schwankungen, Neuartikeln oder unregelmäßigen Verbrauchsmustern sinnvoll. Fehler in der Bedarfsmenge führen entweder zu Überbeständen und erhöhten Lagerkosten oder zu Unterdeckung und Lieferverzögerungen, beides hat direkte Auswirkungen auf die Lieferfähigkeit und die Kapitalbindung.

Häufige Fragen

Der Bruttobedarf ist die gesamte benötigte Menge eines Artikels ohne Berücksichtigung vorhandener Bestände. Der Nettobedarf ergibt sich, wenn vom Bruttobedarf der aktuelle Lagerbestand und bereits eingeplante Zugänge abgezogen werden. Nur der Nettobedarf löst in der Regel einen Bestellvorgang aus.

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