Best-of-Breed
Auch: Best of Breed, BoB, Speziallösungsstrategie, Multi-Vendor-Strategie, Einzellösungsstrategie
KI-generiert
Best-of-Breed bezeichnet eine IT-Strategie, bei der für jede Funktion im Unternehmen die jeweils leistungsstärkste Speziallösung ausgewählt wird, anstatt eine einzige Suite eines einzelnen Anbieters einzusetzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Best-of-Breed kombiniert spezialisierte Softwarelösungen verschiedener Anbieter, um in jedem Funktionsbereich die höchste Leistungstiefe zu erreichen.
- Die Integrationsverantwortung liegt vollständig beim Betreiber, Schnittstellen müssen dauerhaft gepflegt und bei Updates aller beteiligten Systeme geprüft werden.
- Im Vergleich zu Suite-Lösungen bietet Best-of-Breed mehr funktionale Flexibilität, erfordert aber ein klares Governance-Modell und oft höheren Betriebsaufwand.
- Eine Total-Cost-of-Ownership-Betrachtung über den gesamten Systemlebenszyklus ist entscheidend, da Integrationskosten den Funktionsvorteil relativieren können.
Was ist Best-of-Breed?
Best-of-Breed ist ein Beschaffungsansatz für Software und IT-Systeme. Statt einer integrierten Suite eines einzigen Anbieters kombinierst du mehrere spezialisierte Lösungen, von denen jede in ihrem jeweiligen Funktionsbereich besonders leistungsfähig ist. Das Gegenprinzip dazu ist die sogenannte Best-of-Suite- oder Single-Vendor-Strategie, bei der ein Anbieter möglichst viele Funktionen aus einer Hand liefert. In der Intralogistik trifft man Best-of-Breed häufig dort an, wo sehr hohe Anforderungen an einzelne Teilbereiche bestehen, etwa an die Lagerverwaltung, die Transportsteuerung oder die Automatisierungsanbindung, die eine generische Suite nicht ausreichend abdecken kann.
Wie funktioniert das in der Praxis?
Ein typisches Best-of-Breed-Setup im Lager verbindet ein spezialisiertes Warehouse-Management-System mit einem eigenständigen Transport-Management-System, einem ERP-System für die kaufmännischen Prozesse sowie weiteren Spezialmodulen, etwa für Yard Management, Labor Management oder die Steuerung von Automatikanlagen. Diese Systeme kommunizieren über definierte Schnittstellen, in modernen Architekturen häufig über APIs oder EDI-Standards.
Der entscheidende Unterschied zur Suite liegt in der Integrationsverantwortung: Bei Best-of-Breed liegt sie vollständig beim Betreiber. Du musst sicherstellen, dass Daten konsistent, vollständig und zeitnah zwischen den Systemen fließen. Schnittstellenprobleme, unterschiedliche Datenmodelle und Versionskonflikte bei Updates sind typische Herausforderungen, die du aktiv managen musst. Viele Unternehmen setzen dafür Middleware-Plattformen oder Integrationslayer ein.
Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Die Entscheidung für Best-of-Breed ist selten rein technisch. Sie ist eine strategische Weichenstellung mit langfristigen Konsequenzen für Betrieb, Support und Weiterentwicklung. Folgende Fragen solltest du vorab klären:
- Integrationsaufwand: Wie aufwendig ist die initiale Anbindung, und wer verantwortet sie dauerhaft? Schnittstellen müssen bei Updates jedes Einzelsystems geprüft und ggf. angepasst werden.
- Gesamtverantwortung: Bei Problemen zwischen zwei Systemen tendieren Anbieter dazu, die Verantwortung auf den jeweils anderen zu schieben. Ein klares Governance-Modell, intern oder durch einen Systemintegrator, ist deshalb unverzichtbar.
- Support und SLAs: Mehrere Anbieter bedeuten mehrere Support-Verträge, unterschiedliche Reaktionszeiten und potenziell unterschiedliche Wartungsfenster, die koordiniert werden müssen.
- Kosten über den Lebenszyklus: Die höhere Funktionstiefe der Speziallösungen kann durch Mehraufwand in Integration und Betrieb teilweise oder vollständig aufgewogen werden. Eine ehrliche Total-Cost-of-Ownership-Betrachtung ist zwingend.
Best-of-Breed lohnt sich am ehesten, wenn deine fachlichen Anforderungen an einzelne Bereiche tatsächlich über das hinausgehen, was eine Suite leisten kann, und wenn du die organisatorischen und technischen Kapazitäten hast, eine Mehranbieterlandschaft professionell zu betreiben.
Verwandte Begriffe
- API
Eine API (Application Programming Interface) ist eine definierte Schnittstelle, über die zwei Softwaresysteme automatisiert und standardisiert Daten austauschen können. In der Intralogistik verbindet sie Systeme wie WMS, ERP oder TMS miteinander und mit externen Diensten.
- Auftragsmanagement
Auftragsmanagement bezeichnet die systematische Steuerung und Überwachung von Aufträgen über ihren gesamten Lebenszyklus, von der Erfassung über Priorisierung und Statusverfolgung bis zum Abschluss. Es bildet die operative Klammer zwischen Vertrieb, Logistik, Einkauf und IT.
- Ausschreibungsmanagement Logistik
Ausschreibungsmanagement Logistik bezeichnet den strukturierten Gesamtprozess, mit dem Unternehmen Logistikleistungen oder -systeme am Markt anfragen, Angebote vergleichbar machen und eine fundierte Vergabeentscheidung vorbereiten.
- Automatisierung
Automatisierung bezeichnet den Einsatz von Technologien und Systemen, um Prozesse ganz oder teilweise ohne menschliches Eingreifen auszuführen. In der Intralogistik reicht das Spektrum von einfachen Förderanlagen bis zu vollautomatischen Hochregallagern mit autonomen Fahrzeugen.
- ERP
ERP (Enterprise Resource Planning) bezeichnet eine integrierte Softwareplattform, die zentrale Unternehmensprozesse wie Einkauf, Lagerhaltung, Produktion, Vertrieb und Finanzwesen in einem gemeinsamen System abbildet.

