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EDIFACT

Auch: UN/EDIFACT, EDI EDIFACT, Electronic Data Interchange For Administration Commerce and Transport, EDIFACT-Standard, EDIFACT Nachricht, EDIFACT Format

Kurz erklärt

EDIFACT (Electronic Data Interchange For Administration, Commerce and Transport) ist ein international normierter UN-Standard für den strukturierten elektronischen Austausch von Geschäftsdokumenten zwischen Unternehmen. Er legt Syntax, Nachrichtentypen und Datenformate fest, damit Systeme verschiede

Das Wichtigste in Kürze

Was ist EDIFACT?

EDIFACT steht für Electronic Data Interchange For Administration, Commerce and Transport und wurde von der United Nations als branchenübergreifender EDI-Standard entwickelt. Er definiert eine einheitliche Syntax sowie eine Bibliothek standardisierter Nachrichtentypen – sogenannte Message Types –, mit denen Unternehmen Bestellungen, Lieferavise, Rechnungen, Lagerbewegungen und viele weitere Geschäftsdokumente vollständig automatisiert und maschinenlesbar austauschen. Im Gegensatz zu proprietären Formaten ist EDIFACT herstellerunabhängig und weltweit einsetzbar, was ihn besonders für internationale Lieferketten attraktiv macht.

Wie funktioniert EDIFACT in der Praxis?

Eine EDIFACT-Nachricht besteht aus hierarchisch aufgebauten Segmenten: Interchange-Header, Funktionsgruppen, einzelne Nachrichten und deren Datensegmente. Jeder Nachrichtentyp trägt einen sechsstelligen Bezeichner – etwa ORDERS für Bestellungen, DESADV für Lieferavise oder INVOIC für Rechnungen. Ein Mapping-Layer, meist im eingesetzten EDI-Konverter oder Middleware-System, übersetzt die internen Datenstrukturen des ERP- oder WMS-Systems in das EDIFACT-Format und umgekehrt.

In der Intralogistik ist EDIFACT vor allem an den Schnittstellen zwischen Lieferanten, Speditionen und dem eigenen Lager relevant. Typische Szenarien sind:

  • Automatischer Empfang von Lieferavisen (DESADV), die das Warehouse-Management-System vorab mit Wareneingangs­informationen versorgen
  • Übertragung von Bestelldaten (ORDERS) direkt aus dem ERP an Lieferanten ohne manuelle Eingabe
  • Elektronische Rechnungsstellung (INVOIC) zur Beschleunigung der Buchungsprozesse
  • Statusmeldungen über Warenbewegungen zwischen Logistikdienstleistern

Die Übertragung erfolgt über Kommunikationskanäle wie AS2, SFTP oder Value Added Networks (VANs). Viele Unternehmen nutzen dabei einen EDI-Dienstleister oder eine Integration Platform as a Service (iPaaS), um das Mapping und den Betrieb auszulagern.

Worauf kommt es bei der Auswahl und Einführung an?

Ein kritischer Erfolgsfaktor ist die Pflege der Mappings: Jeder Handelspartner interpretiert den EDIFACT-Standard leicht unterschiedlich, da nationale Subsets und branchenspezifische Implementierungsrichtlinien existieren. Das bedeutet, dass für jeden neuen Partner ein eigenes Mapping erstellt und getestet werden muss. Dieser Aufwand wird oft unterschätzt.

Darüber hinaus solltest du auf ein robustes Fehler- und Ausnahme-Handling achten. Fehlerhafte oder nicht zustellbare Nachrichten müssen erkannt, protokolliert und eskaliert werden – manuelle Eingriffe ohne transparentes Monitoring können zu verdeckten Datenfehlern in der Lieferkette führen. Ob eine eigene Middleware-Lösung, ein cloudbasierter EDI-Dienstleister oder ein integriertes ERP-Modul die bessere Wahl ist, hängt von Partneranzahl, Nachrichtenvolumen und internen IT-Kapazitäten ab – es gibt hier keine universell richtige Antwort.

Häufige Fragen

EDI (Electronic Data Interchange) ist der Oberbegriff für den elektronischen Datenaustausch zwischen Systemen. EDIFACT ist ein konkreter, von den Vereinten Nationen normierter EDI-Standard mit festgelegter Syntax und Nachrichtenbibliothek. Es gibt andere EDI-Standards wie ANSI X12 (vor allem in Nordamerika), aber in Europa und im internationalen Handel ist EDIFACT dominierend.

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