Etiketten
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KI-generiert
Etiketten sind Kennzeichnungsträger aus Papier, Folie oder ähnlichen Materialien, die auf Artikeln, Behältern, Lagerplätzen oder Sendungen angebracht werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Etiketten bilden die physische Grundlage für Scanbarkeit und Rückverfolgbarkeit in jedem automatisierten Lagerprozess.
- Material, Klebstoff und Drucktechnik müssen auf die jeweilige Lagerumgebung abgestimmt sein, falsche Auswahl führt zu Lesefehlern und Prozessunterbrechungen.
- Standardisierte Codesysteme wie GS1/SSCC erleichtern den Datenaustausch zwischen Lieferanten, Lager und Empfängern erheblich.
- RFID-Etiketten bieten Vorteile bei hohem Durchsatz oder ohne Sichtverbindung, sind aber anbieter- und prozessabhängig in ihrer Eignung.
- Regelmäßige Barcode-Verifikation sichert die Druckqualität und verhindert stille Fehler in der Identifikationskette.
Was sind Etiketten in der Intralogistik?
Etiketten sind physische Informationsträger, die Waren, Ladungsträger, Lagerplätze oder Versandeinheiten eindeutig kennzeichnen. Ihr Hauptzweck besteht darin, maschinenlesbare oder visuell erfassbare Informationen bereitzustellen: von der einfachen Artikelnummer über Chargen- und Seriennummern bis hin zu standardisierten Identifikatoren wie dem SSCC (Serial Shipping Container Code) nach GS1. Ohne zuverlässige Etikettierung können Scanner, Lagerverwaltungssysteme und automatisierte Fördertechnik keine eindeutigen Zuordnungen treffen, was Fehler, Suchaufwand und Stillstandszeiten verursacht.
Aufbau und Technologien
Je nach Anwendungsfall kommen unterschiedliche Drucktechniken, Trägermaterialien und Codesysteme zum Einsatz. Thermotransfer- und Direktthermodruck sind in der Intralogistik weit verbreitet, weil sie hohe Druckqualität bei akzeptablen Betriebskosten bieten. Für Umgebungen mit Kälte, Feuchtigkeit, Öl oder aggressiven Reinigungsmitteln werden spezielle Folienträger und synthetische Haftmaterialien benötigt. Neben linearen Barcodes (z. B. Code 128, EAN) werden zunehmend zweidimensionale Codes wie Data Matrix und QR-Code eingesetzt, die mehr Daten auf kleiner Fläche speichern. RFID-Etiketten (Smart Labels) ergänzen oder ersetzen optische Codes in Szenarien, in denen eine Sichtverbindung zum Scanner nicht möglich ist oder sehr hohe Durchsatzraten gefordert werden.
Anforderungen und Auswahlkriterien
Bei der Auswahl geeigneter Etiketten spielen mehrere Faktoren zusammen:
- Umgebungsbedingungen: Temperatur (Tiefkühlbereich bis Hochtemperaturprozesse), Feuchtigkeit, UV-Exposition und chemische Belastung bestimmen das notwendige Trägermaterial und den Klebstofftyp.
- Lebensdauer: Etiketten auf Langlagerware oder ortsfesten Lagerplätzen müssen deutlich beständiger sein als Versandetiketten, die nur einen Transportweg überstehen müssen.
- Standards und Compliance: Branchenspezifische Vorgaben, etwa GS1-Richtlinien, Gefahrgutvorschriften oder lebensmittelrechtliche Anforderungen, legen fest, welche Informationen mindestens enthalten sein müssen und wie sie zu drucken sind.
- Scanbarkeit und Druckqualität: Eine schlechte Druckqualität erhöht die Nachlesequote und verlangsamt Prozesse. Regelmäßige Barcode-Verifikation nach definierten Qualitätsstufen hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen.
- Integration in Druckprozesse: Ob Etiketten zentral im Voraus gedruckt, dezentral am Arbeitsplatz produziert oder durch Print-and-Apply-Systeme automatisch appliziert werden, beeinflusst Hardware-Auswahl, Druckertreiber und WMS-Integration.
Lagerplatz-Etiketten und Artikeletiketten unterscheiden sich grundlegend von Versandetiketten: Erstere sind auf Langlebigkeit und interne Prozesse ausgerichtet, letztere folgen oft Carrier-spezifischen oder standardisierten Formaten und haben eine definierte Einwegnutzung. Diese Unterscheidung sollte bei der Beschaffung und der Systemintegration berücksichtigt werden.
Verwandte Begriffe
- Artikel
Ein Artikel ist die kleinste eindeutig identifizierbare Einheit in Lagerhaltung, Einkauf und ERP, beschrieben durch Stammdaten wie Bezeichnung, Maße, Gewicht und Identifikationsnummern. Er bildet die Grundlage für Disposition, Kommissionierung und Bestandsführung.
- Artikelnummer
Die Artikelnummer ist ein intern vergebener, eindeutiger Identifikator, der einen Artikel im Warenwirtschafts- und Lagersystem unverwechselbar kennzeichnet. Sie bildet die Grundlage für Buchungen, Bestellungen und die Kommunikation zwischen Einkauf, Lager und Produktion.
- Artikelstammdaten
Artikelstammdaten sind die dauerhaft gültigen Basisdaten eines Artikels, etwa Maße, Gewicht, Verpackungseinheiten, Gefahrguteinstufung und MHD-Relevanz. Sie bilden die Grundlage für alle logistischen, einkäuferischen und systemseitigen Prozesse entlang der Lieferkette.
- Barcode
Ein Barcode ist ein maschinenlesbarer, optischer Code, der Informationen als Muster aus Strichen und Lücken oder als zweidimensionale Matrix darstellt. Er ermöglicht die automatische Identifikation von Artikeln, Ladungsträgern und Dokumenten entlang der gesamten Lieferkette.
- Barcodescanner
Ein Barcodescanner ist ein optisches Lesegerät, das gedruckte Strichcodes (Barcodes) erfasst und in maschinenlesbare Daten umwandelt. Er wird in der Intralogistik zur lückenlosen Identifikation von Waren, Ladungsträgern und Lagerplätzen eingesetzt.
- Charge
Eine Charge ist eine eindeutig identifizierbare Menge von Produkten, die unter gleichen Bedingungen hergestellt oder verarbeitet wurde. Sie bildet die Grundlage für Rückverfolgbarkeit, Qualitätssteuerung und gesetzlich geforderte Rückrufprozesse entlang der gesamten Lieferkette.
- Chargenrückverfolgung
Chargenrückverfolgung bezeichnet die lückenlose Nachvollziehbarkeit von Produkten und Materialien entlang der Lieferkette auf Basis ihrer Chargenzugehörigkeit. Sie ermöglicht es, im Qualitäts- oder Rückruffall schnell alle betroffenen Mengen zu identifizieren und gezielt zu sperren.
- Colli
Colli bezeichnet ein einzelnes Packstück innerhalb einer Sendung, etwa ein Karton, eine Kiste oder ein Gebinde. Die Anzahl der Colli bildet in Transportdokumenten die Packstückanzahl ab und ist Grundlage für Etikettierung, Verladung und Frachtabrechnung.
- DESADV
DESADV (Dispatch Advice) ist eine standardisierte EDI-Nachricht im EDIFACT-Format, die eine bevorstehende Lieferung elektronisch ankündigt. Sie übermittelt strukturierte Informationen zu Packstücken, Artikeln, Mengen und Identifikatoren wie dem SSCC an den Warenempfänger.
- Data Matrix
Data Matrix ist ein zweidimensionaler Strichcode, der auf sehr kleiner Fläche deutlich mehr Informationen speichert als klassische 1D-Barcodes. Dank integrierter Fehlerkorrektur bleibt er auch bei partieller Beschädigung oder Verschmutzung zuverlässig lesbar.

