even
← Zum Glossar

Fehlmenge

Auch: Fehlmengen, Mengendifferenz, Shortfall, Bestandslücke, Short Shipment

KI-generiert

Kurz erklärt

Eine Fehlmenge bezeichnet die Differenz zwischen einer erwarteten oder benötigten Menge eines Artikels und der tatsächlich verfügbaren Menge. Sie tritt auf, wenn ein konkreter Bedarf, etwa bei der Kommissionierung, in der Produktion oder im Wareneingang, nicht vollständig gedeckt werden kann.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist eine Fehlmenge?

Eine Fehlmenge entsteht immer dann, wenn die im System gebuchte oder physisch erwartete Menge eines Artikels zum Zeitpunkt des Bedarfs nicht vorhanden ist. Der Begriff bezieht sich dabei auf einen konkreten Vorgang: Ein Kommissionierauftrag kann nicht vollständig abgearbeitet werden, eine Fertigungslinie erhält nicht die benötigte Komponente, oder ein Wareneingang weist weniger Einheiten auf als avisiert. Damit unterscheidet sich die Fehlmenge vom Fehlbestand, der den generellen Zustand eines zu niedrigen oder nicht vorhandenen Lagerbestands beschreibt.

Ursachen und Entstehung in der Praxis

Fehlmengen können physischer oder systemischer Natur sein. Physische Fehlmengen entstehen durch Schwund, Beschädigungen, fehlerhafte Einlagerung oder Qualitätssperren, bei denen Ware zwar vorhanden, aber nicht verwendbar ist. Systemische Fehlmengen resultieren aus Buchungsfehlern, nicht verbuchten Entnahmen oder Synchronisationsproblemen zwischen ERP- und Lagerverwaltungssystem.

Auf der Beschaffungsseite entstehen Fehlmengen, wenn Lieferanten weniger liefern als bestellt, Liefertermine nicht einhalten oder Teillieferungen nicht rechtzeitig gemeldet werden. Die Ursachendiagnose ist entscheidend, weil sie die Eskalationsmaßnahme bestimmt. Ist die Ware physisch vorhanden und nur falsch eingelagert, hilft eine gezielte Inventur. Fehlt sie im Bestand, muss eine Nachbestellung oder ein Ersatzlieferant ausgelöst werden.

Bedeutung für Disposition, Einkauf und Lagerplanung

Für die Disposition sind Fehlmengen ein Frühwarnindikator. Häufen sich Fehlmengen bei bestimmten Artikeln oder Lieferanten, deutet das auf systematische Probleme in der Bedarfsplanung, bei Sicherheitsbeständen oder in der Lieferantenperformance hin. Viele Unternehmen erfassen Fehlmengenquoten als Kennzahl und nutzen sie für die Lieferantenbewertung sowie für die Anpassung von Dispositionsparametern.

Im Lager selbst ist eine schnelle Erkennung von Fehlmengen entscheidend, um Liefer- und Produktionsstopps zu vermeiden. Moderne Lagerverwaltungssysteme können Fehlmengen beim Kommissionieren automatisch erfassen und in Echtzeit an nachgelagerte Systeme melden. Dabei sind folgende Entscheidungsfragen typisch:

  • Ist die Fehlmenge physisch oder systemisch bedingt?
  • Welche Ursache dominiert: Prozess, Lieferant, IT oder Qualität?
  • Welche Eskalation ist angemessen: Umbuchung, Ersatzlieferung oder Nachschub?
  • Wie wirkt sich die Fehlmenge auf nachgelagerte Aufträge und Liefertermine aus?

Worauf es bei der Handhabung ankommt

Entscheidend ist ein klarer Prozess zur Erfassung und Weiterleitung von Fehlmengen. Ohne strukturierte Meldewege bleibt unklar, welche Aufträge betroffen sind und welche Folgewirkungen entstehen. Die Anbindung an Auftragsmanagement und Disposition ermöglicht eine priorisierte Reaktion. Ob Fehlmengen in einem zentralen Dashboard sichtbar gemacht werden oder über systemseitige Alerts eskaliert werden, hängt von der eingesetzten Software und den definierten Prozessen ab. Eine pauschale Empfehlung lässt sich hier nicht geben, da die Anforderungen je nach Branche und Sortimentstiefe stark variieren.

Häufige Fragen

Ein Fehlbestand beschreibt den generellen Zustand, dass ein Artikel gar nicht oder in zu geringer Menge auf Lager ist. Eine Fehlmenge bezieht sich dagegen auf einen konkreten Vorgang, etwa einen Kommissionierauftrag oder eine Produktionsanforderung, bei dem der Bedarf nicht vollständig gedeckt werden kann. Fehlmenge ist also oft vorgangsbezogen, Fehlbestand eher bestandsbezogen.

Verwandte Begriffe

Passende Kategorien