Kommissionier-Panel
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Ein Kommissionier-Panel ist ein stationär montierter Panel-PC oder Touchscreen-Terminal an einem Kommissionier- oder Packarbeitsplatz, der Auftragsdaten anzeigt und Benutzereingaben erfasst. Es bildet die zentrale Mensch-Maschine-Schnittstelle im beleglosen Picking-Prozess.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Kommissionier-Panel ist die stationäre Mensch-Maschine-Schnittstelle an Kommissionier- und Packarbeitsplätzen und ersetzt die papierbasierte Pickliste.
- Es kommuniziert in Echtzeit mit dem WMS und kann Peripheriegeräte wie Scanner, Waagen und Drucker direkt einbinden.
- Die Schutzklasse (IP-Schutz), Displayergonomie und das Bedienkonzept für Handschuhbetrieb sind zentrale Auswahlkriterien.
- Im Gegensatz zum mobilen MDE-Terminal ist das Kommissionier-Panel fest montiert und nicht für den Gang durch das Lager vorgesehen.
Was ist ein Kommissionier-Panel?
Ein Kommissionier-Panel ist ein fest installiertes Bedienpanel an einem stationären Kommissionier-, Pick- oder Packarbeitsplatz im Lager. Es besteht typischerweise aus einem industrietauglichen Panel-PC oder einem Touchscreen-Terminal mit angeschlossener Systemsoftware – meist einem Warehouse-Management-System (WMS) oder einem Pick-by-Light-Controller. Das Panel übernimmt die Rolle der klassischen Papierpickliste: Es zeigt dem Mitarbeitenden Auftragsdetails, Artikelinformationen, Mengen, Qualitätshinweise und Stellplatzdaten an und nimmt Bestätigungen, Korrekturen oder Fehlermeldungen direkt am Arbeitsplatz entgegen.
Wie funktioniert ein Kommissionier-Panel in der Praxis?
Das Panel ist in der Regel über Ethernet oder WLAN in die Lager-IT eingebunden und kommuniziert in Echtzeit mit dem WMS. Sobald ein Auftrag freigegeben wird, erscheint die erste Pickposition auf dem Display. Der Mitarbeitende bestätigt die Entnahme per Touch, Taster oder Barcode-Scan – abhängig vom Bedienkonzept des Arbeitsplatzes. Häufig angebundene Peripheriegeräte umfassen:
- Barcode- und RFID-Scanner zur Artikelverifikation
- Waagen zur Gewichtskontrolle oder Vollständigkeitsprüfung
- Etikettendrucker für Versandlabel und Colli-Scheine
- Lichtsignale (Put-to-Light, Pick-to-Light) zur visuellen Führung
- Kameras zur Bildaufzeichnung für Qualitätsnachweise
Der Informationsfluss ist bidirektional: Das Panel meldet Abweichungen, Fehlmengen oder Qualitätsprobleme sofort ans WMS zurück, sodass Nacharbeit oder Umleitungen automatisch angestoßen werden können. Manche Systeme erlauben auch die Anzeige von Schulungsvideos oder Verpackungsanweisungen direkt am Arbeitsplatz.
Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Die Auswahl eines Kommissionier-Panels hängt von mehreren Faktoren ab, die anbieterübergreifend bewertet werden sollten:
- Schutzklasse und Robustheit: In Kühl- oder Tiefkühlbereichen, in staubintensiven Umgebungen oder bei Nassreinigung sind entsprechende IP-Schutzklassen (z. B. IP54 oder höher) und Temperaturzulassungen entscheidend.
- Displaygröße und Ergonomie: Blickwinkel, Lesbarkeit bei wechselnden Lichtverhältnissen sowie die Möglichkeit zur Höhenverstellung bestimmen die Ermüdung bei Schichtbetrieb.
- Bedienkonzept: Touchbedienung mit Handschuhen erfordert entsprechend konfigurierte kapazitive oder resistive Displays; alternativ sind externe Taster oder Fußschalter sinnvoll.
- Lifecycle und Servicefähigkeit: Industriepanels werden oft über viele Jahre betrieben; Ersatzteilverfügbarkeit, Reparaturzeit und Remote-Management-Funktionen sollten vertraglich abgesichert sein.
- Ausfallkonzept: Bei Systemausfall muss definiert sein, wie der Arbeitsplatz weiterbetrieben wird – etwa über lokalen Offline-Cache oder ausgedruckte Notfallpicklisten.
Kommissionier-Panels sind klar von mobilen MDE-Terminals abzugrenzen: Während das Panel stationär am Arbeitsplatz verbleibt, begleitet ein MDE-Terminal den Mitarbeitenden durch das gesamte Lager. Beide Konzepte können in einem Lager parallel zum Einsatz kommen.
Verwandte Begriffe
- Akustische Kommissionierung
Akustische Kommissionierung bezeichnet ein belegloses Kommissionierverfahren, bei dem Lagermitarbeiter Pickanweisungen per Sprache empfangen und Bestätigungen ebenfalls sprachgesteuert zurückmelden. Beide Hände bleiben dabei frei für den eigentlichen Pick-Vorgang.
- Automations-Panel
Ein Automations-Panel ist ein industrietaugliches Bedienpanel, das als HMI-Schnittstelle zwischen Bedienpersonal und automatisierten Anlagen in der Intralogistik dient. Es ermöglicht die manuelle Steuerung, Überwachung und Parametrierung von Förder-, Lager- und Kommissioniersystemen direkt vor Ort.
- BDE-Terminals
BDE-Terminals sind stationäre oder mobile Endgeräte zur Betriebsdatenerfassung, die Mitarbeitende an Arbeitsplätzen, Maschinen oder Lagerbereichen nutzen, um Prozess-, Zeit- und Mengendaten direkt am Entstehungsort digital zu erfassen.
- Barcodescanner
Ein Barcodescanner ist ein optisches Lesegerät, das gedruckte Strichcodes (Barcodes) erfasst und in maschinenlesbare Daten umwandelt. Er wird in der Intralogistik zur lückenlosen Identifikation von Waren, Ladungsträgern und Lagerplätzen eingesetzt.
- Bedienerterminals mit Touch
Bedienerterminals mit Touch sind stationäre oder mobile Eingabegeräte, die über einen berührungsempfindlichen Bildschirm die direkte Interaktion mit Lagerverwaltungs- und Steuerungssystemen ermöglichen. Sie ersetzen klassische Tastatur-Maus-Kombinationen an Lager- und Produktionsarbeitsplätzen durch
- Beleglose Kommissionierung
Beleglose Kommissionierung bezeichnet das Zusammenstellen von Aufträgen im Lager ohne Papier-Picklisten, bei der alle Anweisungen digital über Terminals, Displays, Sprache oder optische Signale übermittelt werden. Sie ersetzt klassische Papierprozesse durch systemgestützte Führung der Kommissioniere
- Datenfunkterminal
Ein Datenfunkterminal ist ein mobiles Gerät zur drahtlosen Datenerfassung und -übertragung im Lager, das Display, Eingabe und Scanner vereint. Es kommuniziert typischerweise über WLAN mit einem Warehouse-Management-System und begleitet Prozesse wie Wareneingang, Kommissionierung und Inventur.

