Multitouch in der Logistik
Auch: Multi-Touch, Multi Touch, Mehrfinger-Touch, Mehrfinger-Geste, Multitouch-Display, Multitouch-Touchscreen
KI-generiert
Multitouch bezeichnet die Fähigkeit eines Touchscreens, mehrere gleichzeitige Berührungspunkte zu erkennen und daraus Gesten wie Zoomen, Scrollen oder Drehen abzuleiten. In der Intralogistik kommt das Verfahren vor allem an Industrie-Terminals, Panel-PCs und Leitstand-Displays zum Einsatz.
Das Wichtigste in Kürze
- Multitouch erkennt mehrere gleichzeitige Berührungspunkte und ermöglicht Gesten wie Zoomen oder Scrollen auf einem Display.
- In der Intralogistik ist Multitouch vor allem an Leitstand-Displays, Packplatz-Terminals und Panel-PCs relevant.
- Handschuhbetrieb und Kälteeinsatz schränken die Multitouch-Nutzung in manchen Lagerbereichen ein und müssen vor der Beschaffung geprüft werden.
- Nicht jede WMS- oder Leitstandsoftware nutzt Multitouch-Gesten, die HMI-Software muss explizit darauf ausgelegt sein.
- Für einfache Bestätigungsdialoge genügt Singletouch; Multitouch entfaltet seinen Mehrwert bei komplexen Karten- und Dashboard-Ansichten.
Was ist Multitouch?
Multitouch beschreibt eine Eingabetechnologie, bei der ein Display mehr als einen Berührungspunkt gleichzeitig erfasst und auswertet. Dadurch werden Zwei-Finger-Gesten wie Pinch-to-Zoom, Wischen mit mehreren Fingern oder Rotieren möglich, Interaktionsmuster, die Nutzerinnen und Nutzer aus Smartphones und Tablets kennen. Technische Grundlage sind kapazitive Sensorschichten oder optische Erkennungsverfahren, die im Gerät hinter dem Displayglas integriert sind. Einfache resistive Touchscreens unterstützen in der Regel nur einen Berührungspunkt und gelten daher nicht als Multitouch-fähig.
Einsatz in der Intralogistik
Im Lagerbetrieb begegnet dir Multitouch vor allem in folgenden Szenarien:
- Leitstand und Visualisierung: Lagerkarten, Förderanlagen-Topologien oder Belegungspläne lassen sich per Pinch-Zoom intuitiv erkunden, ohne auf Maus oder Tastatur angewiesen zu sein.
- Kommissionier- und Packplatz-Terminals: Moderne Industrie-Panel-PCs bieten Multitouch-Oberflächen, die speziell für schnelle Bestätigung, Mengenänderung oder Auftragsnavigation ausgelegt sind.
- Fahrerloses Transportequipment und Stapler-Terminals: Hier ist Multitouch oft vorhanden, wird aber funktional eingeschränkt genutzt, weil einhändige Bedienung überwiegt.
Die HMI-Software entscheidet maßgeblich darüber, ob vorhandene Multitouch-Hardware sinnvoll genutzt wird. Nicht jede WMS- oder MES-Oberfläche ist für Mehrfinger-Gesten optimiert. Achte beim Systemausbau darauf, ob die eingesetzte Software explizit Multitouch-Gesten unterstützt oder lediglich Einzelklick-Tippen auf einem kapazitiven Display.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Bei der Beschaffung von Multitouch-fähigen Industrie-Geräten für die Logistik spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die über die bloße Gesten-Unterstützung hinausgehen:
- Handschuhbetrieb: Kapazitive Touchscreens erkennen Berührungen über die elektrische Leitfähigkeit der Haut. Dünne Arbeitshandschuhe oder spezielle leitfähige Handschuhe ermöglichen die Bedienung, dicke Schutzhandschuhe hingegen nicht ohne weiteres. Manche Hersteller bieten eine erhöhte Empfindlichkeit als Betriebsmodus an, das ist aber anbieterabhängig und sollte im Testbetrieb geprüft werden.
- Kälteeinsatz: In Tiefkühllagern kann die Schutzfolie oder Verglasung die Touch-Sensitivität beeinflussen. Gerätespezifikationen für Temperaturbereiche sind hier verbindlich zu prüfen.
- Reinigung und Schutzart: Displays in der Logistik werden häufig mit Reinigungsmitteln abgewischt. Die Schutzart (IP-Klasse) und die chemische Beständigkeit der Displayoberfläche müssen den Anforderungen entsprechen.
- Langzeitverfügbarkeit: Industrie-Terminals werden über viele Jahre betrieben. Die Verfügbarkeit von Ersatzdisplays und kompatiblen Sensoren ist ein oft unterschätztes Kriterium im Einkauf.
Multitouch ist keine Notwendigkeit in jedem Logistikumfeld. Für einfache Bestätigungsdialoge reicht Singletouch vollkommen aus. Der Mehrwert entsteht dort, wo komplexe Visualisierungen oder datenreiche Dashboards bedient werden müssen.
Verwandte Begriffe
- AR
Augmented Reality (AR) bezeichnet eine Technologie, bei der digitale Informationen in Echtzeit in das reale Sichtfeld eingeblendet werden. In der Intralogistik kommt AR vor allem in der Kommissionierung, Wartung und Schulung zum Einsatz.
- Augmented Reality
Augmented Reality (AR) überlagert die reale Umgebung in Echtzeit mit digitalen Informationen wie Text, Grafiken oder 3D-Modellen. In der Intralogistik unterstützt AR vor allem die Kommissionierung, Wartung und Einarbeitung neuer Mitarbeitender.
- Automations-Panel
Ein Automations-Panel ist ein industrietaugliches Bedienpanel, das als HMI-Schnittstelle zwischen Bedienpersonal und automatisierten Anlagen in der Intralogistik dient. Es ermöglicht die manuelle Steuerung, Überwachung und Parametrierung von Förder-, Lager- und Kommissioniersystemen direkt vor Ort.
- BDE-Terminals
BDE-Terminals sind stationäre oder mobile Endgeräte zur Betriebsdatenerfassung, die Mitarbeitende an Arbeitsplätzen, Maschinen oder Lagerbereichen nutzen, um Prozess-, Zeit- und Mengendaten direkt am Entstehungsort digital zu erfassen.
- Bedienerterminals mit Touch
Bedienerterminals mit Touch sind stationäre oder mobile Eingabegeräte, die über einen berührungsempfindlichen Bildschirm die direkte Interaktion mit Lagerverwaltungs- und Steuerungssystemen ermöglichen.
- Datenfunkterminal
Ein Datenfunkterminal ist ein mobiles Gerät zur drahtlosen Datenerfassung und -übertragung im Lager, das Display, Eingabe und Scanner vereint. Es kommuniziert typischerweise über WLAN mit einem Warehouse-Management-System und begleitet Prozesse wie Wareneingang, Kommissionierung und Inventur.

