even
← Zum Glossar

Retouren

Auch: Rücksendungen, Rücklieferungen, Returns, Retourensendungen, Retoure

KI-generiert

Kurz erklärt

Retouren sind Warensendungen, die vom Kunden, aus Filialen oder aus dem Handel zurück an das Lager oder den Lieferanten geschickt werden. Der Begriff umfasst den gesamten Rückfluss von Ware entgegen der ursprünglichen Lieferrichtung.

Das Wichtigste in Kürze

Was sind Retouren?

Retouren bezeichnen Warensendungen, die nach einer Auslieferung wieder in Richtung Lager oder Lieferant zurückfließen. Auslöser können Endkunden im E-Commerce sein, die ein Produkt zurücksenden, aber auch Filialen, die überschüssige oder fehlerhafte Ware zurückgeben, oder Handelspartner, die im Rahmen vereinbarter Rücknahmeregeln Bestände zurückliefern. Retouren sind damit ein struktureller Bestandteil moderner Lieferketten und kein Ausnahmefall.

Wie läuft der Retourenprozess in der Praxis ab?

Ein vollständiger Retourenprozess beginnt mit der Annahme der zurückgesendeten Ware und ihrer eindeutigen Identifikation, häufig per Barcode, QR-Code oder Bestellreferenz. Daran schließt sich eine Prüfung des Zustands an: Ist die Ware originalverpackt, beschädigt, verwendet oder mangelhaft? Abhängig vom Ergebnis dieser Prüfung folgen unterschiedliche Prozesspfade:

  • Wiedereinlagerung als A-Ware, wenn die Ware einwandfrei und wiederverkaufsfähig ist
  • Aufbereitung oder Refurbishment bei gebrauchter, aber reparierbarer Ware
  • Weiterverkauf als B-Ware über alternative Kanäle zu reduzierten Preisen
  • Rückgabe an den Lieferanten, wenn vertragliche Regelungen das vorsehen
  • Entsorgung oder Recycling bei nicht mehr verwertbarer Ware

Entscheidend ist ein klares Regelwerk, das für jede Warenkategorie und jeden Retourengrund den richtigen Pfad vorgibt. Ohne diese Steuerungslogik entstehen Staus in der Bearbeitung, Bestände werden falsch bewertet, und Verluste bleiben unsichtbar.

Worauf kommt es bei der Auswahl von Prozessen und Systemen an?

Wer Retourenprozesse professionell gestalten will, muss zunächst klären, welches Volumen und welche Warenarten anfallen. Ein Modeversender mit hoher Rücksendequote stellt andere Anforderungen als ein Industrielieferant mit gelegentlichen Qualitätsreklamationen. Zu den zentralen Entscheidungen gehören: Werden Retouren im eigenen Lager bearbeitet oder an einen spezialisierten Dienstleister ausgelagert? Welche Systemunterstützung ist notwendig, reicht eine WMS-Erweiterung, oder braucht es ein eigenständiges Retourenmanagement-System? Wie wird der Rücksendegrund erfasst und ausgewertet, um Ursachen in Beschaffung, Verpackung oder Produktbeschreibung zu beheben?

Typische Kennzahlen zur Steuerung sind die Retourenquote je Kanal oder Produktgruppe, die Durchlaufzeit vom Eingang bis zur Wiederverfügbarkeit sowie der Wertverlust im Vergleich zum ursprünglichen Verkaufspreis. Diese KPIs helfen dabei, sowohl operative Engpässe als auch strategische Muster zu erkennen. Anbieterabhängig variiert stark, wie tief WMS- oder ERP-Systeme den Retourenprozess abbilden, hier lohnt ein genauer Blick auf den tatsächlichen Funktionsumfang.

Häufige Fragen

Retouren sind Warensendungen, die nach einer Auslieferung zurück ins Lager oder zum Lieferanten geschickt werden. Sie entstehen im E-Commerce durch Kundenrücksendungen, im stationären Handel durch Filialrücklieferungen oder im B2B-Bereich durch Reklamationen und vertraglich vereinbarte Rücknahmen.

Verwandte Begriffe

Passende Kategorien