Schubmaststapler
Auch: Schubmast-Stapler, Reach Truck, Schubmastgerät, Schubstapler, Schubmastflurförderzeug
KI-generiert
Ein Schubmaststapler ist ein elektrisch betriebenes Flurförderzeug, bei dem der Lastmast teleskopierbar nach vorn ausgefahren wird, um Paletten in Hochregalanlagen aufzunehmen und abzusetzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Schubmaststapler fährt seinen Mast horizontal aus, sodass das Fahrzeug selbst kompakt bleibt und schmalere Gänge als beim Frontstapler möglich sind.
- Das Gerät ist fast ausschließlich elektrisch angetrieben und für den Einsatz in geschlossenen Lagerhallen ausgelegt.
- Resttragfähigkeit, Hubhöhe und Arbeitsgangbreite müssen immer gemeinsam mit dem konkreten Regalkonzept abgestimmt werden.
- Moderne Schubmaststapler verfügen über Hubhöhenvorwahl, Wiegesysteme und optionale Kameraunterstützung für hohe Einlagerebenen.
- Für Gangbreiten unter etwa 1,8 Metern sind Schmalgangstapler oder schienengeführte Hochregalstapler die geeigneteren Alternativen.
Was ist ein Schubmaststapler?
Ein Schubmaststapler ist ein gegengewichtsloses Flurförderzeug, dessen Mast auf einem Schubrahmen montiert ist. Dieser Rahmen lässt sich horizontal nach vorn verfahren, sodass die Lastaufnahme außerhalb der Fahrzeugkontur erfolgt, während das Fahrzeug selbst mit eingezogenem Mast wendig bleibt. Im Unterschied zum Frontstapler muss das Fahrzeug beim Einlagern nicht mit der gesamten Länge in die Regalzeile einfahren. Typische Hubhöhen liegen deutlich über denen konventioneller Gegengewichtsstapler und reichen je nach Modell bis in den Bereich von zehn Metern und darüber. Der Antrieb erfolgt fast ausschließlich elektrisch, da das Gerät überwiegend in geschlossenen Lagerhallen eingesetzt wird.
Wie funktioniert der Schubmaststapler in der Praxis?
Der Fahrer oder die Fahrerin positioniert das Fahrzeug vor dem Regalfach, fährt den Mast mit der aufgenommenen Last nach vorn, hebt auf die Zielhöhe an und schiebt die Palette ins Fach. Beim Auslagern läuft der Vorgang in umgekehrter Reihenfolge ab. Moderne Geräte verfügen über seitliche Mastneigung, Hubhöhenvorwahl und integrierte Wiegesysteme. Die Kombination aus kompakten Fahrzeugabmessungen und großer Hubhöhe macht den Schubmaststapler zur Standardlösung in Block- und Palettenregallagern mit mittleren Gangbreiten, die in der Regel zwischen 2,7 und 3,5 Metern liegen. Für noch engere Gassen kommen Schmalgangstapler oder Hochregalstapler zum Einsatz, die an Führungsschienen geführt werden.
Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Bei der Beschaffung eines Schubmaststaplers sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen:
- Traglast und Resttragfähigkeit: Die Traglast sinkt mit steigender Hubhöhe und zunehmendem Lastabstand. Das Traglastdiagramm muss für alle geplanten Lastszenarien geprüft werden.
- Hubhöhe: Sie bestimmt maßgeblich die Regalbauart und die Anforderungen an Mast und Hydraulik. Höhere Hubhöhen erfordern stabilere Mastführungen und leistungsfähigere Sensoren für die Lastzentrierung.
- Gangbreite: Das Fahrzeug muss zur tatsächlichen Regalanlage passen. Hersteller geben Arbeitsgangbreiten an, die mit dem Layoutplaner abzugleichen sind.
- Batterie- und Ladetechnik: Lithium-Ionen-Akkus ermöglichen Zwischenladungen ohne Batteriewechsel, erhöhen aber die Anschaffungskosten. Blei-Säure-Technologie ist verbreitet und kostengünstiger, erfordert aber Wechselstationen bei Mehrschichtbetrieb.
- Assistenzsysteme: Hubhöhenvorwahl, Lastgewichtsanzeige und Kamerasysteme für große Hubhöhen reduzieren Fehler und erhöhen den Durchsatz.
- Ergonomie und Fahrerarbeitsplatz: Sichtlinien, Bedienkonzept und Sitzkomfort beeinflussen Fehlerquote und Ermüdung bei Mehrschichtbetrieb.
Ob ein Schubmaststapler oder eine automatisierte Lösung wie ein Regalbediengerät wirtschaftlicher ist, hängt von Durchsatz, Lagergröße und Investitionsbudget ab. Diese Abwägung ist anbieter- und projektabhängig und lässt sich nicht pauschal beantworten.
Verwandte Begriffe
- AKL
Ein Automatisches Kleinteilelager (AKL) ist ein vollmechanisiertes Lagersystem für Behälter, Tablare oder Kartons, das mithilfe von Regalbediengeräten oder Shuttles den Ware-zum-Mann-Prozess automatisiert.
- Automatiklager
Ein Automatiklager ist ein voll- oder teilautomatisiertes Lagersystem, bei dem Ein- und Auslagerung, Transport und Verwaltung von Lagereinheiten ohne manuellen Eingriff durch Fördertechnik, Regalbediengeräte und eine übergeordnete Steuerungssoftware ablaufen.
- Automatisches Kleinteilelager (AKL)
Das Automatische Kleinteilelager (AKL) ist ein vollautomatisiertes Lagersystem für Behälter, Tablare und Kleinteile, bei dem Ein- und Auslagerung ohne manuellen Eingriff durch Regalbediengeräte oder Shuttle-Systeme erfolgen.
- Blocklager
Ein Blocklager ist eine Lagerform, bei der Ladeeinheiten, in der Regel Paletten, ohne Regalkonstruktion direkt auf dem Boden in Reihen und Blöcken gestapelt werden.
- Bodenlagerung
Bodenlagerung bezeichnet die Lagerung von Waren direkt auf dem Boden, ohne den Einsatz von Regalanlagen. Paletten, Stapel oder markierte Stellflächen dienen dabei als Grundstruktur der Flächenorganisation.
- Chaotische Lagerhaltung
Chaotische Lagerhaltung ist ein Lagerprinzip, bei dem Artikel nicht auf feste, vorher zugewiesene Stellplätze eingelagert werden, sondern dynamisch auf jeden freien, geeigneten Platz im Lager. Ein Warehouse-Management-System übernimmt dabei die Steuerung und Nachverfolgung aller Lagerplätze.
- Distributionslager
Ein Distributionslager ist ein Lagertyp, der Waren bündelt und für die gezielte Auslieferung an Kunden, Filialen oder nachgelagerte Standorte bereitstellt.

