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Sekundärbedarf

Auch: sekundärer Bedarf, Sekundärbedarfe, abgeleiteter Bedarf, Komponentenbedarf

KI-generiert

Kurz erklärt

Sekundärbedarf bezeichnet den Bedarf an Baugruppen, Einzelteilen und Halbfabrikaten, der rechnerisch aus dem Primärbedarf abgeleitet wird. Grundlage der Ermittlung sind Stücklisten, die festlegen, welche Komponenten für die Herstellung eines Endprodukts benötigt werden.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist Sekundärbedarf?

Sekundärbedarf ist der mengenmäßige Bedarf an Baugruppen, Einzelteilen und Halbfabrikaten, der sich direkt aus dem Primärbedarf ergibt. Während der Primärbedarf die Nachfrage nach verkaufsfähigen Endprodukten beschreibt, bildet der Sekundärbedarf die nächste Ebene der Bedarfspyramide: Er gibt an, was intern gefertigt oder extern beschafft werden muss, damit die geplante Endproduktmenge überhaupt hergestellt werden kann. Abzugrenzen ist er außerdem vom Tertiärbedarf, der Hilfs- und Betriebsstoffe wie Schmiermittel oder Verpackungsmaterialien umfasst, die nicht direkt in das Endprodukt eingehen.

Wie wird Sekundärbedarf in der Praxis ermittelt?

Die Berechnung des Sekundärbedarfs erfolgt in der Regel über einen MRP-Lauf (Material Requirements Planning) im ERP-System. Ausgangspunkt sind die geplanten Produktionsmengen aus der Absatzplanung oder bestätigte Kundenaufträge. Das System löst diese Mengen anhand der hinterlegten Stücklisten auf und berechnet, welche Komponenten in welcher Menge zu welchem Zeitpunkt benötigt werden. Dabei werden vorhandene Lagerbestände und bereits eingeleitete Bestellungen oder Fertigungsaufträge gegengerechnet, sodass am Ende nur der tatsächlich noch zu deckende Nettobedarf ausgewiesen wird.

Wichtig ist dabei die Qualität der Stammdaten: Fehlerhafte Stücklistenpositionen, falsche Ausschussquoten oder veraltete Bestandsinformationen führen zu falschen Sekundärbedarfsmengen und in der Folge zu Fehlteilen oder Überbeständen. In der Praxis ist deshalb eine enge Abstimmung zwischen Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und Lagerwirtschaft notwendig.

  • Stücklistenauflösung: Mehrstufige Produkte erfordern eine mehrstufige Auflösung, bei der Baugruppen wiederum in ihre Unterkomponenten zerlegt werden.
  • Bestandsverrechnung: Vorhandene Lagerbestände und offene Zugänge werden vom Bruttobedarf abgezogen, um den Nettobedarf zu ermitteln.
  • Terminierung: Aus dem Bedarfstermin und den Wiederbeschaffungszeiten werden Bestellauslöse- oder Fertigungsstart-Termine abgeleitet.

Worauf kommt es bei der Planung an?

Für die Lagerplanung ist der Sekundärbedarf der zentrale Treiber für Bestandsentscheidungen bei C-Teilen und Kaufteilen. Wer den Sekundärbedarf kennt, kann Sicherheitsbestände zielgerichtet dimensionieren statt pauschal aufbauen. Für den Einkauf liefert er die Grundlage zur Lieferantenterminierung und zur frühzeitigen Erkennung von Engpasssituationen.

Anbieterabhängig unterscheiden sich ERP-Systeme darin, wie flexibel sie Planungsszenarien oder Mehrfachstücklisten verarbeiten. Auch die Frage, ob der Sekundärbedarf rein deterministisch (aus Aufträgen) oder teilweise stochastisch (aus Prognosen) abgeleitet wird, ist je nach Branche und Fertigungstyp unterschiedlich zu beantworten. In Auftragsfertigung dominiert die deterministische Auflösung, in der Serienproduktion kommen häufig Prognosebedarfe hinzu.

Häufige Fragen

Primärbedarf bezeichnet die Nachfrage nach verkaufsfähigen Endprodukten, also das, was Kunden kaufen. Sekundärbedarf ist der daraus abgeleitete Bedarf an Baugruppen und Einzelteilen, die zur Herstellung dieser Endprodukte benötigt werden. Die Ableitung erfolgt über Stücklisten im ERP-System.

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