even
← Zum Glossar

XML

Auch: Extensible Markup Language, XML-Format, XML-Schnittstelle, XML-Datei, XML-Dokument

KI-generiert

Kurz erklärt

XML (Extensible Markup Language) ist ein textbasiertes, hierarchisches Datenformat, das den strukturierten Austausch von Informationen zwischen unterschiedlichen IT-Systemen ermöglicht.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist XML?

XML steht für Extensible Markup Language und ist ein vom W3C standardisiertes Format zur Beschreibung und Übertragung strukturierter Daten. Anders als HTML, das die Darstellung von Inhalten regelt, beschreibt XML ausschließlich die Bedeutung und Struktur von Daten. Tags und Attribute können frei definiert werden, weshalb XML als erweiterbar gilt. Das macht das Format flexibel genug, um nahezu beliebige Dateninhalte abzubilden, von Bestellungen und Lieferscheinen bis hin zu Maschinenparametern und Stammdaten.

Ein XML-Dokument besteht aus einem Wurzelelement, in das alle weiteren Elemente geschachtelt sind. Diese Baumstruktur lässt sich maschinell lesen, validieren und transformieren. Zur Sicherstellung der Datenqualität werden sogenannte Schemas eingesetzt, entweder als DTD (Document Type Definition) oder als XML Schema Definition (XSD). Ein Schema legt fest, welche Elemente erlaubt sind, in welcher Reihenfolge sie erscheinen dürfen und welche Datentypen gelten. Systeme können eingehende XML-Dokumente gegen ein Schema prüfen und fehlerhafte Nachrichten bereits beim Empfang ablehnen.

XML in der Intralogistik und im Datenaustausch

In der Intralogistik begegnet dir XML vor allem in Schnittstellen zwischen ERP-, WMS- und TMS-Systemen sowie bei der Anbindung von Partnern entlang der Lieferkette. Viele etablierte Schnittstellenstandards wie EDIFACT-Abbildungen über XML, RosettaNet oder branchenspezifische Formate nutzen XML als Trägertechnologie. Auch DESADV-Nachrichten werden in manchen Implementierungen als XML übertragen.

Typische Einsatzszenarien umfassen:

  • Übermittlung von Bestelldaten zwischen Einkauf und Lieferant
  • Avisierungen und Lieferankündigungen im Wareneingang
  • Stammdatensynchronisation zwischen ERP und WMS
  • Maschinenkommunikation in Förderanlagen und Automatiklagern
  • Konfigurationsdateien für Middleware und Integrationslayer

Worauf es bei der Auswahl und Umsetzung ankommt

Ob XML die richtige Wahl für eine Schnittstelle ist, hängt vom Anwendungsfall ab. XML ist ausdrucksstark und gut validierbar, erzeugt aber im Vergleich zu kompakteren Formaten wie JSON oder binären Protokollen mehr Datenvolumen. Bei hohem Nachrichtendurchsatz, etwa in Echtzeit-Systemen für Förderanlagen, kann das relevant sein. Für den Austausch komplexer, hierarchisch strukturierter Geschäftsdokumente bleibt XML eine robuste Wahl.

Wichtige Punkte bei der Konzeption von XML-Schnittstellen sind die Versionierung der Schemas, die Fehlerstrategie bei ungültigen Nachrichten sowie die Dokumentation der verwendeten Namespaces. Werden mehrere Systeme oder Partner angebunden, empfiehlt sich ein zentrales Schema-Repository, das Änderungen nachvollziehbar macht. Anbieterabhängig unterscheiden sich Middleware-Lösungen darin, wie komfortabel sie Schema-Validierung, Transformation und Monitoring unterstützen, das sollte beim Systemvergleich explizit geprüft werden.

Häufige Fragen

Beide Formate dienen dem strukturierten Datenaustausch, unterscheiden sich aber in Syntax und Einschwerpunkt. XML ist ausdrucksstärker und unterstützt nativ Schemas, Namespaces und Attribute, ideal für komplexe Geschäftsdokumente. JSON ist kompakter und in Web-APIs weit verbreitet. Welches Format passt, hängt vom System und Anwendungsfall ab.

Verwandte Begriffe

Passende Kategorien