AutoStore
Auch: AutoStore-System, Cube Storage, Cube-Storage-System, AutoStore Grid, Bin-Grid-System
KI-generiert
AutoStore ist ein kubisches Automatiklager, bei dem fahrerlose Roboter auf einem Aluminium-Grid Kunststoffbehälter stapeln und auf Abruf zu Kommissionierports bringen. Das System gilt als eines der flächeneffizientesten automatischen Kleinteilelager für standardisierte Behälterware.
Das Wichtigste in Kürze
- AutoStore stapelt Kunststoffbehälter ohne Gänge direkt übereinander und erreicht damit eine sehr hohe Lagerflächeneffizienz im Vergleich zu konventionellen Regalsystemen.
- Autonome Roboter auf dem Grid fördern Behälter nach dem Goods-to-Person-Prinzip zu Kommissionierports, an denen Menschen oder Robotikarme die Ware entnehmen.
- Der Systemdurchsatz lässt sich durch zusätzliche Roboter schrittweise skalieren, ist aber durch Portanzahl und Grid-Dichte nach oben begrenzt.
- Das System ist proprietär; Wartung, Erweiterungen und Software sind an autorisierte Integrationspartner gebunden, was Lieferantenabhängigkeit erzeugt.
- AutoStore eignet sich primär für standardisierte Kleinteile in Bins; Artikel, die nicht in die Behälter passen, erfordern ergänzende Lagerlösungen.
Was ist AutoStore?
AutoStore bezeichnet ein cube-storage-basiertes Lagersystem, bei dem Kunststoffbehälter (Bins) direkt übereinander in einem dichten Aluminium- oder Stahl-Grid gestapelt werden. Auf der Oberfläche dieses Grids fahren autonome Roboter, die einzelne Behälter aus dem Stapel heben, quer durch das Grid transportieren und an sogenannten Ports zur Verfügung stellen. An diesen Ports kommissionieren Mitarbeitende oder Robotikarme die gewünschte Ware. Das Grundprinzip folgt dem Goods-to-Person-Ansatz: Behälter wandern zum Menschen, nicht umgekehrt.
Die Technologie wurde in Norwegen entwickelt und ist als Systemkonzept patentiert. Mehrere Systemintegratoren weltweit sind autorisiert, AutoStore-Installationen zu realisieren. Wer ein AutoStore-System plant, kauft damit nicht nur Hardware, sondern bindet sich an ein proprietäres Ökosystem mit spezifischen Software-, Wartungs- und Erweiterungsverträgen. Das sollte bei der Anbieterauswahl und im Business Case explizit bewertet werden.
Wie funktioniert AutoStore in der Praxis?
Das Grid bildet die physische Struktur des Lagers. Behälter werden bis zu mehrere Meter tief gestapelt; ein Roboter muss gegebenenfalls zunächst oben liegende Behälter temporär umlagern (Digging), bevor er den gewünschten Bin erreicht. Die Häufigkeit dieses Umlagerns hängt von der Lagertiefe, der Sortimentsgröße und der Verteilung der Zugriffshäufigkeiten ab. Eine durchdachte Slotting-Strategie, etwa die ABC-Analyse der Artikel, reduziert überflüssige Roboterbewegungen spürbar.
Der Durchsatz des Gesamtsystems ergibt sich im Wesentlichen aus drei Faktoren: Anzahl und Geschwindigkeit der Roboter, Anzahl der Kommissionierports und der Effizienz der Steuerungssoftware beim Einplanen von Fahrten und Digging-Operationen. Weil Roboter unabhängig voneinander agieren, lässt sich der Durchsatz durch den Zukauf weiterer Roboter schrittweise steigern, ein häufig genannter Skalierungsvorteil. Allerdings gibt es physikalische Grenzen: Ab einer bestimmten Roboterdichte auf dem Grid steigt die Wartezeit durch Kreuzungsmanagement.
An den Ports kann manuell, semiautomatisch mit Pick-by-Light oder vollautomatisch mit Robotikarmen kommissioniert werden. Die Wahl der Port-Technologie beeinflusst Investitionskosten und erreichbaren Durchsatz erheblich.
Worauf kommt es bei der Auswahl an?
- Flächeneffizienz vs. Durchsatz: AutoStore erreicht eine sehr hohe Lagerdichte, weil keine Gänge benötigt werden. Für sehr hohe Durchsatzanforderungen mit breitem Sortiment sind jedoch Portanzahl und Roboterflotte sorgfältig zu dimensionieren.
- Behälterkompatibilität: Nur Waren, die in die standardisierten Bins passen, können gelagert werden. Sperrige, schwere oder kühlpflichtige Artikel erfordern gesonderte Lösungen oder spezielle Bin-Varianten.
- Herstellerbindung: Das System ist proprietär. Wartung, Software-Updates und Erweiterungen laufen über autorisierte Partner. Langfristige Vertragskonditionen sollten vor Vertragsabschluss geprüft werden.
- Verfügbarkeit und Redundanz: Da alle Roboter dasselbe Grid nutzen, bleibt das System bei Ausfall einzelner Roboter grundsätzlich funktionsfähig, ein häufig positiv bewertetes Merkmal. Kritisch ist hingegen ein Ausfall der zentralen Steuerungssoftware.
- Skalierbarkeit: Das Grid lässt sich modular erweitern, sofern die Hallenfläche und -statik es erlauben. Dennoch erfordert jede Erweiterung Planungsvorlauf und Systemintegration.
Verwandte Begriffe
- 3D-Matrix Solution
Eine 3D-Matrix Solution ist ein mehrdimensionales Lager- und Puffersystem, das Ladeeinheiten in X-, Y- und Z-Richtung dynamisch verwaltet und damit eine deutlich höhere Flächennutzung als konventionelle Systeme ermöglicht.
- ABC-Analyse
Die ABC-Analyse ist eine Methode zur Klassifizierung von Artikeln, Lieferanten oder Prozessen in drei Prioritätsklassen (A, B, C) nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung. Sie bildet die Grundlage für differenzierte Entscheidungen in Lagerhaltung, Disposition und Einkauf.
- AGV
AGV (Automated Guided Vehicle) bezeichnet fahrerlose Transportfahrzeuge, die Waren in Lager und Produktion automatisch befördern. Sie folgen dabei vordefinierten oder sensorgesteuerten Fahrwegen ohne menschlichen Fahrer.
- AMR
AMR (Autonomous Mobile Robot) ist ein fahrerloser, selbstnavigierender Transportroboter, der Waren im Lager ohne fest verlegte Infrastruktur bewegt. Er orientiert sich eigenständig anhand von Sensoren und digitalen Karten und weicht Hindernissen dynamisch aus.
- Automatiklager
Ein Automatiklager ist ein voll- oder teilautomatisiertes Lagersystem, bei dem Ein- und Auslagerung, Transport und Verwaltung von Lagereinheiten ohne manuellen Eingriff durch Fördertechnik, Regalbediengeräte und eine übergeordnete Steuerungssoftware ablaufen.
- Automatisches Kleinteilelager (AKL)
Das Automatische Kleinteilelager (AKL) ist ein vollautomatisiertes Lagersystem für Behälter, Tablare und Kleinteile, bei dem Ein- und Auslagerung ohne manuellen Eingriff durch Regalbediengeräte oder Shuttle-Systeme erfolgen.
- Kommissionierung
Kommissionierung ist das Zusammenstellen einzelner Artikel aus dem Lagerbestand zu einem konkreten Kundenauftrag, der personalintensivste Schritt im Lager.

