AutoStore-Lagersystem
Auch: AutoStore, AutoStore Grid, AutoStore Bin, Cube-Storage-System, Cube Storage, AutoStore-System, AutoStore Lagersystem
KI-generiert
Das AutoStore-Lagersystem ist ein vollautomatisiertes Cube-Storage-System, bei dem Roboter auf einem dreidimensionalen Gitterraster (Grid) Kunststoffbehälter stapeln, abrufen und zu stationären Kommissionierstationen transportieren.
Das Wichtigste in Kürze
- AutoStore stapelt Lagerbehälter ohne Gassen dreidimensional übereinander und erreicht damit eine sehr hohe Flächennutzung im Vergleich zu konventionellen Regallagern.
- Autonome Roboter fahren auf der Oberseite des Grids und transportieren Behälter zu stationären Kommissionierstationen nach dem Ware-zum-Mann-Prinzip.
- Das System ist modular erweiterbar: Grids und Roboteranzahl lassen sich schrittweise an wachsende Anforderungen anpassen.
- AutoStore ist ein proprietäres System, was bei Wartung, Ersatzteilen und Software zu einer Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter führt.
- Besonders geeignet ist AutoStore für Kleinteilelager mit hoher SKU-Zahl, beispielsweise im E-Commerce-Fulfillment oder in der Ersatzteillogistik.
Was ist das AutoStore-Lagersystem?
AutoStore ist ein vollautomatisiertes Lagersystem, das auf dem Prinzip der Cube-Storage-Technologie basiert. Das System besteht aus drei Kernkomponenten: einem Aluminium- oder Stahlgitter (Grid), stapelbaren Kunststoffbehältern (Bins) und autonomen Robotern, die auf der Oberseite des Grids fahren. Die Behälter werden dicht übereinander ohne Regale oder Gassen gestapelt, was die Lagerdichte gegenüber konventionellen Regallagern deutlich erhöht. Zugriff auf einen Behälter erhalten die Roboter, indem sie darüber liegende Behälter temporär zur Seite räumen und den gewünschten Bin an die Oberfläche holen. Von dort transportieren sie ihn zu einer Portöffnung, an der eine stationäre Kommissionierstation angeschlossen ist. Das Prinzip entspricht dem Ware-zum-Mann-Prinzip: Die Ware kommt zur arbeitenden Person und nicht umgekehrt.
Wie funktioniert AutoStore in der Praxis?
Der operative Ablauf beginnt mit einem Auftrag aus dem Warehouse-Management-System (WMS) oder dem Lagerverwaltungssystem des Betreibers. Die Steuerungssoftware des AutoStore-Systems koordiniert, welcher Roboter welchen Behälter abruft und zu welcher Portstation fährt. An der Port-Station entnimmt der Kommissionierer die benötigte Ware, bestätigt die Entnahme digital, und der Roboter stellt den Behälter zurück ins Grid. Mehrere Roboter arbeiten dabei gleichzeitig und unabhängig voneinander auf demselben Grid, was eine hohe Durchsatzleistung ermöglicht. Das System ist modular: Grids lassen sich in der Grundfläche erweitern, und die Anzahl der Roboter kann schrittweise erhöht werden, um den Durchsatz anzupassen. Besonders geeignet ist AutoStore für Artikelspektren mit hoher SKU-Zahl, kleinen bis mittelgroßen Behälterformaten und schwankendem Auftragsvolumen, etwa im E-Commerce-Fulfillment oder in der Ersatzteillogistik.
Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Bei der Entscheidung für ein AutoStore-System spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
- Artikelprofil: Schwere, sperriges oder temperaturempfindliches Gut ist in der Standardkonfiguration nicht geeignet. Das System ist auf Behälterinhalte bis zu einem bestimmten Gewicht und Volumen ausgelegt. Konkrete Grenzwerte hängen von der gewählten Systemgeneration ab.
- Durchsatzbedarf: Die Anzahl der Roboter und Ports bestimmt den erreichbaren Durchsatz. Eine Auslegungssimulation ist vor der Investitionsentscheidung empfehlenswert.
- Verfügbarkeit und Redundanz: Fällt ein Roboter aus, arbeitet das restliche System weiter. Die Systemverfügbarkeit hängt jedoch auch von der Steuerungssoftware und der Netzwerkanbindung ab.
- Erweiterbarkeit: Das Grid lässt sich räumlich ausbauen, sofern die Gebäudestruktur das zulässt. Deckenhöhe und Traglasten des Bodens müssen frühzeitig geprüft werden.
- Vendor-Lock-in: AutoStore ist ein proprietäres System eines einzelnen Herstellers. Wartung, Ersatzteile und Softwareupdates sind an diesen gebunden. Das ist bei der Total-Cost-of-Ownership-Berechnung zu berücksichtigen.
Ob AutoStore gegenüber alternativen Systemen wie einem automatischen Kleinteilelager (AKL) oder Shuttle-Systemen vorteilhafter ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das hängt von Durchsatzprofil, Artikelstruktur, Gebäudebedingungen und Budget ab.
Verwandte Begriffe
- 3D-Matrix Solution
Eine 3D-Matrix Solution ist ein mehrdimensionales Lager- und Puffersystem, das Ladeeinheiten in X-, Y- und Z-Richtung dynamisch verwaltet und damit eine deutlich höhere Flächennutzung als konventionelle Systeme ermöglicht.
- AGV
AGV (Automated Guided Vehicle) bezeichnet fahrerlose Transportfahrzeuge, die Waren in Lager und Produktion automatisch befördern. Sie folgen dabei vordefinierten oder sensorgesteuerten Fahrwegen ohne menschlichen Fahrer.
- AKL
Ein Automatisches Kleinteilelager (AKL) ist ein vollmechanisiertes Lagersystem für Behälter, Tablare oder Kartons, das mithilfe von Regalbediengeräten oder Shuttles den Ware-zum-Mann-Prozess automatisiert.
- AMR
AMR (Autonomous Mobile Robot) ist ein fahrerloser, selbstnavigierender Transportroboter, der Waren im Lager ohne fest verlegte Infrastruktur bewegt. Er orientiert sich eigenständig anhand von Sensoren und digitalen Karten und weicht Hindernissen dynamisch aus.
- Automatiklager
Ein Automatiklager ist ein voll- oder teilautomatisiertes Lagersystem, bei dem Ein- und Auslagerung, Transport und Verwaltung von Lagereinheiten ohne manuellen Eingriff durch Fördertechnik, Regalbediengeräte und eine übergeordnete Steuerungssoftware ablaufen.
- Automatisches Kleinteilelager (AKL)
Das Automatische Kleinteilelager (AKL) ist ein vollautomatisiertes Lagersystem für Behälter, Tablare und Kleinteile, bei dem Ein- und Auslagerung ohne manuellen Eingriff durch Regalbediengeräte oder Shuttle-Systeme erfolgen.
- Hochregallager
Ein Hochregallager ist ein automatisiertes Lager mit Regalen ab etwa zwölf Metern Höhe, in dem Regalbediengeräte die Paletten selbsttätig ein- und auslagern.
- Kommissionierung
Kommissionierung ist das Zusammenstellen einzelner Artikel aus dem Lagerbestand zu einem konkreten Kundenauftrag, der personalintensivste Schritt im Lager.

