Durchlaufregal
Auch: Durchlaufregale, Fließregal, Fließregale, Gefälleregal, Rollenbahn-Regal, FIFO-Regal, Gravity-Flow-Rack, Durchlaufregal FIFO
Ein Durchlaufregal ist ein Regalsystem mit geneigten Rollbahnen oder Förderelementen, auf denen Paletten oder Behälter schwerkraftgestützt von der Einlagerseite zur Entnahmeseite gleiten. Es erzwingt automatisch das FIFO-Prinzip (First In, First Out) und wird typischerweise in der Kommissionierung s
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Durchlaufregal nutzt geneigte Rollbahnen, um Ladeeinheiten schwerkraftgestützt von der Einlager- zur Entnahmeseite zu fördern.
- Das System erzwingt automatisch das FIFO-Prinzip, ohne dass manuelle Sortierung durch das Lagerpersonal notwendig ist.
- Einlager- und Entnahmegang sind räumlich getrennt, was Wegekreuzungen reduziert und den Durchsatz erhöht.
- Kanaltiefe, Kanalbreite und Neigungswinkel sind die zentralen Planungsparameter und müssen auf das jeweilige Artikelprofil abgestimmt werden.
- Rollen und Bremselemente unterliegen Verschleiß und erfordern regelmäßige Wartung, was bei der Gesamtkostenrechnung berücksichtigt werden muss.
Was ist ein Durchlaufregal?
Ein Durchlaufregal besteht aus geneigten Bahnen – je nach Lagergut mit Rollen, Rädern oder Gleitflächen ausgestattet –, über die Ladeeinheiten wie Paletten, Kartons oder Behälter selbsttätig von der höher gelegenen Einlagerseite zur tiefer gelegenen Entnahmeseite bewegt werden. Bremselemente regulieren dabei die Geschwindigkeit und verhindern unkontrolliertes Auflaufen. Das Prinzip funktioniert ohne Antrieb, was den Energiebedarf im Vergleich zu motorisierten Systemen deutlich reduziert.
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Bauarten: Palettendruchlaufregale für schwere Ladeeinheiten – typischerweise im Schwerlasteinsatz – und Karton- oder Behälterdurchlaufregale für die kleinteilige Kommissionierung. Beide erzwingen automatisch das FIFO-Prinzip, weil jede neu eingelagerte Einheit hinter den bestehenden Bestand eingereiht wird und die älteste Einheit stets vorn an der Entnahmeöffnung steht.
Wie funktioniert das Durchlaufregal in der Praxis?
In der Lagerhaltung wird das Durchlaufregal häufig als Puffer zwischen Wareneingang und Kommissionierung eingesetzt. Das Einlager- und Entnahmepersonal arbeitet an getrennten Gängen, was Wegekreuzungen und Wartezeiten reduziert. Besonders in der Lebensmittellogistik, Pharmadistribution und bei Artikeln mit Mindesthaltbarkeitsdatum ist das automatische FIFO-Prinzip ein wesentlicher Vorteil, weil manuelle Kontrollen entfallen.
Die Kapazität eines Kanals hängt von der Tiefe des Regals, der Größe der Ladeeinheit und dem gewünschten Pufferbestand ab. Bei hoher Umschlagfrequenz kann ein flaches Regal mit vielen Kanälen sinnvoller sein als ein tiefes mit wenigen. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von der Kanaltiefe und der Kanalbreite als zentrale Planungsgrößen.
Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Bei der Planung eines Durchlaufregals sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen:
- Artikelprofil: Gewicht, Abmessungen und Verpackungsart der Ladeeinheiten bestimmen, ob Rollenbahnen, Räder oder Gleitschienen eingesetzt werden.
- Durchsatz: Die Anzahl der Picks pro Stunde oder Palettenbewegungen pro Schicht beeinflusst Kanalanzahl und Regaltiefe direkt.
- Lagergutempfindlichkeit: Fragile oder druckempfindliche Waren benötigen angepasste Bremskonzepte und geringere Neigungswinkel.
- Raumangebot: Durchlaufregale benötigen weniger Fahrwege als konventionelle Palettenregale, erfordern aber eine ausreichende Tiefe im Grundriss.
- Wartungsaufwand: Rollen und Bremselemente unterliegen Verschleiß und müssen regelmäßig geprüft werden – ein häufig unterschätzter Betriebskostenfaktor.
Ob ein Durchlaufregal wirtschaftlicher ist als ein Schmalgangregal oder ein automatisches Kleinteilelager, hängt stark vom Artikelmix, der Umschlagshäufigkeit und dem verfügbaren Budget ab. Ein Vergleich im Rahmen eines strukturierten Business Case ist empfehlenswert, bevor eine Investitionsentscheidung getroffen wird.
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