Exoskelett
Auch: Exoskelette, Exo-Skelett, Wearable Exoskelett, Arbeitsexoskelett, industrielles Exoskelett, tragbares Assistenzsystem, Körperunterstützungssystem
KI-generiert
Ein Exoskelett ist ein am Körper getragenes Assistenzsystem, das Muskel- und Skelettbelastungen bei körperlicher Arbeit reduziert. In der Intralogistik werden Exoskelette eingesetzt, um Beschäftigte beim Heben, Tragen oder bei Überkopfarbeiten zu entlasten.
Das Wichtigste in Kürze
- Exoskelette werden in der Intralogistik vor allem eingesetzt, um Beschäftigte beim Heben, Tragen und bei Überkopfarbeiten zu entlasten.
- Passive Exoskelette ohne Motorik dominieren aktuell den Einsatz in Lager- und Kommissionierumgebungen, da sie leichter und wartungsärmer sind als aktive Systeme.
- Die Akzeptanz durch Beschäftigte ist ein zentraler Erfolgsfaktor, ohne ausreichende Eingewöhnung und Mitbestimmung sinkt die Tragequote deutlich.
- Die arbeitsrechtliche und normative Einordnung von Exoskeletten ist noch nicht abschließend geregelt und sollte im Einzelfall geprüft werden.
Was ist ein Exoskelett?
Ein Exoskelett ist eine am Körper befestigte Konstruktion aus Rahmen, Gelenken und Unterstützungselementen, die Kräfte aufnimmt oder weiterleitet und damit die muskuläre Belastung des Trägers verringert. Der Begriff stammt aus der Biologie, wo er die starre Außenhülle von Gliedertieren bezeichnet. In der Arbeitswelt meint er tragbare Unterstützungssysteme für den menschlichen Bewegungsapparat. Exoskelette richten sich an Beschäftigte, die repetitive oder körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten ausführen: Kommissionierkräfte, Verpacker, Mitarbeitende in der Warenvereinnahmung oder im Versandbereich.
Passive und aktive Systeme im Vergleich
In der Logistikpraxis werden vor allem zwei Bauformen unterschieden:
- Passive Exoskelette nutzen Federn, Elastomere oder Gasdruckfedern, um Kräfte zu speichern und abzugeben. Sie benötigen keinen Akku und keine Steuerungselektronik, sind leichter, wartungsärmer und günstiger. Typische Anwendungen sind Rückenexoskelette beim Bücken und Heben sowie Schulter- und Armunterstützungen für Überkopfarbeiten.
- Aktive Exoskelette verfügen über Motoren, Aktuatoren und Sensoren sowie eine Steuereinheit. Sie können die Unterstützungskraft dynamisch anpassen, sind aber schwerer, teurer und abhängig von Ladezyklen. In der Intralogistik sind sie bislang seltener im Einsatz; ihr Schwerpunkt liegt eher in der Rehabilitation und in industriellen Schwerlastszenarien.
Für typische Lager- und Kommissionierumgebungen dominieren derzeit passive Rücken- und Schulterexoskelette den Markt, wobei das Angebot schnell wächst und die Grenzen zwischen den Kategorien fließend werden.
Worauf es bei der Einführung ankommt
Ob ein Exoskelett in der Praxis Nutzen stiftet, hängt stark von der Passung zwischen Gerät, Tätigkeit und Person ab. Folgende Aspekte sind bei der Auswahl und Einführung relevant:
- Tätigkeitsanalyse: Nicht jede Tätigkeit profitiert gleichermaßen. Repetitives Heben aus der Hocke, Überkopfmontage oder langes Stehen sind typisch geeignete Szenarien; sehr dynamische oder enge Umgebungen können die Eignung einschränken.
- Akzeptanz und Schulung: Exoskelette werden von Beschäftigten nur dann dauerhaft getragen, wenn sie als Entlastung und nicht als Behinderung wahrgenommen werden. Eingewöhnungsphasen, Mitbestimmung und regelmäßiges Feedback sind entscheidend.
- Hygiene und Anpassung: In Bereichen mit wechselnden Nutzern, etwa im Mehrschichtbetrieb, stellen Reinigung, Größenanpassung und Schweißabsorption praktische Anforderungen, die das System erfüllen muss.
- Arbeitsschutz und Normung: Die rechtliche Einordnung von Exoskeletten als Arbeitsmittel oder persönliche Schutzausrüstung ist anbieter- und systemabhängig und sollte im Einzelfall geprüft werden. Eine einheitliche europäische Norm für Exoskelette am Arbeitsplatz befindet sich noch in der Entwicklung.
- Total Cost of Ownership: Neben Anschaffungskosten pro Gerät sind Schulungsaufwand, Wartungsintervalle, Ersatzteilverfügbarkeit und mögliche Ausfallzeiten zu kalkulieren.
Verwandte Begriffe
- AGV
AGV (Automated Guided Vehicle) bezeichnet fahrerlose Transportfahrzeuge, die Waren in Lager und Produktion automatisch befördern. Sie folgen dabei vordefinierten oder sensorgesteuerten Fahrwegen ohne menschlichen Fahrer.
- AMR
AMR (Autonomous Mobile Robot) ist ein fahrerloser, selbstnavigierender Transportroboter, der Waren im Lager ohne fest verlegte Infrastruktur bewegt. Er orientiert sich eigenständig anhand von Sensoren und digitalen Karten und weicht Hindernissen dynamisch aus.
- Aktuator
Ein Aktuator ist ein technisches Bauteil, das elektrische, pneumatische oder hydraulische Steuersignale in mechanische Bewegung oder Kraft umwandelt. In der Intralogistik steuern Aktuatoren Förderbänder, Weichen, Greifer und Hubelemente in automatisierten Anlagen.
- Akustische Kommissionierung
Akustische Kommissionierung bezeichnet ein belegloses Kommissionierverfahren, bei dem Lagermitarbeiter Pickanweisungen per Sprache empfangen und Bestätigungen ebenfalls sprachgesteuert zurückmelden. Beide Hände bleiben dabei frei für den eigentlichen Pick-Vorgang.
- Augmented Reality
Augmented Reality (AR) überlagert die reale Umgebung in Echtzeit mit digitalen Informationen wie Text, Grafiken oder 3D-Modellen. In der Intralogistik unterstützt AR vor allem die Kommissionierung, Wartung und Einarbeitung neuer Mitarbeitender.
- Automatisierung
Automatisierung bezeichnet den Einsatz von Technologien und Systemen, um Prozesse ganz oder teilweise ohne menschliches Eingreifen auszuführen. In der Intralogistik reicht das Spektrum von einfachen Förderanlagen bis zu vollautomatischen Hochregallagern mit autonomen Fahrzeugen.
- Beleglose Kommissionierung
Beleglose Kommissionierung bezeichnet das Zusammenstellen von Aufträgen im Lager ohne Papier-Picklisten, bei der alle Anweisungen digital über Terminals, Displays, Sprache oder optische Signale übermittelt werden.

