even
← Zum Glossar

Fachbodenregal

Auch: Fachbodenregale, Steckregal, Steckregale, Schwerlastregal, Büroregal, Lagerregal, Kleinteileregal, Regalanlage Fachboden

KI-generiert

Kurz erklärt

Ein Fachbodenregal ist ein modulares Regalsystem aus Rahmen und horizontalen Fachböden, das für die manuelle Lagerung und Kommissionierung von Kartons, Behältern und Kleinteilen eingesetzt wird. Es zeichnet sich durch flexible Konfigurierbarkeit und einfache Erweiterbarkeit aus.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist ein Fachbodenregal?

Ein Fachbodenregal besteht aus vertikalen Rahmenstehern und horizontal eingelegten oder eingehängten Böden, die zusammen ein offenes Regalsystem bilden. Anders als Palettenregale sind Fachbodenregale auf den direkten manuellen Zugriff ausgelegt: Mitarbeitende greifen ohne Hilfsmittel auf die gelagerten Artikel zu. Das macht diese Regalform zur Standardlösung in Kommissionierbereichen, Kleinteilelägern und Werkstattumgebungen. Die Böden bestehen je nach Anforderung aus Stahlblech, Gitter oder Holzwerkstoff und lassen sich in der Höhe stufenweise verstellen.

Aufbau und technische Parameter

Beim Kauf und bei der Planung eines Fachbodenregals sind drei Lastkennwerte entscheidend:

  • Fachlast: maximale Belastung eines einzelnen Bodens, typischerweise in Kilogramm angegeben.
  • Feldlast: Gesamtlast pro Regalfeld über alle Böden eines Feldes.
  • Stützenlast: maximale Last, die ein einzelner Rahmen tragen darf.

Diese Werte müssen auf das geplante Lagergut abgestimmt sein. Neben den Lastwerten beeinflussen Fachhöhe, Fachtiefe und Feldbreite, ob Standardbehälter, Kartons oder Sonderformate optimal gelagert werden können. Viele Systeme sind modular aufgebaut, sodass Felder bei veränderten Anforderungen angebaut oder Böden umgesteckt werden können.

Einsatz in der Praxis

In der Lagerplanung wird das Fachbodenregal häufig für C-Artikel, Ersatzteile und langsam drehende Artikel eingesetzt, die eine geringe Umschlagshäufigkeit aufweisen und platzsparend in Behältern gelagert werden. Im Kommissionierbereich ermöglicht es direkten Griff- oder Sichtzugriff, was kurze Greifzeiten begünstigt. Gängig ist die Kombination mit Etiketten- oder Fachschildträgern für die Artikelkennzeichnung sowie mit Behältern nach Norm, etwa Euronormbehälter.

Bei der Slotting-Planung, also der Zuweisung von Artikeln zu Lagerplätzen, spielt die Zugriffshäufigkeit eine zentrale Rolle. Häufig benötigte Artikel werden ergonomisch günstig in der sogenannten Griffzone zwischen Hüft- und Schulterhöhe platziert. Schwere oder selten gegriffene Artikel kommen in untere oder obere Fächer.

Worauf es bei der Auswahl ankommt

Wer Fachbodenregale beschafft, sollte neben Traglast und Geometrie auch folgende Aspekte prüfen:

  • Arbeitssicherheit: In Deutschland gelten Anforderungen zur regelmäßigen Regalprüfung. Relevante Hinweise finden sich in DGUV-Informationen und in der DIN EN 15635, die Nutzung und Inspektion von Regalen regelt.
  • Erweiterbarkeit: Kompatibilität innerhalb einer Regalserie ist nicht herstellerübergreifend garantiert, das sollte vor dem Erstkauf geklärt werden.
  • Oberflächenschutz: Für Lebensmittel-, Pharma- oder Reinraumumgebungen gelten andere Beschichtungsanforderungen als im Standardlager.
  • Kennzeichnung: Integrierte Etikettenhalter oder Fachschildschienen erleichtern die Artikelkennzeichnung und reduzieren Kommissionierfehler.

Als Alternative zum manuellen Fachbodenregal kommen für höhere Umschlagsmengen oder beengte Grundflächen automatisierte Systeme wie das Automatische Kleinteilelager (AKL) oder Tablarlager in Betracht, die eine höhere Lagerdichte und Pick-Leistung ermöglichen, jedoch deutlich höhere Investitionskosten verursachen.

Häufige Fragen

Die Fachlast beschreibt die maximale Belastung eines einzelnen Bodens. Die Feldlast ist die Summe aller Lasten innerhalb eines Regalfeldes, also über alle Böden eines Feldes hinweg. Beide Werte müssen beim Lagergut-Mix berücksichtigt werden, damit das Regal nicht überlastet wird.

Verwandte Begriffe

Passende Kategorien