Fachbodenregal
Auch: Fachbodenregale, Steckregal, Steckregale, Schwerlastregal, Büroregal, Lagerregal, Kleinteileregal, Regalanlage Fachboden
KI-generiert
Ein Fachbodenregal ist ein modulares Regalsystem aus Rahmen und horizontalen Fachböden, das für die manuelle Lagerung und Kommissionierung von Kartons, Behältern und Kleinteilen eingesetzt wird. Es zeichnet sich durch flexible Konfigurierbarkeit und einfache Erweiterbarkeit aus.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Fachbodenregal besteht aus höhenverstellbaren Böden in einem Rahmengestell und ist für den manuellen Direktzugriff auf Kleinteile, Kartons und Behälter ausgelegt.
- Die maßgeblichen Lastkennwerte sind Fachlast, Feldlast und Stützenlast, sie müssen vor der Beschaffung mit dem tatsächlichen Lagergut abgeglichen werden.
- Fachbodenregale sind modular erweiterbar, aber die Kompatibilität ist in der Regel nur innerhalb einer Hersteller-Regalserie gewährleistet.
- Regelmäßige Sichtprüfungen und dokumentierte Inspektionen sind nach DGUV-Vorgaben und DIN EN 15635 Pflicht.
- Für hohe Umschlagsmengen oder knappe Grundflächen stellen automatisierte Kleinteilelager eine leistungsstärkere, aber investitionsintensivere Alternative dar.
Was ist ein Fachbodenregal?
Ein Fachbodenregal besteht aus vertikalen Rahmenstehern und horizontal eingelegten oder eingehängten Böden, die zusammen ein offenes Regalsystem bilden. Anders als Palettenregale sind Fachbodenregale auf den direkten manuellen Zugriff ausgelegt: Mitarbeitende greifen ohne Hilfsmittel auf die gelagerten Artikel zu. Das macht diese Regalform zur Standardlösung in Kommissionierbereichen, Kleinteilelägern und Werkstattumgebungen. Die Böden bestehen je nach Anforderung aus Stahlblech, Gitter oder Holzwerkstoff und lassen sich in der Höhe stufenweise verstellen.
Aufbau und technische Parameter
Beim Kauf und bei der Planung eines Fachbodenregals sind drei Lastkennwerte entscheidend:
- Fachlast: maximale Belastung eines einzelnen Bodens, typischerweise in Kilogramm angegeben.
- Feldlast: Gesamtlast pro Regalfeld über alle Böden eines Feldes.
- Stützenlast: maximale Last, die ein einzelner Rahmen tragen darf.
Diese Werte müssen auf das geplante Lagergut abgestimmt sein. Neben den Lastwerten beeinflussen Fachhöhe, Fachtiefe und Feldbreite, ob Standardbehälter, Kartons oder Sonderformate optimal gelagert werden können. Viele Systeme sind modular aufgebaut, sodass Felder bei veränderten Anforderungen angebaut oder Böden umgesteckt werden können.
Einsatz in der Praxis
In der Lagerplanung wird das Fachbodenregal häufig für C-Artikel, Ersatzteile und langsam drehende Artikel eingesetzt, die eine geringe Umschlagshäufigkeit aufweisen und platzsparend in Behältern gelagert werden. Im Kommissionierbereich ermöglicht es direkten Griff- oder Sichtzugriff, was kurze Greifzeiten begünstigt. Gängig ist die Kombination mit Etiketten- oder Fachschildträgern für die Artikelkennzeichnung sowie mit Behältern nach Norm, etwa Euronormbehälter.
Bei der Slotting-Planung, also der Zuweisung von Artikeln zu Lagerplätzen, spielt die Zugriffshäufigkeit eine zentrale Rolle. Häufig benötigte Artikel werden ergonomisch günstig in der sogenannten Griffzone zwischen Hüft- und Schulterhöhe platziert. Schwere oder selten gegriffene Artikel kommen in untere oder obere Fächer.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Wer Fachbodenregale beschafft, sollte neben Traglast und Geometrie auch folgende Aspekte prüfen:
- Arbeitssicherheit: In Deutschland gelten Anforderungen zur regelmäßigen Regalprüfung. Relevante Hinweise finden sich in DGUV-Informationen und in der DIN EN 15635, die Nutzung und Inspektion von Regalen regelt.
- Erweiterbarkeit: Kompatibilität innerhalb einer Regalserie ist nicht herstellerübergreifend garantiert, das sollte vor dem Erstkauf geklärt werden.
- Oberflächenschutz: Für Lebensmittel-, Pharma- oder Reinraumumgebungen gelten andere Beschichtungsanforderungen als im Standardlager.
- Kennzeichnung: Integrierte Etikettenhalter oder Fachschildschienen erleichtern die Artikelkennzeichnung und reduzieren Kommissionierfehler.
Als Alternative zum manuellen Fachbodenregal kommen für höhere Umschlagsmengen oder beengte Grundflächen automatisierte Systeme wie das Automatische Kleinteilelager (AKL) oder Tablarlager in Betracht, die eine höhere Lagerdichte und Pick-Leistung ermöglichen, jedoch deutlich höhere Investitionskosten verursachen.
Verwandte Begriffe
- ABC-Analyse
Die ABC-Analyse ist eine Methode zur Klassifizierung von Artikeln, Lieferanten oder Prozessen in drei Prioritätsklassen (A, B, C) nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung. Sie bildet die Grundlage für differenzierte Entscheidungen in Lagerhaltung, Disposition und Einkauf.
- AKL
Ein Automatisches Kleinteilelager (AKL) ist ein vollmechanisiertes Lagersystem für Behälter, Tablare oder Kartons, das mithilfe von Regalbediengeräten oder Shuttles den Ware-zum-Mann-Prozess automatisiert.
- Artikelstammdaten
Artikelstammdaten sind die dauerhaft gültigen Basisdaten eines Artikels, etwa Maße, Gewicht, Verpackungseinheiten, Gefahrguteinstufung und MHD-Relevanz. Sie bilden die Grundlage für alle logistischen, einkäuferischen und systemseitigen Prozesse entlang der Lieferkette.
- Automatisches Kleinteilelager (AKL)
Das Automatische Kleinteilelager (AKL) ist ein vollautomatisiertes Lagersystem für Behälter, Tablare und Kleinteile, bei dem Ein- und Auslagerung ohne manuellen Eingriff durch Regalbediengeräte oder Shuttle-Systeme erfolgen.
- Batch-Kommissionierung
Batch-Kommissionierung bezeichnet eine Methode, bei der mehrere Kundenaufträge zu einem gemeinsamen Picklauf zusammengefasst werden. Dadurch legt der Kommissionierer eine Route ab und deckt dabei Positionen aus verschiedenen Aufträgen gleichzeitig ab.
- Beleglose Kommissionierung
Beleglose Kommissionierung bezeichnet das Zusammenstellen von Aufträgen im Lager ohne Papier-Picklisten, bei der alle Anweisungen digital über Terminals, Displays, Sprache oder optische Signale übermittelt werden.
- Bestandsführung
Bestandsführung bezeichnet die systemgestützte Verwaltung und Fortschreibung aller Lager- und Materialbestände in einem Unternehmen. Sie bildet die Grundlage für Disposition, Beschaffung und Abrechnung und stellt sicher, dass Buchbestand und physischer Bestand jederzeit übereinstimmen.
- Blocklager
Ein Blocklager ist eine Lagerform, bei der Ladeeinheiten, in der Regel Paletten, ohne Regalkonstruktion direkt auf dem Boden in Reihen und Blöcken gestapelt werden.
- Bodenlagerung
Bodenlagerung bezeichnet die Lagerung von Waren direkt auf dem Boden, ohne den Einsatz von Regalanlagen. Paletten, Stapel oder markierte Stellflächen dienen dabei als Grundstruktur der Flächenorganisation.
- Chaotische Lagerhaltung
Chaotische Lagerhaltung ist ein Lagerprinzip, bei dem Artikel nicht auf feste, vorher zugewiesene Stellplätze eingelagert werden, sondern dynamisch auf jeden freien, geeigneten Platz im Lager. Ein Warehouse-Management-System übernimmt dabei die Steuerung und Nachverfolgung aller Lagerplätze.

