HRL
Auch: Hochregallager, Hochregal-Lager, HRL, Hochregallager (HRL), Hochregale
KI-generiert
Ein Hochregallager (HRL) ist eine automatisierte oder manuell bediente Lageranlage mit Regalhöhen von in der Regel über zwölf Metern, die hohe Lagerkapazität auf kleiner Grundfläche ermöglicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Hochregallager (HRL) nutzt Regalhöhen von typischerweise über zwölf Metern, um auf kleiner Grundfläche maximale Palettenkapazität zu schaffen.
- Im automatisierten HRL übernehmen Regalbediengeräte die Ein- und Auslagerung und werden von einem Lagerverwaltungssystem gesteuert.
- Brandschutzanforderungen und Verfügbarkeitskonzepte sind bereits in der frühen Planungsphase verbindlich zu klären.
- Der hohe Kapitaleinsatz für ein HRL rechnet sich vor allem dann, wenn Grundstücks- und Personalkosten hoch und die Durchsatzanforderungen konstant sind.
- Die Entscheidung zwischen Silo- und Hallenbauweise beeinflusst maßgeblich Flexibilität, Kosten und spätere Erweiterbarkeit der Anlage.
Was ist ein Hochregallager?
Ein Hochregallager (HRL) ist eine Lageranlage, deren Regalanlagen eine Höhe von typischerweise zwölf bis über vierzig Metern erreichen. Durch die vertikale Nutzung des verfügbaren Raums lässt sich auf vergleichsweise kleiner Grundfläche eine sehr hohe Lagerkapazität realisieren. HRL werden überwiegend für Europaletten oder Industriepaletten genutzt, können aber je nach Konstruktion auch für Behälter oder Sonderladungsträger ausgelegt sein. Die Anlage kann als freistehendes Gebäude gebaut werden, in dem die Regale gleichzeitig die tragende Struktur der Außenwände bilden, man spricht dann von einem Silobauwerk. Alternativ wird das Regal in ein bestehendes Gebäude integriert.
Wie funktioniert ein HRL in der Praxis?
Im automatisierten HRL übernehmen Regalbediengeräte (RBG) die Ein- und Auslagerung. Jedes RBG bewegt sich auf einer Schiene im Regalgang und kann sowohl horizontal als auch vertikal verfahren, um eine Palette exakt an den vorgesehenen Stellplatz zu bringen oder abzuholen. Die Steuerung erfolgt über ein Lagerverwaltungssystem (LMS/WMS), das jeden Stellplatz verwaltet, Einlagerungs- und Auslagerungsaufträge priorisiert und die Auslastung der Gänge koordiniert.
Manuell bediente Hochregallager existieren ebenfalls, erfordern dann aber zugelassene Hochregalstapler mit entsprechenden Sicherheitseinrichtungen. Diese Variante ist in der Praxis seltener und wird meistens bei geringeren Durchsatzanforderungen oder in Bestandsgebäuden mit begrenzter Deckenhöhe eingesetzt.
Die Schnittstellen zum HRL sind entscheidend für die Gesamtleistung: Fördertechnik an den Übergabepunkten, Identifikation über Barcode oder RFID sowie die Integration in übergeordnete ERP- und WMS-Systeme bestimmen, wie schnell Paletten ein- und ausgelagert werden können.
Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Bei der Planung und Beschaffung eines HRL gibt es mehrere Faktoren, die du sorgfältig abwägen solltest:
- Durchsatz vs. Kapazität: Anzahl der Ein- und Auslagerungen pro Stunde und die Gesamtzahl der Stellplätze sind die wichtigsten Kennzahlen, beide müssen auf das operative Bedarfsprofil abgestimmt sein.
- Verfügbarkeit und Redundanz: Im vollautomatisierten Betrieb hängt die gesamte Versorgungskette vom HRL ab. Redundante Regalbediengeräte oder alternative Zugangswege sind daher ein relevantes Auswahlkriterium.
- Brandschutz: Für HRL gelten besondere Brandschutzanforderungen, da die Höhe und Dichte der Lagerung spezielle Löschanlagen und Fluchtwegekonzepte erfordern. Die konkrete Anforderung ist standort- und länderspezifisch und sollte frühzeitig mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden.
- Investitions- und Betriebskosten: Ein HRL erfordert einen hohen initialen Kapitaleinsatz (CapEx), kann aber durch geringeren Flächenbedarf und reduzierten Personalaufwand langfristig wirtschaftlich vorteilhaft sein. Der Business Case hängt stark von Grundstückspreisen, Personalkostenniveau und Durchsatz ab.
- Erweiterbarkeit: Weil Silobauweisen kaum erweiterbar sind, sollte die Kapazitätsplanung einen ausreichenden Puffer für zukünftiges Wachstum enthalten.
Verwandte Begriffe
- AKL
Ein Automatisches Kleinteilelager (AKL) ist ein vollmechanisiertes Lagersystem für Behälter, Tablare oder Kartons, das mithilfe von Regalbediengeräten oder Shuttles den Ware-zum-Mann-Prozess automatisiert.
- Auslagerung
Auslagerung bezeichnet den physischen Vorgang, bei dem Waren oder Ladeeinheiten aus einem Lagerbereich entnommen und einem nachgelagerten Prozess, etwa der Kommissionierung oder dem Versand, zugeführt werden.
- AutoStore
AutoStore ist ein kubisches Automatiklager, bei dem fahrerlose Roboter auf einem Aluminium-Grid Kunststoffbehälter stapeln und auf Abruf zu Kommissionierports bringen. Das System gilt als eines der flächeneffizientesten automatischen Kleinteilelager für standardisierte Behälterware.
- Automatiklager
Ein Automatiklager ist ein voll- oder teilautomatisiertes Lagersystem, bei dem Ein- und Auslagerung, Transport und Verwaltung von Lagereinheiten ohne manuellen Eingriff durch Fördertechnik, Regalbediengeräte und eine übergeordnete Steuerungssoftware ablaufen.
- Automatisches Kleinteilelager (AKL)
Das Automatische Kleinteilelager (AKL) ist ein vollautomatisiertes Lagersystem für Behälter, Tablare und Kleinteile, bei dem Ein- und Auslagerung ohne manuellen Eingriff durch Regalbediengeräte oder Shuttle-Systeme erfolgen.
- Automatisierung
Automatisierung bezeichnet den Einsatz von Technologien und Systemen, um Prozesse ganz oder teilweise ohne menschliches Eingreifen auszuführen. In der Intralogistik reicht das Spektrum von einfachen Förderanlagen bis zu vollautomatischen Hochregallagern mit autonomen Fahrzeugen.
- Bestandsführung
Bestandsführung bezeichnet die systemgestützte Verwaltung und Fortschreibung aller Lager- und Materialbestände in einem Unternehmen. Sie bildet die Grundlage für Disposition, Beschaffung und Abrechnung und stellt sicher, dass Buchbestand und physischer Bestand jederzeit übereinstimmen.
- Blocklager
Ein Blocklager ist eine Lagerform, bei der Ladeeinheiten, in der Regel Paletten, ohne Regalkonstruktion direkt auf dem Boden in Reihen und Blöcken gestapelt werden.
- Business Case Automatisierung
Der Business Case Automatisierung bewertet wirtschaftlich und operativ, ob eine Investition in Lager- oder Intralogistikautomatisierung gerechtfertigt ist. Er fasst Kosten, Nutzen, Risiken und Annahmen strukturiert zusammen und bildet die Entscheidungsgrundlage für Management-Freigaben.
- CapEx
CapEx (Capital Expenditures) bezeichnet Investitionsausgaben für langfristige Vermögenswerte wie Anlagen, Maschinen oder IT-Infrastruktur. Diese Ausgaben werden aktiviert und über die Nutzungsdauer abgeschrieben, statt sofort als Aufwand verbucht zu werden.
- Chaotische Lagerhaltung
Chaotische Lagerhaltung ist ein Lagerprinzip, bei dem Artikel nicht auf feste, vorher zugewiesene Stellplätze eingelagert werden, sondern dynamisch auf jeden freien, geeigneten Platz im Lager. Ein Warehouse-Management-System übernimmt dabei die Steuerung und Nachverfolgung aller Lagerplätze.

