KLT
Auch: Kleinladungsträger, KLTs, VDA-KLT, Umlaufbehälter KLT, Kunststoff-Kleinladungsträger
KI-generiert
KLT (Kleinladungsträger) ist ein stapelbarer Kunststoffbehälter nach VDA-Standard, der für den automatisierten Materialfluss und geschlossene Behälterkreisläufe in der Industrie- und Automobilversorgung ausgelegt ist.
Das Wichtigste in Kürze
- KLT sind Kleinladungsträger mit genormten Außenmaßen nach VDA-Standard, die den Einsatz in automatisierten Förder- und Lagersystemen ermöglichen.
- Die Standardmaße bauen auf dem europäischen Palettenraster auf, sodass verschiedene KLT-Typen lückenlos kombiniert werden können.
- KLT werden häufig in geschlossenen Behälterkreisläufen betrieben, was Schwundmanagement, Reinigung und Kennzeichnung als feste Betriebsaufgaben mit sich bringt.
- Für die automatische Identifikation kommen Barcode-Etiketten oder in den Behälter integrierte RFID-Transponder zum Einsatz.
Was ist ein KLT?
KLT steht für Kleinladungsträger und bezeichnet einen Kunststoffbehälter, dessen Außenmaße und Stapelkonturen nach dem VDA-Standard (Verband der Automobilindustrie) genormt sind. Die Standardisierung bezieht sich auf ein Rastermaß, das auf der europäischen Palette aufbaut, sodass verschiedene KLT-Typen lückenlos kombiniert werden können. Gängige Grundmaße sind 300 × 200 mm, 400 × 300 mm und 600 × 400 mm bei unterschiedlichen Höhen. Durch diese Normierung ist sichergestellt, dass Behälter unterschiedlicher Hersteller miteinander kompatibel sind, sofern beide den VDA-Standard einhalten. In der Praxis weichen Eigenentwicklungen einzelner Hersteller oder Betreiber jedoch mitunter vom Standard ab, was die Austauschbarkeit einschränkt.
Einsatz in der Praxis
KLT werden überall dort eingesetzt, wo Teile in standardisierten Mengen und Gewichten durch eine Lieferkette oder ein Werk fließen. Typische Anwendungen sind die Teileversorgung in der Automobilproduktion, die Kommissionierung im Lager sowie der Lieferantenkreislauf zwischen Zulieferern und Werk. Die stapelbaren Behälter lassen sich auf Rollenbahnen, Kettenförderer und automatische Kleinteilelager (AKL) abstimmen, weil ihre Außenmaße präzise toleriert sind. Für die automatisierte Entnahme durch Roboter oder Greifsysteme sind glatte Innenböden und definierte Griffmulden hilfreich. Mit Deckeln, Einlegeteilen oder Schaumstoffinlays lassen sich empfindliche Bauteile sichern. Für die Identifikation werden KLT entweder mit Barcodeetiketten ausgestattet oder mit RFID-Transpondern versehen, die in den Behälterkörper integriert oder aufgeklebt werden.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Bei der Auswahl eines KLT-Typs spielen mehrere Faktoren zusammen:
- Teilegeometrie und Gewicht: Das Behältervolumen und die zulässige Zuladung müssen zum Teilespektrum passen. Überlastung beschädigt die Stapelkonturen.
- Automatisierungskompatibilität: Förder- und Lagersysteme sind oft auf bestimmte KLT-Typen ausgelegt. Vor einer Erweiterung sollte geprüft werden, ob bestehende Anlage und geplanter Behälter kompatibel sind.
- Kreislaufmodell: Eigenpool oder Pooling-Dienstleister: Beide Modelle haben unterschiedliche Anforderungen an Kennzeichnung, Reinigung und Schwundmanagement.
- Kennzeichnung: Barcodes genügen für manuelle und halbautomatische Prozesse; RFID bietet Vorteile bei hohen Durchsätzen oder wenn Behälter ohne Sichtlinie erfasst werden sollen.
- Reinigungsfähigkeit: Für Lebensmittel oder Reinräume gelten besondere Anforderungen an Material und Oberflächenstruktur.
Die Entscheidung für einen Behältertyp bindet das Unternehmen langfristig, weil Förderanlagen und Regalmaße darauf abgestimmt werden. Eine sorgfältige Anforderungsaufnahme vor der Festlegung ist daher empfehlenswert.
Verwandte Begriffe
- AKL
Ein Automatisches Kleinteilelager (AKL) ist ein vollmechanisiertes Lagersystem für Behälter, Tablare oder Kartons, das mithilfe von Regalbediengeräten oder Shuttles den Ware-zum-Mann-Prozess automatisiert.
- Automatisches Kleinteilelager (AKL)
Das Automatische Kleinteilelager (AKL) ist ein vollautomatisiertes Lagersystem für Behälter, Tablare und Kleinteile, bei dem Ein- und Auslagerung ohne manuellen Eingriff durch Regalbediengeräte oder Shuttle-Systeme erfolgen.
- Barcode
Ein Barcode ist ein maschinenlesbarer, optischer Code, der Informationen als Muster aus Strichen und Lücken oder als zweidimensionale Matrix darstellt. Er ermöglicht die automatische Identifikation von Artikeln, Ladungsträgern und Dokumenten entlang der gesamten Lieferkette.
- Barcodescanner
Ein Barcodescanner ist ein optisches Lesegerät, das gedruckte Strichcodes (Barcodes) erfasst und in maschinenlesbare Daten umwandelt. Er wird in der Intralogistik zur lückenlosen Identifikation von Waren, Ladungsträgern und Lagerplätzen eingesetzt.
- Beleglose Kommissionierung
Beleglose Kommissionierung bezeichnet das Zusammenstellen von Aufträgen im Lager ohne Papier-Picklisten, bei der alle Anweisungen digital über Terminals, Displays, Sprache oder optische Signale übermittelt werden.
- Bestandsführung
Bestandsführung bezeichnet die systemgestützte Verwaltung und Fortschreibung aller Lager- und Materialbestände in einem Unternehmen. Sie bildet die Grundlage für Disposition, Beschaffung und Abrechnung und stellt sicher, dass Buchbestand und physischer Bestand jederzeit übereinstimmen.
- Bestandsmanagement
Bestandsmanagement bezeichnet die systematische Planung, Steuerung und Kontrolle von Lagerbeständen entlang der gesamten Lieferkette. Ziel ist es, Lieferfähigkeit zu sichern und gleichzeitig Kapitalbindung sowie Lagerkosten auf ein wirtschaftlich sinnvolles Maß zu begrenzen.
- Chaotische Lagerhaltung
Chaotische Lagerhaltung ist ein Lagerprinzip, bei dem Artikel nicht auf feste, vorher zugewiesene Stellplätze eingelagert werden, sondern dynamisch auf jeden freien, geeigneten Platz im Lager. Ein Warehouse-Management-System übernimmt dabei die Steuerung und Nachverfolgung aller Lagerplätze.
- Charge
Eine Charge ist eine eindeutig identifizierbare Menge von Produkten, die unter gleichen Bedingungen hergestellt oder verarbeitet wurde. Sie bildet die Grundlage für Rückverfolgbarkeit, Qualitätssteuerung und gesetzlich geforderte Rückrufprozesse entlang der gesamten Lieferkette.
- DESADV
DESADV (Dispatch Advice) ist eine standardisierte EDI-Nachricht im EDIFACT-Format, die eine bevorstehende Lieferung elektronisch ankündigt. Sie übermittelt strukturierte Informationen zu Packstücken, Artikeln, Mengen und Identifikatoren wie dem SSCC an den Warenempfänger.

