Lagerauszeichnung
Auch: Lagerkennzeichnung, Lagerplatzkennzeichnung, Regalauszeichnung, Lagerplatzauszeichnung, Warehouse-Kennzeichnung, Lagerbeschriftung
KI-generiert
Lagerauszeichnung bezeichnet die systematische Kennzeichnung aller relevanten Bereiche eines Lagers, von einzelnen Lagerplätzen und Regalen über Zonen bis hin zu Verkehrswegen.
Das Wichtigste in Kürze
- Lagerauszeichnung kennzeichnet Lagerplätze, Zonen, Regale und Wege so, dass Mensch und Maschine Orte eindeutig identifizieren können.
- Die Kennzeichnungslogik muss zur Lagerplatzstruktur im WMS übereinstimmen, Abweichungen führen direkt zu Kommissionierfehlern.
- Materialwahl und Druckverfahren hängen vom Lagerumfeld ab; pauschale Standardlösungen sind oft nicht geeignet.
- Bodenmarkierungen und Zonenbeschilderungen ergänzen die Punktkennzeichnung um eine visuelle Führung für Mitarbeitende und Fahrzeuge.
- Sicherheitskennzeichnungen im Lager unterliegen gesetzlichen Vorgaben und sind konzeptionell von der logistischen Auszeichnung zu trennen.
Was ist Lagerauszeichnung?
Lagerauszeichnung umfasst alle physischen und digitalen Kennzeichnungselemente, die im Lager angebracht werden, um Orte, Bereiche und Bewegungspfade eindeutig identifizierbar zu machen. Dazu gehören Lagerplatzetiketten an Regalfächern und Palettenstellplätzen, Zonenbeschilderungen, Bodenmarkierungen für Verkehrswege und Sicherheitszonen, Regalkennzeichnungen sowie maschinenlesbare Codes wie Barcodes, Data-Matrix-Codes oder RFID-Transponder. Die Auszeichnung ist kein dekoratives Element, sondern ein integraler Bestandteil der Lagerprozesse. Ohne klare Kennzeichnung können Warehouse-Management-Systeme keine zuverlässigen Einlagerungs- und Entnahmeaufträge erzeugen, und Kommissionierfehler nehmen deutlich zu.
Wie funktioniert Lagerauszeichnung in der Praxis?
In der Praxis folgt die Auszeichnung der Lagerplatzstruktur, die das WMS vorgibt. Typischerweise wird jeder Lagerplatz nach einem dreidimensionalen Schema kodiert, etwa Gang, Regalzeile, Fach und Ebene. Diese Kodierung erscheint sowohl im System als auch physisch am Regal, sodass Mitarbeitende und Scanner dieselbe Information lesen. Für die maschinenlesbare Ebene kommen je nach Prozessanforderung unterschiedliche Trägermedien zum Einsatz: Barcode-Etiketten eignen sich für einfache Scan-Workflows, Data-Matrix-Codes speichern mehr Information auf kleiner Fläche, RFID ermöglicht berührungslose Erfassung ohne Sichtlinie. Bodenmarkierungen und Zonenbeschilderungen ergänzen die Punktkennzeichnung um eine visuelle Führung, die insbesondere für neue Mitarbeitende und in der Einarbeitungsphase relevant ist. In sicherheitskritischen Bereichen, etwa an Hochregalanlagen oder Kreuzungspunkten für Flurförderzeuge, überschneidet sich die Lagerauszeichnung mit der Arbeitssicherheitskennzeichnung gemäß den jeweils geltenden Vorschriften.
Bei der Umsetzung sind Materialeigenschaften entscheidend: In Kühllagern, Reinräumen oder Bereichen mit chemischer Belastung müssen Etiketten und Schilder diesen Bedingungen dauerhaft standhalten. Druckverfahren, Klebetechnik und Trägerwerkstoffe sind entsprechend auszuwählen. Anbieter und Ausführungen variieren stark; welche Kombination sinnvoll ist, hängt vom konkreten Lagerumfeld ab.
Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Beim Aufbau oder der Überarbeitung einer Lagerauszeichnung solltest du folgende Aspekte systematisch klären:
- Lagerplatzstruktur: Die Kennzeichnungslogik muss zur WMS-Konfiguration passen. Nachträgliche Änderungen sind aufwendig und fehleranfällig.
- Scanbarkeit: Größe, Kontrast und Anbringungsort der maschinenlesbaren Codes müssen zum eingesetzten Scanner-Typ und zur Leseentfernung passen.
- Materialbeständigkeit: Temperatur, Feuchtigkeit, UV-Belastung und mechanische Beanspruchung bestimmen die Wahl des Etikettenmaterials.
- Änderungsmanagement: Layoutänderungen und Erweiterungen erfordern ein Konzept für die Aktualisierung der Auszeichnung, inklusive Verantwortlichkeiten und Nachdruckprozess.
- Normkonformität: Sicherheitskennzeichnungen unterliegen gesetzlichen Vorgaben; diese sind von der rein logistischen Auszeichnung zu trennen und getrennt zu pflegen.
In der Praxis ist die Lagerauszeichnung ein Thema, das Lagerplanung, IT und Einkauf gemeinsam verantworten sollten, da technische, systemische und beschaffungsseitige Anforderungen eng miteinander verknüpft sind.
Verwandte Begriffe
- AKL
Ein Automatisches Kleinteilelager (AKL) ist ein vollmechanisiertes Lagersystem für Behälter, Tablare oder Kartons, das mithilfe von Regalbediengeräten oder Shuttles den Ware-zum-Mann-Prozess automatisiert.
- Akustische Kommissionierung
Akustische Kommissionierung bezeichnet ein belegloses Kommissionierverfahren, bei dem Lagermitarbeiter Pickanweisungen per Sprache empfangen und Bestätigungen ebenfalls sprachgesteuert zurückmelden. Beide Hände bleiben dabei frei für den eigentlichen Pick-Vorgang.
- Barcode
Ein Barcode ist ein maschinenlesbarer, optischer Code, der Informationen als Muster aus Strichen und Lücken oder als zweidimensionale Matrix darstellt. Er ermöglicht die automatische Identifikation von Artikeln, Ladungsträgern und Dokumenten entlang der gesamten Lieferkette.
- Barcodescanner
Ein Barcodescanner ist ein optisches Lesegerät, das gedruckte Strichcodes (Barcodes) erfasst und in maschinenlesbare Daten umwandelt. Er wird in der Intralogistik zur lückenlosen Identifikation von Waren, Ladungsträgern und Lagerplätzen eingesetzt.
- Beleglose Kommissionierung
Beleglose Kommissionierung bezeichnet das Zusammenstellen von Aufträgen im Lager ohne Papier-Picklisten, bei der alle Anweisungen digital über Terminals, Displays, Sprache oder optische Signale übermittelt werden.
- Bestandsführung
Bestandsführung bezeichnet die systemgestützte Verwaltung und Fortschreibung aller Lager- und Materialbestände in einem Unternehmen. Sie bildet die Grundlage für Disposition, Beschaffung und Abrechnung und stellt sicher, dass Buchbestand und physischer Bestand jederzeit übereinstimmen.
- Blocklager
Ein Blocklager ist eine Lagerform, bei der Ladeeinheiten, in der Regel Paletten, ohne Regalkonstruktion direkt auf dem Boden in Reihen und Blöcken gestapelt werden.
- Bodenlagerung
Bodenlagerung bezeichnet die Lagerung von Waren direkt auf dem Boden, ohne den Einsatz von Regalanlagen. Paletten, Stapel oder markierte Stellflächen dienen dabei als Grundstruktur der Flächenorganisation.
- Chaotische Lagerhaltung
Chaotische Lagerhaltung ist ein Lagerprinzip, bei dem Artikel nicht auf feste, vorher zugewiesene Stellplätze eingelagert werden, sondern dynamisch auf jeden freien, geeigneten Platz im Lager. Ein Warehouse-Management-System übernimmt dabei die Steuerung und Nachverfolgung aller Lagerplätze.
- Data Matrix
Data Matrix ist ein zweidimensionaler Strichcode, der auf sehr kleiner Fläche deutlich mehr Informationen speichert als klassische 1D-Barcodes. Dank integrierter Fehlerkorrektur bleibt er auch bei partieller Beschädigung oder Verschmutzung zuverlässig lesbar.

