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Offener Bestand

Auch: Offene Bestände, Offene Menge, Offene Mengen, Open Stock, Bestand offen

Kurz erklärt

Offener Bestand bezeichnet Mengen, die im System erfasst, aber noch nicht vollständig abgeschlossen sind – etwa weil ein Auftrag, eine Bestellung oder ein Fertigungsvorgang noch läuft. Er grenzt sich vom verfügbaren Bestand ab, der sofort für Entnahmen oder Lieferungen genutzt werden kann.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist offener Bestand?

Offener Bestand umfasst alle Mengen, die in einem Lagerverwaltungs-, ERP- oder Dispositionssystem erfasst sind, deren Prozess aber noch nicht abgeschlossen ist. Das kann eine offene Kundenbestellung sein, die bereits angelegt aber noch nicht kommissioniert wurde, eine Lieferantenbestellung mit ausstehender Wareneingangsbestätigung oder ein Fertigungsauftrag, dessen Output noch nicht eingebucht ist. Der Begriff ist kein fest definierter Standard – seine genaue Bedeutung hängt vom eingesetzten System und der konfigurierten Prozesslogik ab.

Wie funktioniert offener Bestand in der Praxis?

In der Praxis begegnet dir offener Bestand in mehreren Ausprägungen:

  • Offene Bestellungen: Ware wurde beim Lieferanten bestellt, ist aber noch nicht eingegangen. Das System führt diese Menge als erwarteten Zugang und berücksichtigt sie bei der Bedarfsplanung.
  • Offene Aufträge: Kundenaufträge, für die bereits Bestände reserviert oder Kommissionieraufträge erzeugt wurden, die aber noch nicht versendet sind. Diese Mengen sind physisch vorhanden, aber dispositorisch gebunden.
  • Ware in Bearbeitung: Bestände, die sich im Wareneingangsbereich, in der Qualitätsprüfung oder im Transit befinden, sind gebucht, aber noch nicht für den normalen Lagerfluss freigegeben.

Für die Disposition ist die korrekte Interpretation offener Bestände entscheidend: Nur wenn klar ist, welche Mengen wann verfügbar werden, lassen sich Nettobedarf und Lieferfähigkeit verlässlich berechnen. Falsch interpretierte offene Bestände führen zu Doppelbestellungen, Überbeständen oder – umgekehrt – zu Lieferverzögerungen, weil vermeintlich vorhandene Mengen tatsächlich blockiert sind.

Worauf kommt es bei der Auswahl und Konfiguration an?

Wie offener Bestand im System abgebildet wird, ist häufig eine Konfigurationsfrage. Wichtig ist, dass die relevanten Buchungsschritte – Bestellbestätigung, Wareneingang, Qualitätsfreigabe, Kommissionierstart, Versandbestätigung – eindeutig definiert sind und den Bestandsstatus klar steuern. Unklare Statusübergänge führen zu sogenannten Phantombeständen: Mengen, die im System erscheinen, physisch aber nicht verfügbar sind. Ebenfalls zu beachten ist die Unterscheidung zwischen dispositorischem und physischem Bestand – ein offener Bestand kann dispositorisch bereits verplant sein, obwohl er physisch noch nicht eingelagert ist. Teams aus Logistik, Einkauf und IT sollten gemeinsam festlegen, welche Statuskombinationen als „offen

Häufige Fragen

Offener Bestand bezeichnet im Lagerkontext Mengen, die im System geführt werden, aber noch nicht vollständig freigegeben oder abgeschlossen sind. Das können reservierte Kommissioniermengen, Ware im Wareneingang oder noch nicht bestätigte Lieferungen sein.

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