Palettenregal
Auch: Palettenregale, Paletten-Regal, Selektivregal, Selective Pallet Rack, Hochregal, Palettenstellplatz, EUR-Palettenregal
KI-generiert
Ein Palettenregal ist ein Regalsystem zur Lagerung von Paletten, das aus Rahmen und Traversen besteht und mit Flurförderzeugen oder Regalbediengeräten bedient wird. Es ist die verbreitetste Lagereinrichtung für palettengebundene Güter in Industrie und Handel.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Palettenregal ist die am weitesten verbreitete Lagereinrichtung für palettengebundene Güter und ermöglicht in der Basisvariante direkten Zugriff auf jeden einzelnen Lagerplatz.
- Varianten wie doppeltiefes Lager, Durchfahr- oder Durchlaufregale erhöhen die Lagerdichte, schränken jedoch den Direktzugriff oder die Sortimentsflexibilität ein.
- Traglast, Gangbreite und eingesetzte Fördertechnik müssen bei der Planung zwingend aufeinander abgestimmt werden.
- Palettenregale unterliegen gesetzlichen Prüfpflichten und müssen regelmäßig auf Schäden kontrolliert werden.
- Anfahrschutz und Brandschutzanforderungen sind sicherheitsrelevante Planungsbestandteile, die frühzeitig berücksichtigt werden müssen.
Was ist ein Palettenregal?
Ein Palettenregal ist ein modular aufgebautes Regalsystem, das speziell für die Lagerung von Euro-Paletten, Industriepaletten oder anderen genormten Ladungsträgern konzipiert ist. Das System besteht im Kern aus senkrechten Rahmen und waagerechten Traversen, auf denen die Paletten abgestellt werden. Jedes Regalfach nimmt in der Regel eine oder zwei Paletten auf, wobei der Zugriff von der Stirnseite des Ganges aus erfolgt. Da jede Palette direkt anfahrbar ist, gilt das Einzelplatz-Palettenregal als Grundform des selektiven Lagerns mit dem höchsten Zugriffgrad.
Varianten und Funktionsweise in der Praxis
In der Praxis unterscheidest du zwischen mehreren Bauformen, die je nach Anforderung an Lagerdichte, Zugriff und Fördertechnik eingesetzt werden:
- Einfachtief-Palettenregal: Jede Palette ist unmittelbar erreichbar. Geeignet für heterogenes Sortiment und FIFO-Logik.
- Doppeltiefes Palettenregal: Zwei Paletten stehen hintereinander, was die Flächennutzung erhöht, aber einen Tief-Gabelhubwagen oder Schubmaststapler erfordert und den direkten Zugriff auf die hintere Palette einschränkt.
- Durchfahrregal (Drive-in/Drive-through): Der Stapler fährt in den Regalkanal ein. Hohe Lagerdichte, aber nur für homogene, zeitunkritische Bestände geeignet.
- Durchlaufregal: Paletten werden auf einer Seite eingelagert und rollen auf Rollenbahnen zur Entnahmeseite. Unterstützt konsequentes FIFO-Prinzip.
- Verschieberegal (Movirack): Regalblöcke stehen dicht zusammen und werden bei Bedarf auseinander gefahren, um einen Gang zu bilden. Erhöht die Flächennutzung erheblich.
Die Bedienung erfolgt je nach Variante mit Gegengewichtsstaplern, Schubmaststaplern, Schmalgangstaplern oder vollautomatischen Regalbediengeräten in Hochregallagern. Gangbreite, Hubhöhe und Tragfähigkeit der Traverse sind die zentralen Planungsparameter und müssen aufeinander abgestimmt sein.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Bei der Planung und Beschaffung eines Palettenregals solltest du mehrere Faktoren berücksichtigen. Die Traglast je Feldebene und je Regalrahmen muss auf das tatsächliche Palettengewicht ausgelegt und dauerhaft gekennzeichnet sein. Regale unterliegen in Deutschland der DGUV-Vorschrift und müssen regelmäßig auf Beschädigungen geprüft werden, ein Aspekt, der im laufenden Betrieb oft unterschätzt wird.
Brandschutzanforderungen beeinflussen den zulässigen Lagerabstand und die Sprinklerauslegung. Anfahrschutz an Rahmen und Stützen ist in staplerbedienten Gassen nicht optional, sondern sicherheitsrelevant. Die Umbaufähigkeit des Systems, etwa das Anpassen von Traversenhöhen bei verändertem Sortiment, ist anbieterabhängig und sollte vor dem Kauf geprüft werden. Schließlich spielt die Lieferzeit eine Rolle: Engpässe bei Stahl können Projekte erheblich verzögern.
Verwandte Begriffe
- Automatiklager
Ein Automatiklager ist ein voll- oder teilautomatisiertes Lagersystem, bei dem Ein- und Auslagerung, Transport und Verwaltung von Lagereinheiten ohne manuellen Eingriff durch Fördertechnik, Regalbediengeräte und eine übergeordnete Steuerungssoftware ablaufen.
- Automatisches Kleinteilelager (AKL)
Das Automatische Kleinteilelager (AKL) ist ein vollautomatisiertes Lagersystem für Behälter, Tablare und Kleinteile, bei dem Ein- und Auslagerung ohne manuellen Eingriff durch Regalbediengeräte oder Shuttle-Systeme erfolgen.
- Bestandsführung
Bestandsführung bezeichnet die systemgestützte Verwaltung und Fortschreibung aller Lager- und Materialbestände in einem Unternehmen. Sie bildet die Grundlage für Disposition, Beschaffung und Abrechnung und stellt sicher, dass Buchbestand und physischer Bestand jederzeit übereinstimmen.
- Blocklager
Ein Blocklager ist eine Lagerform, bei der Ladeeinheiten, in der Regel Paletten, ohne Regalkonstruktion direkt auf dem Boden in Reihen und Blöcken gestapelt werden.
- Bodenlagerung
Bodenlagerung bezeichnet die Lagerung von Waren direkt auf dem Boden, ohne den Einsatz von Regalanlagen. Paletten, Stapel oder markierte Stellflächen dienen dabei als Grundstruktur der Flächenorganisation.
- Business Case Automatisierung
Der Business Case Automatisierung bewertet wirtschaftlich und operativ, ob eine Investition in Lager- oder Intralogistikautomatisierung gerechtfertigt ist. Er fasst Kosten, Nutzen, Risiken und Annahmen strukturiert zusammen und bildet die Entscheidungsgrundlage für Management-Freigaben.
- Chaotische Lagerhaltung
Chaotische Lagerhaltung ist ein Lagerprinzip, bei dem Artikel nicht auf feste, vorher zugewiesene Stellplätze eingelagert werden, sondern dynamisch auf jeden freien, geeigneten Platz im Lager. Ein Warehouse-Management-System übernimmt dabei die Steuerung und Nachverfolgung aller Lagerplätze.
- Dimensionierung
Dimensionierung bezeichnet die systematische Auslegung von Lagerkapazitäten, Fördertechnik und Logistiksystemen auf Basis von Mengengerüsten, Durchsatzanforderungen und Lastspitzen. Sie bildet die Planungsgrundlage für Investitionsentscheidungen in der Intralogistik.

