SPS
Auch: Speicherprogrammierbare Steuerung, SPS-Steuerung, PLC, Programmable Logic Controller, speicherprogrammierbare Steuerungen
KI-generiert
Eine Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) ist ein industrieller Rechner, der Maschinen und Anlagen in der Intralogistik durch frei programmierbare Logik steuert und überwacht. Sie bildet die unterste Automatisierungsebene und kommuniziert mit Sensoren, Aktuatoren und übergeordneten Leitsystemen.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine SPS verarbeitet Sensorsignale und steuert Aktuatoren in Echtzeit mit deterministischen Zykluszeiten im Millisekunden-Bereich.
- In der Intralogistik bildet die SPS die unterste Automatisierungsebene unterhalb von Materialflussrechner und WMS.
- Sicherheitsfunktionen wie Nothalte werden häufig in einer eigenständigen Safety-SPS nach IEC 62061 oder EN ISO 13849 realisiert.
- Die Frage, wem der SPS-Quellcode gehört, ist vertraglich zu klären und hat direkte Auswirkungen auf Wartungs- und Erweiterungskosten.
Was ist eine SPS?
Eine Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) ist ein gehärteter Industrie-Rechner, der speziell für den Einsatz in Produktions- und Lagerumgebungen entwickelt wurde. Im Gegensatz zu einem PC verarbeitet sie zyklisch Eingangssignale von Sensoren und Tastern und berechnet daraus Ausgangssignale für Aktuatoren wie Motoren, Ventile oder Signalleuchten. Das Steuerungsprogramm liegt im nichtflüchtigen Speicher und bleibt auch nach einem Stromausfall erhalten. SPS-Systeme sind auf hohe Verfügbarkeit, Störfestigkeit und deterministisches Echtzeitverhalten ausgelegt. Diese Eigenschaften sind im Lagerbetrieb rund um die Uhr unverzichtbar.
Wie funktioniert eine SPS in der Intralogistik?
In automatisierten Lagern steuert eine SPS typischerweise einzelne Anlagenabschnitte: Fördertechnikstrecken, Regalbediengeräte, Sorter oder Hubtische. Sie liest kontinuierlich Lichtschranken, Barcodescanner und Gewichtssensoren aus und reagiert innerhalb von Millisekunden auf Zustandsänderungen. Übergeordnete Systeme wie ein Materialflussrechner (MFR) oder ein Warehouse-Management-System geben der SPS Aufträge und empfangen Rückmeldungen über abgeschlossene Aktionen. Die Kommunikation erfolgt heute meist über Feldbusse wie PROFIBUS oder Echtzeit-Ethernet-Protokolle wie PROFINET und EtherNet/IP.
In der Praxis sind folgende Punkte für den Lagerbetrieb relevant:
- Eine SPS übernimmt die Sicherheitsfunktionen für Nothalte und Schutzzäune, oft in einer separaten Sicherheits-SPS (Safety-SPS).
- Störungsmeldungen werden direkt an Bedienpanels oder übergeordnete SCADA-Systeme weitergeleitet. Dies beschleunigt die Diagnose vor Ort.
- Typische Zykluszeiten liegen im einstelligen Millisekundenbereich, was für die meisten fördertechnischen Anwendungen ausreichend ist.
Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Welche SPS-Plattform für eine Anlage geeignet ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und qualifiziertem Servicepersonal spielt langfristig eine mindestens ebenso große Rolle wie der Anschaffungspreis. Anlagen laufen häufig zehn bis zwanzig Jahre, sodass der Hersteller-Support über diesen Zeitraum gesichert sein sollte. Ebenfalls relevant ist die Offenheit der Schnittstellen: Moderne SPS-Plattformen unterstützen OPC-UA als standardisiertes Kommunikationsprotokoll, was die Integration in IT-Systeme erleichtert. Wenn ein Anlagenintegrator die Steuerung projektiert, solltest du im Vertrag festhalten, wem der Quellcode des SPS-Programms gehört. Das ist in der Branche nicht einheitlich geregelt und kann im Servicefall erheblich werden.
Verwandte Begriffe
- AGV
AGV (Automated Guided Vehicle) bezeichnet fahrerlose Transportfahrzeuge, die Waren in Lager und Produktion automatisch befördern. Sie folgen dabei vordefinierten oder sensorgesteuerten Fahrwegen ohne menschlichen Fahrer.
- AMR
AMR (Autonomous Mobile Robot) ist ein fahrerloser, selbstnavigierender Transportroboter, der Waren im Lager ohne fest verlegte Infrastruktur bewegt. Er orientiert sich eigenständig anhand von Sensoren und digitalen Karten und weicht Hindernissen dynamisch aus.
- Abnahmeprozess (FAT/SAT)
Der Abnahmeprozess (FAT/SAT) umfasst zwei aufeinanderfolgende Testphasen, mit denen Intralogistikanlagen vor der Inbetriebnahme auf Vertragskonformität geprüft werden.
- Aktuator
Ein Aktuator ist ein technisches Bauteil, das elektrische, pneumatische oder hydraulische Steuersignale in mechanische Bewegung oder Kraft umwandelt. In der Intralogistik steuern Aktuatoren Förderbänder, Weichen, Greifer und Hubelemente in automatisierten Anlagen.
- Automatiklager
Ein Automatiklager ist ein voll- oder teilautomatisiertes Lagersystem, bei dem Ein- und Auslagerung, Transport und Verwaltung von Lagereinheiten ohne manuellen Eingriff durch Fördertechnik, Regalbediengeräte und eine übergeordnete Steuerungssoftware ablaufen.
- Automations-Panel
Ein Automations-Panel ist ein industrietaugliches Bedienpanel, das als HMI-Schnittstelle zwischen Bedienpersonal und automatisierten Anlagen in der Intralogistik dient. Es ermöglicht die manuelle Steuerung, Überwachung und Parametrierung von Förder-, Lager- und Kommissioniersystemen direkt vor Ort.
- Automatisierung
Automatisierung bezeichnet den Einsatz von Technologien und Systemen, um Prozesse ganz oder teilweise ohne menschliches Eingreifen auszuführen. In der Intralogistik reicht das Spektrum von einfachen Förderanlagen bis zu vollautomatischen Hochregallagern mit autonomen Fahrzeugen.
- BDE-System
Ein BDE-System (Betriebsdatenerfassungssystem) erfasst maschinelle und manuelle Prozessdaten in Echtzeit direkt an der Quelle, etwa an Maschinen, Förderanlagen oder Arbeitsplätzen.
- Bedienerterminals mit Touch
Bedienerterminals mit Touch sind stationäre oder mobile Eingabegeräte, die über einen berührungsempfindlichen Bildschirm die direkte Interaktion mit Lagerverwaltungs- und Steuerungssystemen ermöglichen.

