Zugriffshäufigkeit
Auch: Zugriffsfrequenz, Pickfrequenz, Entnahmehäufigkeit, Zugriffshäufigkeiten, Pick-Häufigkeit
KI-generiert
Zugriffshäufigkeit gibt an, wie oft innerhalb eines definierten Zeitraums auf einen Artikel oder Lagerplatz zugegriffen wird. Sie ist eine zentrale Kennzahl für die Lagerplatzoptimierung und die Planung von Kommissionierzonen.
Das Wichtigste in Kürze
- Zugriffshäufigkeit misst, wie oft ein Artikel oder Lagerplatz innerhalb eines Zeitraums physisch angefahren oder entnommen wird.
- Sie ist die Basis für ABC-Analysen nach Pickfrequenz und für die Optimierung von Lagerplatzzuordnungen (Slotting).
- Im Gegensatz zur Umschlagshäufigkeit ist Zugriffshäufigkeit eine prozessbezogene, keine bestandsbezogene Kennzahl.
- Saisonalität und Datenqualität können die Aussagekraft der Zugriffshäufigkeit erheblich beeinflussen.
Was ist Zugriffshäufigkeit?
Zugriffshäufigkeit beschreibt, wie oft ein Artikel oder ein Lagerplatz in einem festgelegten Zeitraum – zum Beispiel pro Tag, Woche oder Monat – entnommen, kommissioniert oder bewegt wird. Gemessen wird sie typischerweise anhand der Anzahl der Picks, Entnahmen oder Lagerbewegungen, die das Warehouse-Management-System (WMS) aufzeichnet. Im Unterschied zur Umschlagshäufigkeit, die sich auf den Lagerbestand bezieht, ist die Zugriffshäufigkeit eine prozessbezogene Größe: Sie beschreibt nicht, wie viel Ware fließt, sondern wie oft jemand – oder ein automatisiertes System – physisch auf einen Lagerort zugreift.
Wie wird Zugriffshäufigkeit in der Praxis genutzt?
Die wichtigste Anwendung ist die ABC-Analyse nach Zugriffen. Artikel mit hoher Zugriffshäufigkeit (A-Artikel) werden so nah wie möglich am Ausgabepunkt platziert, um Laufwege zu minimieren. Artikel mit niedriger Frequenz (C-Artikel) wandern in entferntere oder weniger ergonomisch günstige Lagerbereiche. Dieses Prinzip nennt sich Slotting oder Warenplatzierungsoptimierung und ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um die Kommissionierleistung ohne technische Investitionen zu steigern.
Darüber hinaus fließt die Zugriffshäufigkeit in folgende Entscheidungen ein:
- Zonenplanung: Hochfrequente Artikel werden einer Schnellpickzone zugeordnet, langsam drehende Artikel einer Langsamläuferzone.
- Re-Slotting: Regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Lagerplatzzuordnung, wenn sich Sortiment oder Saisonalität ändern.
- Wahl der Kommissioniermethode: Bei sehr hoher Zugriffshäufigkeit kann der Einsatz automatisierter Systeme wie Ware-zum-Mann-Lösungen wirtschaftlich sinnvoll sein.
- Bewertung von Automatisierungsvorhaben: Die Frequenzverteilung über alle Artikel beeinflusst, ob und in welchem Umfang Automatisierung einen Business Case ergibt.
Worauf kommt es bei der Erhebung und Nutzung an?
Damit Zugriffshäufigkeiten belastbare Entscheidungsgrundlagen liefern, müssen einige Punkte beachtet werden. Erstens sollte der Betrachtungszeitraum zur Fragestellung passen: Saisonale Schwankungen verzerren eine reine Wochenbetrachtung. Empfehlenswert ist es, mehrere Zeitfenster zu vergleichen. Zweitens ist die Datenqualität entscheidend – fehlerhafte Lagerbuchungen oder nicht gebuchte Entnahmen verfälschen die Auswertung. Drittens sollte zwischen der Häufigkeit von Picks und der dabei bewegten Menge unterschieden werden: Ein Artikel kann selten gegriffen, dann aber in großen Mengen entnommen werden – das ergibt ein anderes Bild als ein täglich gegriffener Kleinartikel. Je nach Zielsetzung ist die eine oder die andere Perspektive relevanter. Anbieter von WMS und Slotting-Software bieten unterschiedliche Auswertungsmodelle an; welcher Ansatz am besten passt, hängt von Sortimentsgröße, Auftragsstruktur und vorhandener IT-Infrastruktur ab.
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