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Auftragsfertigung

Auch: Make-to-Order, MTO, Einzelfertigung auf Bestellung, kundenauftragsbezogene Fertigung, auftragsbezogene Fertigung

KI-generiert

Kurz erklärt

Auftragsfertigung bezeichnet ein Produktionsmodell, bei dem die Herstellung eines Produkts erst nach Eingang eines konkreten Kundenauftrags beginnt. Im Gegensatz zur Lagerfertigung wird dabei kundenindividuell und bedarfsgesteuert produziert.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist Auftragsfertigung?

Bei der Auftragsfertigung, auch Make-to-Order genannt, startet die Produktion nicht auf Vorrat, sondern ausschließlich auf Basis eines vorliegenden Kundenauftrags. Das bedeutet: Ohne Bestellung gibt es keine Fertigung. Dieses Modell steht dem Prinzip der Lagerfertigung (Make-to-Stock) gegenüber, bei der Produkte auf Vorrat hergestellt und dann aus dem Lager heraus verkauft werden.

Auftragsfertigung findet sich überall dort, wo Produkte kundenspezifisch konfiguriert werden, wo die Variantenvielfalt so groß ist, dass eine Vorratshaltung unwirtschaftlich wäre, oder wo der Wert der Erzeugnisse eine Lagerhaltung auf eigenes Risiko nicht rechtfertigt. Typische Branchen sind Maschinenbau, Anlagenbau, Möbelproduktion und Teile der Elektronikindustrie.

Wie funktioniert Auftragsfertigung in der Praxis?

Sobald ein Auftrag eingeht, löst das Produktionssystem, in der Regel ein ERP, die Beschaffung der benötigten Materialien und die Einplanung von Kapazitäten aus. Die Logistik ist dabei eng mit der Produktionsplanung verzahnt: Materialverfügbarkeit, Lieferantenvorlaufzeiten und Kapazitätsengpässe müssen so koordiniert werden, dass die zugesagte Lieferzeit eingehalten wird.

Zentrale logistische Aufgaben in diesem Modell sind:

  • Disposition und Beschaffung von Rohmaterialien und Zukaufteilen auf Basis des konkreten Auftragsbedarfs
  • Steuerung der Auftragsdurchlaufzeit vom Auftragseingang bis zur Auslieferung
  • Koordination von Engpässen bei Lieferanten oder in der eigenen Produktion
  • Transparenz über den Auftragsstatus für Vertrieb und Kunden

Die Lieferzeit, die dem Kunden kommuniziert wird, hängt direkt von der Beschaffungs- und Produktionsdurchlaufzeit ab. Das macht ein sorgfältiges Termin- und Kapazitätsmanagement zur Kernkompetenz in der auftragsorientierten Fertigung.

Worauf kommt es bei der Auswahl des Fertigungsmodells an?

Ob Auftragsfertigung das richtige Modell ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind die akzeptierte Lieferzeit auf Kundenseite, die Variantenvielfalt des Produktprogramms und die Kapitalkosten einer möglichen Vorratsproduktion. Wenn Kunden kurze Lieferzeiten erwarten und gleichzeitig viele individuelle Varianten gefragt sind, kann ein hybrides Modell sinnvoll sein: Standardkomponenten werden auf Vorrat gefertigt oder beschafft (Assemble-to-Order), während die kundenspezifische Endmontage erst nach Auftragseingang erfolgt.

Aus IT-Sicht erfordert Auftragsfertigung eine enge Integration von ERP, Produktionsplanung und Lagerverwaltung, damit Materialverfügbarkeit und Kapazitäten in Echtzeit abgebildet werden können. Unternehmen, die auf dieses Modell setzen, sollten außerdem klare Eskalationsprozesse für Lieferengpässe definieren, da jeder Verzug direkt auf einen bestimmten Kundenauftrag wirkt und sichtbar wird.

Häufige Fragen

Bei der Auftragsfertigung startet die Produktion erst nach einem konkreten Kundenauftrag, während bei der Lagerfertigung Produkte auf Vorrat hergestellt und aus dem Lager verkauft werden. Auftragsfertigung ermöglicht mehr Individualität, geht aber mit längeren Lieferzeiten einher.

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