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Rüstzeit

Auch: Rüsten, Setup-Zeit, Umrüstzeit, Rüstaufwand, Rüstvorgänge, Setup time

KI-generiert

Kurz erklärt

Rüstzeit bezeichnet die Zeitspanne, die benötigt wird, um eine Maschine, eine Anlage oder einen Arbeitsplatz von einem laufenden Auftrag auf einen neuen Auftrag umzustellen. Sie ist produktionsfreie Zeit und wirkt sich direkt auf Kapazität, Losgröße und Durchlaufzeit aus.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist Rüstzeit?

Rüstzeit ist die Zeitspanne zwischen dem Ende der letzten guten Einheit eines Auftrags und dem Beginn der ersten guten Einheit des nächsten Auftrags. In dieser Phase wird weder produziert noch kommissioniert: Die Anlage oder der Arbeitsplatz wird umgestellt, gereinigt, justiert oder mit neuen Materialien bestückt. Rüstzeit ist damit eine Form unproduktiver Zeit, die jedoch unvermeidbar ist, sobald unterschiedliche Aufträge, Produkte oder Varianten auf denselben Ressourcen laufen.

Rüstzeit in der Intralogistik und Produktion

In der Produktion umfasst das Rüsten typischerweise den Werkzeugwechsel, das Einstellen von Maschinenparametern, das Einrichten von Vorrichtungen sowie Probeläufe bis zur ersten fehlerfreien Einheit. In der Intralogistik entstehen vergleichbare Rüstzeiten an Verpackungslinien, Etikettierern, Palettierern oder manuellen Kommissionierarbeitsplätzen, wenn sich Produktformat, Verpackungsart oder Auftragsprofil ändern. Auch bei automatisierten Systemen wie Sortern oder Fördertechnik kann ein Produktwechsel Anpassungen in der Steuerung erfordern, die als Rüstzeit zu bewerten sind.

Rüstzeiten lassen sich in zwei Kategorien unterteilen:

  • Inneres Rüsten: Tätigkeiten, die nur bei stillstehender Anlage durchgeführt werden können, zum Beispiel das physische Wechseln eines Werkzeugs.
  • Äußeres Rüsten: Vorbereitungsarbeiten, die parallel zum laufenden Betrieb stattfinden können, etwa das Bereitstellen von Werkzeug oder Material am Arbeitsplatz.

Das Ziel des SMED-Ansatzes (Single Minute Exchange of Die) ist es, möglichst viele Tätigkeiten vom inneren in das äußere Rüsten zu verlagern und so die Stillstandszeit der Anlage zu minimieren.

Worauf kommt es bei Planung und Auswahl an?

Rüstzeiten beeinflussen direkt die optimale Losgröße: Je länger das Rüsten dauert, desto größer werden Lose geplant, um die Rüstkosten auf mehr Einheiten zu verteilen. Das führt jedoch zu höheren Beständen und längeren Lieferzeiten. Wer Rüstzeiten reduziert, kann kleiner und häufiger fertigen, ein wesentlicher Hebel für Flexibilität und bedarfsgerechte Produktion.

Bei der Auswahl von Anlagen und Systemen solltest du Rüstzeiten als messbares Kriterium in die Bewertung einbeziehen. Relevant sind dabei die durchschnittliche Rüstzeit je Produktwechsel, die Anzahl der Rüstvorgänge pro Schicht sowie die Frage, ob Rüstvorgänge durch Standardisierung, Schnellspannsysteme oder softwaregestützte Rezeptverwaltung verkürzt werden können. Anbieteraussagen zu Rüstzeiten sollten im Rahmen einer Abnahme oder eines Pilotbetriebs verifiziert werden, da die tatsächliche Rüstzeit stark vom Produktmix und der Qualifikation des Personals abhängt.

Häufige Fragen

Zur Rüstzeit zählen alle Tätigkeiten, die notwendig sind, um nach dem letzten guten Stück eines Auftrags das erste gute Stück des nächsten Auftrags herzustellen. Dazu gehören Werkzeugwechsel, Reinigung, Parametereinstellung, Materialbeschaffung und Probeläufe. Reisezeiten oder Wartezeiten auf Material werden je nach Betrieb unterschiedlich erfasst.

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