Tablet-Computer
Auch: Tablet, Tablet PC, Rugged Tablet, Industrietablet, Industrie-Tablet, Tablets, Tablet-PC
KI-generiert
Ein Tablet-Computer ist ein tragbares, flaches Gerät mit Touchscreen-Bedienung, das in der Intralogistik für mobile Aufgaben wie Wareneingang, Qualitätsprüfung und Leitstandfunktionen eingesetzt wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Tablets bieten gegenüber klassischen MDE-Terminals eine größere Anzeigefläche und mehr Flexibilität, erfordern bei Hochfrequenz-Scanprozessen aber oft Zusatzhardware wie externe Bluetooth-Scanner.
- Rugged Tablets sind mit Schutzklassen gegen Staub, Feuchtigkeit und Stöße ausgestattet und für den dauerhaften Lagerbetrieb ausgelegt, Consumer-Tablets sind in der Regel nicht auf diese Belastungen ausgelegt.
- Die Wahl des Betriebssystems (Android oder iOS) beeinflusst die Verfügbarkeit von WMS-Clients, MDM-Lösungen und den langfristigen Support.
- Akkulaufzeit, WLAN-Stabilität und ein funktionierendes Mobile Device Management sind entscheidende Betriebsfaktoren, die bei der Einführung oft unterschätzt werden.
Was ist ein Tablet-Computer in der Intralogistik?
Ein Tablet-Computer ist ein mobiles Endgerät mit großem Touchscreen, das ohne physische Tastatur auskommt und über WLAN oder Mobilfunk an Lagerverwaltungssysteme, ERP-Systeme oder andere Betriebsanwendungen angebunden wird. Anders als stationäre Terminals lässt sich ein Tablet überall im Lager mitführen, was flexibles Arbeiten an wechselnden Standorten ermöglicht. Im Unterschied zu MDE-Terminals, die auf Hochfrequenz-Scanprozesse optimiert sind, bieten Tablets eine größere Anzeigefläche, Multimedia-Fähigkeiten und eine breitere Auswahl an Betriebssystemen und Apps.
In der Intralogistik wird häufig zwischen Consumer-Tablets und sogenannten Rugged Tablets unterschieden. Rugged Tablets erfüllen definierte Schutzklassen (IP-Zertifizierung) gegen Staub und Feuchtigkeit sowie Sturzfestigkeit nach militärischen oder industriellen Standards. Ob ein einfaches Consumer-Gerät für einen konkreten Einsatz ausreicht oder ein Rugged-Gerät notwendig ist, hängt stark von den Umgebungsbedingungen ab, etwa Temperatur, Schmutzbelastung und Sturzhäufigkeit, sowie von der Intensität des Tageseinsatzes ab.
Typische Einsatzszenarien im Lager
Tablet-Computer eignen sich besonders für Anwendungen, bei denen eine große Darstellungsfläche oder visuelle Inhalte einen Mehrwert bieten:
- Wareneingang und Qualitätsprüfung: Prüflisten, Fotodokumentation von Schäden und Abgleich mit Lieferscheindaten lassen sich auf einem Tablet komfortabler abbilden als auf kleinen MDE-Displays.
- Instandhaltung: Techniker können Checklisten, technische Zeichnungen oder Wartungshistorien direkt am Gerät aufrufen und dokumentieren.
- Mobiles Reporting und Leitstandfunktionen: Schichtführer oder Lagerleitung nutzen Tablets, um Kennzahlen-Dashboards einzusehen oder Aufgaben ad hoc zuzuweisen.
- Kommissionierunterstützung: Bei niedrigem Scan-Volumen kann ein Tablet mit angebundenem Bluetooth-Scanner eine Alternative zu einem dedizierten MDE-Terminal darstellen.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Bei der Beschaffung und dem Betrieb von Tablets im Lager sind mehrere Faktoren zu bewerten. Die Akkulaufzeit ist ein kritischer Punkt: Viele Consumer-Geräte erreichen bei intensivem WLAN-Betrieb und heller Displaynutzung keine vollständige Schicht. Wechselakku-Konzepte oder Ladeinfrastruktur im Lager müssen eingeplant werden.
Die WLAN-Stabilität hängt sowohl vom Gerät als auch von der Lagerinfrastruktur ab. Tablets, die in schlecht ausgeleuchteten oder funktechnisch schwierigen Bereichen wie Kühlhäusern oder Hochregalen eingesetzt werden, benötigen gegebenenfalls Geräte mit leistungsstärkeren WLAN-Antennen.
Ein oft unterschätzter Aspekt ist das Mobile Device Management (MDM): Im professionellen Betrieb müssen Geräte zentral verwaltet, mit Updates versorgt und bei Verlust oder Defekt schnell ersetzt werden können. Die Wahl des Betriebssystems, Android oder iOS, beeinflusst, welche MDM-Lösungen und welche WMS-Clients verfügbar sind. Nicht alle Lagerverwaltungssysteme bieten native Apps für jede Plattform an.
Der Lebenszyklus ist bei Consumer-Tablets kürzer als bei industriellen Rugged-Geräten. Für Logistikbetriebe, die Geräte über mehrere Jahre im Einsatz halten wollen, kann ein höherer Anschaffungspreis für ein Rugged-Modell wirtschaftlich sinnvoller sein. Dies ist jedoch anbieter- und einsatzabhängig und sollte im konkreten Business Case geprüft werden.
Verwandte Begriffe
- AR
Augmented Reality (AR) bezeichnet eine Technologie, bei der digitale Informationen in Echtzeit in das reale Sichtfeld eingeblendet werden. In der Intralogistik kommt AR vor allem in der Kommissionierung, Wartung und Schulung zum Einsatz.
- Akustische Kommissionierung
Akustische Kommissionierung bezeichnet ein belegloses Kommissionierverfahren, bei dem Lagermitarbeiter Pickanweisungen per Sprache empfangen und Bestätigungen ebenfalls sprachgesteuert zurückmelden. Beide Hände bleiben dabei frei für den eigentlichen Pick-Vorgang.
- Augmented Reality
Augmented Reality (AR) überlagert die reale Umgebung in Echtzeit mit digitalen Informationen wie Text, Grafiken oder 3D-Modellen. In der Intralogistik unterstützt AR vor allem die Kommissionierung, Wartung und Einarbeitung neuer Mitarbeitender.
- BDE-Terminals
BDE-Terminals sind stationäre oder mobile Endgeräte zur Betriebsdatenerfassung, die Mitarbeitende an Arbeitsplätzen, Maschinen oder Lagerbereichen nutzen, um Prozess-, Zeit- und Mengendaten direkt am Entstehungsort digital zu erfassen.
- Barcodescanner
Ein Barcodescanner ist ein optisches Lesegerät, das gedruckte Strichcodes (Barcodes) erfasst und in maschinenlesbare Daten umwandelt. Er wird in der Intralogistik zur lückenlosen Identifikation von Waren, Ladungsträgern und Lagerplätzen eingesetzt.
- Bedienerterminals mit Touch
Bedienerterminals mit Touch sind stationäre oder mobile Eingabegeräte, die über einen berührungsempfindlichen Bildschirm die direkte Interaktion mit Lagerverwaltungs- und Steuerungssystemen ermöglichen.
- Beleglose Kommissionierung
Beleglose Kommissionierung bezeichnet das Zusammenstellen von Aufträgen im Lager ohne Papier-Picklisten, bei der alle Anweisungen digital über Terminals, Displays, Sprache oder optische Signale übermittelt werden.
- Datenfunkgeräte
Datenfunkgeräte sind mobile oder stationäre Hardwarekomponenten, die Daten kabellos über Funkprotokolle wie WLAN oder Mobilfunk übertragen. Sie bilden im Lager und Transport die operative Schnittstelle zwischen Mitarbeitenden und IT-Systemen wie WMS oder ERP.
- Datenfunkterminal
Ein Datenfunkterminal ist ein mobiles Gerät zur drahtlosen Datenerfassung und -übertragung im Lager, das Display, Eingabe und Scanner vereint. Es kommuniziert typischerweise über WLAN mit einem Warehouse-Management-System und begleitet Prozesse wie Wareneingang, Kommissionierung und Inventur.

