Einschubregal
Auch: Einschubregale, Einschub-Regal, Einschub-Regale, Behälterregal, Behälterregale
KI-generiert
Ein Einschubregal ist ein Regalsystem, bei dem Ladungsträger wie Behälter oder Kartons in geführte Regalfächer eingeschoben werden. Es eignet sich besonders für standardisierte Kleinteile und ermöglicht eine geordnete, platzsparende Lagerung mit definiertem Zugriff.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Einschubregal führt Ladungsträger wie Behälter oder Kartons über Schienen oder Auflagen in definierten Fächern, was Fehlplatzierungen reduziert und die Kommissionierordnung verbessert.
- Die maximale Einschubtiefe sollte so gewählt sein, dass alle Fachpositionen ergonomisch erreichbar bleiben, ohne Hilfsmittel einsetzen zu müssen.
- Einschubregale eignen sich besonders für standardisierte Behältergrößen und lassen sich gut mit Pick-by-Light- oder Barcode-Systemen kombinieren.
- Im Gegensatz zum Durchlaufregal findet beim Einschubregal kein automatischer Behältervorschub statt, Zugriff und Bestückung erfolgen von derselben oder gegenüberliegenden Seiten manuell.
Was ist ein Einschubregal?
Ein Einschubregal ist ein Regalsystem, das für das geführte Einschieben von Ladungsträgern, typischerweise Kunststoffbehälter, Kartons oder Tablare, in vordefinierte Fächer ausgelegt ist. Im Unterschied zum universellen Fachbodenregal ist das Einschubregal auf bestimmte Ladungsträgerformate abgestimmt: Führungsschienen, Auflagen oder Unterzüge sorgen dafür, dass die Behälter lagesicher und reproduzierbar positioniert werden. Das erleichtert die Entnahme, verhindert Fehlplatzierungen und unterstützt eine konsequente Kennzeichnungslogik.
Wie funktioniert das Einschubregal in der Praxis?
In der Regel wird das Regal manuell bedient: Eine Person schiebt den Ladungsträger von vorne ein oder entnimmt ihn direkt. Manche Ausführungen nutzen leicht geneigte Führungen, damit Behälter durch ihr Eigengewicht nach vorne rutschen. Das entspricht dann funktional einem Durchlaufregal, sollte aber klar davon abgegrenzt werden, da beim klassischen Einschubregal kein automatischer Vorschub stattfindet.
Typische Einsatzbereiche sind:
- Kleinteilelager mit standardisierten Behältergrößen (z. B. nach VDA- oder Euro-Behälternormen)
- Kommissionierzonen, in denen Artikel direkt aus dem Regal entnommen werden
- Produktionsnahe Läger und Bereitstellungspuffer
- Archivbereiche mit einheitlich verpackten Gütern
Die Beschriftung erfolgt meist an der Behälterstirn oder an der Regalfront, ergänzt durch Barcodes oder RFID-Tags für eine systemgestützte Bestandsführung. Manche Betriebe kombinieren Einschubregale mit Pick-by-Light-Systemen, um die Kommissionierleistung zu erhöhen.
Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Drei Aspekte sind bei der Planung besonders relevant: Erstens die Kompatibilität mit vorhandenen Ladungsträgern. Maße und Gewichte der Behälter müssen auf Rastermaß und Traglast der Regalebenen abgestimmt sein. Zweitens die ergonomische Zugriffstiefe: Fächer, die zu tief sind, zwingen zu unkomfortablen Bewegungen und erhöhen das Fehlerrisiko. Als Faustregel gilt eine maximale Einschubtiefe, bei der die hinterste Position noch mit gestrecktem Arm erreichbar ist. Drittens die Modularität: Ein gutes Einschubregal lässt sich in der Fachteilung anpassen und mit marktüblichen Behältergrößen kombinieren, ohne dass aufwendige Umbauten nötig werden.
Ebenfalls zu beachten ist die Bodenfreiheit der untersten Ebene. Sie entscheidet darüber, ob das Regal mit einem Hubwagen oder einem Flurförderzeug bestückt werden kann. Bei automatisierten Umgebungen muss die Regalgeometrie auf den eingesetzten Kommissionierroboter oder das AKL abgestimmt sein.
Verwandte Begriffe
- Akustische Kommissionierung
Akustische Kommissionierung bezeichnet ein belegloses Kommissionierverfahren, bei dem Lagermitarbeiter Pickanweisungen per Sprache empfangen und Bestätigungen ebenfalls sprachgesteuert zurückmelden. Beide Hände bleiben dabei frei für den eigentlichen Pick-Vorgang.
- Automatisches Kleinteilelager (AKL)
Das Automatische Kleinteilelager (AKL) ist ein vollautomatisiertes Lagersystem für Behälter, Tablare und Kleinteile, bei dem Ein- und Auslagerung ohne manuellen Eingriff durch Regalbediengeräte oder Shuttle-Systeme erfolgen.
- Barcode
Ein Barcode ist ein maschinenlesbarer, optischer Code, der Informationen als Muster aus Strichen und Lücken oder als zweidimensionale Matrix darstellt. Er ermöglicht die automatische Identifikation von Artikeln, Ladungsträgern und Dokumenten entlang der gesamten Lieferkette.
- Barcodescanner
Ein Barcodescanner ist ein optisches Lesegerät, das gedruckte Strichcodes (Barcodes) erfasst und in maschinenlesbare Daten umwandelt. Er wird in der Intralogistik zur lückenlosen Identifikation von Waren, Ladungsträgern und Lagerplätzen eingesetzt.
- Batch-Kommissionierung
Batch-Kommissionierung bezeichnet eine Methode, bei der mehrere Kundenaufträge zu einem gemeinsamen Picklauf zusammengefasst werden. Dadurch legt der Kommissionierer eine Route ab und deckt dabei Positionen aus verschiedenen Aufträgen gleichzeitig ab.
- Beleglose Kommissionierung
Beleglose Kommissionierung bezeichnet das Zusammenstellen von Aufträgen im Lager ohne Papier-Picklisten, bei der alle Anweisungen digital über Terminals, Displays, Sprache oder optische Signale übermittelt werden.
- Bestandsführung
Bestandsführung bezeichnet die systemgestützte Verwaltung und Fortschreibung aller Lager- und Materialbestände in einem Unternehmen. Sie bildet die Grundlage für Disposition, Beschaffung und Abrechnung und stellt sicher, dass Buchbestand und physischer Bestand jederzeit übereinstimmen.
- Blocklager
Ein Blocklager ist eine Lagerform, bei der Ladeeinheiten, in der Regel Paletten, ohne Regalkonstruktion direkt auf dem Boden in Reihen und Blöcken gestapelt werden.
- Bodenlagerung
Bodenlagerung bezeichnet die Lagerung von Waren direkt auf dem Boden, ohne den Einsatz von Regalanlagen. Paletten, Stapel oder markierte Stellflächen dienen dabei als Grundstruktur der Flächenorganisation.
- Chaotische Lagerhaltung
Chaotische Lagerhaltung ist ein Lagerprinzip, bei dem Artikel nicht auf feste, vorher zugewiesene Stellplätze eingelagert werden, sondern dynamisch auf jeden freien, geeigneten Platz im Lager. Ein Warehouse-Management-System übernimmt dabei die Steuerung und Nachverfolgung aller Lagerplätze.

