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Greifzeit

Auch: Pick-Zeit, Pickzeit, Greifvorgang, Entnahmezeit, Greifzeitanteil

KI-generiert

Kurz erklärt

Die Greifzeit bezeichnet den Zeitanteil im Kommissionierprozess, der für die physische Entnahme eines Artikels aus seinem Lagerplatz benötigt wird. Sie ist neben Weg-, Such- und Bestätigungszeit eine der vier Grundkomponenten der Kommissionierzeit.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist die Greifzeit?

Die Greifzeit ist der Zeitabschnitt innerhalb eines Kommissioniervorgangs, der beginnt, sobald der Kommissionierer den Zielartikel am Lagerplatz lokalisiert hat, und endet, wenn der Artikel sicher in Hand oder Behälter übergegangen ist. Sie umfasst alle motorischen Teilbewegungen: Hingreifen, Erfassen, Lösen aus der Lagereinheit und Übergeben an den Auftragsbehälter oder das Förderband. Die Greifzeit ist damit klar abzugrenzen von der Suchzeit, die das visuelle oder kognitive Auffinden des Artikels beschreibt, und von der Wegzeit, die die Fortbewegung zwischen Entnahmeorten abbildet.

Einflussfaktoren in der Praxis

Wie lang eine Greifzeit tatsächlich ausfällt, hängt von mehreren Faktoren ab, die sich gegenseitig beeinflussen:

  • Artikelbeschaffenheit: Gewicht, Form, Oberflächenstruktur und Verpackungsart bestimmen maßgeblich, wie gut ein Artikel greifbar ist. Schwere, unförmige oder glatte Gebinde erhöhen die Greifzeit spürbar.
  • Lagereinheit und Präsentation: Artikel in Schüttgutbehältern, Trays oder Durchlaufregalen sind in der Regel schneller zu entnehmen als solche, die in geschlossenen Kartons liegen oder mit anderen Artikeln zusammengepackt sind.
  • Ergonomie und Greifraum: Artikel, die im sogenannten Goldenen Greifbereich auf Hüft- bis Schulterebene bereitgestellt werden, lassen sich mit weniger Körpereinsatz und damit schneller entnehmen als solche in Bodennähe oder über Kopfhöhe.
  • Pickhilfen und Assistenzsysteme: Vorrichtungen wie Greifer, Sauger, Pickroboter oder spezielle Entnahmeöffnungen in Behältern können die Greifzeit reduzieren, sind aber hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Artikeleignung sorgfältig zu bewerten.
  • Entnahmemenge: Das Entnehmen einer einzelnen Einheit aus einem vollen Behälter unterscheidet sich zeitlich erheblich vom Greifen bei geringem Füllstand, wenn der Artikel am Behälterboden liegt.

Worauf es bei der Optimierung ankommt

In der Lagerplanung lohnt es sich, Artikel nach ihrer Greifzeit zu klassifizieren und diese Information in die Slottingentscheidung einzubeziehen. Artikel mit hoher Entnahmefrequenz und langer Greifzeit binden überproportional viel Kommissionierkapazität und sollten bevorzugt in ergonomisch günstigen Positionen und mit geeigneter Präsentation platziert werden. Die Verpackungsgestaltung auf Lieferantenseite ist dabei ein oft unterschätzter Hebel: Öffnungsgeometrie, Einzelentnahme-Mechanismen und Stapelbarkeit beeinflussen die Greifzeit direkt. Bei der Einführung von Assistenzsystemen sollte die tatsächliche Zeitersparnis pro Greifvorgang den Aufwand für Rüstung, Wartung und eingeschränkte Artikelflexibilität aufwiegen. Die Greifzeit ist anbieterabhängig unterschiedlich in MTM-Analysen und Zeitstudien abgebildet, weshalb interne Messungen den Ausgangspunkt jeder Optimierung bilden sollten.

Häufige Fragen

Zur Greifzeit zählen alle Bewegungen, die nach dem Auffinden eines Artikels bis zur vollständigen Entnahme aus dem Lagerplatz stattfinden: Hingreifen, Erfassen, Lösen und Übergeben. Das Suchen des Artikels und das Gehen zum Lagerplatz sind separate Zeitbausteine.

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