Handscanner
Auch: Handscanner, Hand-Scanner, Barcode-Handscanner, mobiler Scanner, Barcode-Scanner, Handlesegerät, Bluetooth-Scanner, Wireless-Scanner
KI-generiert
Ein Handscanner ist ein mobiles Gerät zum berührungslosen Erfassen von Barcodes und 2D-Codes wie Data Matrix oder QR-Code. Er wird in der Intralogistik für Wareneingang, Kommissionierung, Inventur und Versand eingesetzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Handscanner erfassen 1D-Barcodes und 2D-Codes wie Data Matrix oder QR berührungslos und übertragen die Daten kabellos per Bluetooth oder WLAN an WMS oder MDE-Systeme.
- Für raue Lagerbedingungen werden robuste Industriegeräte mit Schutzklassen wie IP65 eingesetzt, die Stürze, Staub und Feuchtigkeit standhalten.
- Die Scanreichweite ist ein entscheidendes Kriterium: Nahbereichsscanner reichen für Bodenlager, Langstreckengeräte für Hochregale oder Fahrzeugaufbauten.
- Mobile Device Management (MDM) ist bei größeren Geräteparks unverzichtbar, um Softwareupdates, Gerätestatus und Ersatz zentral zu steuern.
- Der Gesamtkostenvergleich (TCO) sollte neben dem Kaufpreis auch Akkus, Serviceverträge, Ersatzteilversorgung und Ausfallzeiten einschließen.
Was ist ein Handscanner?
Ein Handscanner ist ein tragbares, handgeführtes Lesegerät, das optische Codes, vor allem 1D-Barcodes, 2D-Codes wie Data Matrix und QR-Code, berührungslos erfasst und die ausgelesenen Daten an ein übergeordnetes System überträgt. In der Intralogistik ist er eines der meistgenutzten Hilfsmittel zur Identifikation von Artikeln, Ladungsträgern und Lagerorten. Die Übertragung erfolgt entweder kabelgebunden über USB oder seriell, in der Praxis aber überwiegend kabellos per Bluetooth oder WLAN.
Handscanner werden häufig in Kombination mit mobilen Datenerfassungsgeräten (MDE) oder direkt an Warehouse-Management-Systeme angebunden. Manche Geräte verfügen über ein eigenes Display und eine Tastatur, andere sind reine Eingabegeräte ohne eigene Oberfläche und reichen die Daten direkt an ein Terminal oder einen PC weiter.
Einsatz in der Praxis
Im Lageralltag kommen Handscanner in nahezu jedem Prozessschritt vor:
- Im Wareneingang werden Lieferscheinpositionen und Artikeletiketten gegen die Bestelldaten geprüft.
- Bei der Kommissionierung bestätigt der Scan, dass der richtige Artikel aus dem richtigen Fach entnommen wurde. Das reduziert Kommissionierfehler erheblich.
- Bei der Inventur werden Bestandszählungen direkt am Regal erfasst und in das System übertragen.
- Im Versand werden Packstücke und Versandlabels auf Vollständigkeit geprüft.
Bluetooth-Handscanner, die mit einem Tablet oder Smartphone gekoppelt werden, gewinnen in flexiblen Umgebungen an Bedeutung, weil sie leicht sind und kaum Einarbeitungsaufwand erfordern. In rauen Umgebungen, etwa im Tiefkühllager oder in der Produktion, werden dagegen robuste Industriegeräte bevorzugt, die nach Schutzklassen wie IP65 oder höher zertifiziert sind.
Auswahlkriterien
Bei der Auswahl eines Handscanners spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die je nach Einsatzszenario unterschiedlich gewichtet werden:
- Codetypen: Soll nur 1D gescannt werden oder auch 2D-Codes? Nicht alle Geräte beherrschen beide Varianten gleich gut.
- Scanreichweite: Für Bodenlagerfächer genügt Nahbereichsscan; für Hochregale oder Fahrzeugaufbauten werden Langstreckenscanner benötigt.
- Ergonomie und Gewicht: Bei häufigem Einsatz über mehrere Stunden ist das Gewicht und die Griffform entscheidend für die Fehlerrate und Mitarbeiterzufriedenheit.
- Akkuleistung: Die Laufzeit pro Ladung sollte mindestens eine Schicht abdecken. Wechselakkusysteme sind für Mehrschichtbetrieb sinnvoll.
- Gerätemanagement: Mobile Device Management (MDM) ermöglicht zentrale Softwareupdates und Geräteverwaltung, was bei größeren Flotten entscheidend für den laufenden Betrieb ist.
- TCO: Neben dem Anschaffungspreis sind Ersatzteilverfügbarkeit, Garantiebedingungen, Reparaturzeiten und Servicekonditionen relevant für die Gesamtbetriebskosten.
Staplerterminals oder fest installierte Scantunnel sind abzugrenzen: Sie eignen sich für stationäre oder fahrzeuggebundene Prozesse, ersetzen aber nicht die Flexibilität des Handscanners für mobile Aufgaben.
Verwandte Begriffe
- Akustische Kommissionierung
Akustische Kommissionierung bezeichnet ein belegloses Kommissionierverfahren, bei dem Lagermitarbeiter Pickanweisungen per Sprache empfangen und Bestätigungen ebenfalls sprachgesteuert zurückmelden. Beide Hände bleiben dabei frei für den eigentlichen Pick-Vorgang.
- Augmented Reality
Augmented Reality (AR) überlagert die reale Umgebung in Echtzeit mit digitalen Informationen wie Text, Grafiken oder 3D-Modellen. In der Intralogistik unterstützt AR vor allem die Kommissionierung, Wartung und Einarbeitung neuer Mitarbeitender.
- Automatisierung
Automatisierung bezeichnet den Einsatz von Technologien und Systemen, um Prozesse ganz oder teilweise ohne menschliches Eingreifen auszuführen. In der Intralogistik reicht das Spektrum von einfachen Förderanlagen bis zu vollautomatischen Hochregallagern mit autonomen Fahrzeugen.
- BDE-Terminals
BDE-Terminals sind stationäre oder mobile Endgeräte zur Betriebsdatenerfassung, die Mitarbeitende an Arbeitsplätzen, Maschinen oder Lagerbereichen nutzen, um Prozess-, Zeit- und Mengendaten direkt am Entstehungsort digital zu erfassen.
- Barcode
Ein Barcode ist ein maschinenlesbarer, optischer Code, der Informationen als Muster aus Strichen und Lücken oder als zweidimensionale Matrix darstellt. Er ermöglicht die automatische Identifikation von Artikeln, Ladungsträgern und Dokumenten entlang der gesamten Lieferkette.
- Barcodescanner
Ein Barcodescanner ist ein optisches Lesegerät, das gedruckte Strichcodes (Barcodes) erfasst und in maschinenlesbare Daten umwandelt. Er wird in der Intralogistik zur lückenlosen Identifikation von Waren, Ladungsträgern und Lagerplätzen eingesetzt.
- Beleglose Kommissionierung
Beleglose Kommissionierung bezeichnet das Zusammenstellen von Aufträgen im Lager ohne Papier-Picklisten, bei der alle Anweisungen digital über Terminals, Displays, Sprache oder optische Signale übermittelt werden.
- Data Matrix
Data Matrix ist ein zweidimensionaler Strichcode, der auf sehr kleiner Fläche deutlich mehr Informationen speichert als klassische 1D-Barcodes. Dank integrierter Fehlerkorrektur bleibt er auch bei partieller Beschädigung oder Verschmutzung zuverlässig lesbar.
- Datenfunkgeräte
Datenfunkgeräte sind mobile oder stationäre Hardwarekomponenten, die Daten kabellos über Funkprotokolle wie WLAN oder Mobilfunk übertragen. Sie bilden im Lager und Transport die operative Schnittstelle zwischen Mitarbeitenden und IT-Systemen wie WMS oder ERP.
- Datenfunkterminal
Ein Datenfunkterminal ist ein mobiles Gerät zur drahtlosen Datenerfassung und -übertragung im Lager, das Display, Eingabe und Scanner vereint. Es kommuniziert typischerweise über WLAN mit einem Warehouse-Management-System und begleitet Prozesse wie Wareneingang, Kommissionierung und Inventur.

