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Multi-Order-Picking

Auch: Multi Order Picking, Multi-Order Picking, Mehrauftrags-Kommissionierung, Mehrauftragspicking, Multi-Auftrag-Kommissionierung

Kurz erklärt

Multi-Order-Picking bezeichnet eine Kommissionierstrategie, bei der ein Mitarbeiter in einem einzigen Laufdurch das Lager Artikel für mehrere Kundenaufträge gleichzeitig sammelt. Die dabei entstehende Mengenbündelung reduziert Wege und steigert die Pickleistung, erfordert aber eine zuverlässige Tren

Das Wichtigste in Kürze

Was ist Multi-Order-Picking?

Multi-Order-Picking ist eine Kommissionierstrategie, bei der ein Kommissionierer nicht Auftrag für Auftrag abarbeitet, sondern in einem einzigen Durchgang durch das Lager Artikel für mehrere Kundenaufträge gleichzeitig entnimmt. Die gepickten Mengen werden dabei physisch getrennt gehalten – typischerweise über nummerierte Fächer auf einem Kommissionierwagen, über farblich codierte Behälter oder über Sortierfächer im Regal – und anschließend in einem Konsolidierungsschritt den jeweiligen Aufträgen zugeordnet. Das Ziel ist, die Wegzeit pro gepickten Artikel deutlich zu senken, da ein einziger Weg durch eine Lagerzone für mehrere Aufträge genutzt wird.

Wie funktioniert Multi-Order-Picking in der Praxis?

Das Warehouse-Management-System (WMS) bildet den Kern des Verfahrens: Es gruppiert Aufträge zu Picklisten, die räumlich optimierte Wege durch das Lager beschreiben. Dabei berücksichtigt es, wie viele Aufträge parallel sinnvoll sind, ohne die Kapazität der Behälter oder die Übersichtlichkeit zu überschreiten. In der Praxis werden häufig vier bis zwölf Aufträge pro Lauf gebündelt, abhängig von Artikelgröße, Auftragsgröße und verfügbarer Wagenkapazität.

Die Kommissionierer erhalten ihre Anweisungen über mobile Datenfunkterminals, Pick-by-Voice-Systeme oder Pick-by-Light-Anzeigen. Jede Entnahme wird dem richtigen Auftragsfach zugewiesen. Fehlerquellen entstehen vor allem bei dieser Zuweisung – deshalb sind technische Führungssysteme wie Barcode-Bestätigungen oder Lichtzeiger an den Wagenfächern besonders wichtig.

Nach dem Pickdurchlauf folgt die Konsolidierung: Entweder führen Mitarbeiter sie manuell durch, oder ein automatisches Sortiersystem übernimmt die Zuordnung. Je höher das Auftragsvolumen und je kleinteiliger die Sortimente, desto eher lohnt sich eine automatisierte Lösung.

Worauf kommt es bei der Auswahl an?

Für Lagerplanung und IT sind folgende Aspekte entscheidend:

  • WMS-Funktionalität: Das System muss Auftragsbündelung, Wegoptimierung und auftragsgenaue Zuordnung zuverlässig abbilden können. Nicht jedes WMS unterstützt Multi-Order-Picking nativ.
  • Anzahl paralleler Aufträge: Die optimale Batch-Größe hängt von Artikelgewicht, Behälterkapazität und Fehlerrisiko ab. Zu viele Aufträge parallel erhöhen die Fehlerwahrscheinlichkeit und den Konsolidierungsaufwand.
  • Trennmechanismus: Ob Wagenfächer, Tüten oder digitale Zuordnung – die physische oder systemseitige Trennung muss im Arbeitsablauf zuverlässig funktionieren, auch unter Zeitdruck.
  • Konsolidierungsstrategie: Manuelle Konsolidierung ist flexibel und günstig, stößt aber bei hohem Volumen schnell an Grenzen. Automatische Sortiersysteme erhöhen den Investitionsbedarf, verbessern aber Geschwindigkeit und Genauigkeit.
  • Artikelstruktur: Multi-Order-Picking eignet sich besonders gut für kleinteilige, homogene Sortimente. Bei sperrigen, schweren oder stark variierende Artikeln ist der Aufwand für die Trennung oft höher als der Wegzeitgewinn.

Multi-Order-Picking und Batch-Kommissionierung werden häufig synonym verwendet, unterscheiden sich aber im Fokus: Beim Batch-Picking steht oft die artikelweise Bündelung im Vordergrund, beim Multi-Order-Picking die parallele Bearbeitung vollständiger Kundenaufträge. In der Praxis sind die Grenzen fließend und anbieterabhängig.

Häufige Fragen

Beide Strategien bündeln mehrere Aufträge in einem Pickdurchlauf. Der Unterschied liegt im Fokus: Batch-Kommissionierung meint häufig die artikelweise Zusammenfassung gleichartiger Entnahmen, während Multi-Order-Picking die gleichzeitige Bearbeitung vollständiger Kundenaufträge betont. In der Praxis und je nach Anbieter werden die Begriffe aber oft synonym verwendet.

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