UWB
Auch: Ultra-Wideband, Ultra Wideband, UWB-Ortung, UWB-Technologie, UWB-Lokalisierung, RTLS UWB
KI-generiert
UWB (Ultra-Wideband) ist eine Funktechnologie, die mithilfe extrem kurzer Hochfrequenzimpulse Objekte und Personen in Echtzeit mit Zentimetergenauigkeit orten kann. Im Unterschied zu WLAN oder Bluetooth erreicht UWB dabei eine deutlich höhere Lokalisierungspräzision bei geringer Störanfälligkeit.
Das Wichtigste in Kürze
- UWB erzielt durch Laufzeitmessung von Funksignalen eine Ortungsgenauigkeit von typischerweise 10–30 Zentimetern in industriellen Umgebungen.
- Im Vergleich zu WLAN- oder Bluetooth-basierter Ortung ist UWB deutlich robuster gegenüber Reflexionen und Interferenzen in metallreichen Lagerhallen.
- UWB-Systeme bestehen aus fest installierten Ankern und mobilen Tags; die erzeugten Positionsdaten müssen über Schnittstellen in WMS oder Leitsysteme integriert werden.
- Typische Einsatzbereiche in der Intralogistik sind Fahrzeugortung, Asset-Tracking, Personenschutz und Prozessanalyse per Bewegungsaufzeichnung.
Was ist UWB?
Ultra-Wideband, kurz UWB, ist ein Funkstandard, der einen sehr breiten Frequenzbereich nutzt und dabei extrem kurze Signalimpulse aussendet. Diese Impulse ermöglichen eine Laufzeitmessung (Time-of-Flight) mit einer Genauigkeit von wenigen Zentimetern. Damit hebt sich UWB deutlich von anderen Funktechnologien wie WLAN, Bluetooth Low Energy oder RFID ab, die je nach Umgebung nur meter- oder dezimetergenaue Positionsangaben liefern. UWB sendet auf einem breiten Frequenzband und ist dadurch weniger empfindlich gegenüber Mehrwegreflexionen an Regalen, Maschinen oder Gabelstaplern. Dies ist ein typisches Problem in industriellen Hallen.
Wie funktioniert UWB in der Praxis?
Ein UWB-Ortungssystem besteht aus zwei wesentlichen Komponenten: fest installierten Ankern (Referenzpunkte an Wänden, Decken oder Stützen) und mobilen Tags, die an Fahrzeugen, Ladungsträgern, Werkzeugen oder Personen befestigt werden. Die Anker messen die Laufzeit der Funksignale von den Tags und berechnen daraus die genaue Position. Dies erfolgt typischerweise in einer 2D- oder 3D-Karte der Anlage. Die Positionsdaten werden in Echtzeit an ein übergeordnetes System übergeben, etwa ein Warehouse-Management-System, ein Leitsystem für Flurförderzeuge oder eine Safety-Plattform für den Personenschutz.
In der Intralogistik ergeben sich daraus mehrere typische Anwendungsfälle:
- Echtzeit-Ortung von Flurförderzeugen zur Kollisionsvermeidung und Routenoptimierung
- Tracking von Ladungsträgern, Behältern oder Werkzeugen auf dem Shopfloor
- Personenschutz in Zonen mit autonomen oder manuell gesteuerten Fahrzeugen
- Prozessanalyse durch Bewegungsaufzeichnung und Heatmaps
Die Genauigkeit liegt je nach Installation und Hersteller typischerweise zwischen 10 und 30 Zentimetern. Metallreiche Umgebungen, hohe Regaldichten oder bewegliche Objekte können die Qualität beeinflussen. Das sollte bei der Planung berücksichtigt werden.
Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Bei der Entscheidung für ein UWB-System spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Erstens die erforderliche Genauigkeit: Für Personenschutz-Anwendungen gelten in der Regel höhere Anforderungen als für einfaches Asset-Tracking. Zweitens der Installationsaufwand: Die Anzahl und Positionierung der Anker hängt von der Hallengröße, dem Grundriss und der geforderten Abdeckung ab. Drittens die Integration: UWB-Systeme liefern Rohdaten, die erst durch Middleware oder direkte Schnittstellen in ein WMS, ERP oder Leitsystem überführt werden müssen. Die Standardisierung von Schnittstellen ist anbieterabhängig und sollte frühzeitig in der Ausschreibung adressiert werden. Viertens die Betriebskosten: Batterielaufzeiten der Tags, Wartungszyklen und die Skalierbarkeit bei wachsender Tag-Anzahl beeinflussen die Total Cost of Ownership erheblich. UWB eignet sich besonders dann, wenn andere Technologien wie RFID oder kamerabasierte Systeme an ihre Grenzen stoßen. Dies ist etwa bei dynamischen Umgebungen, hohen Anforderungen an die Echtzeit-Reaktion oder komplexen 3D-Strukturen der Fall.
Verwandte Begriffe
- AGV
AGV (Automated Guided Vehicle) bezeichnet fahrerlose Transportfahrzeuge, die Waren in Lager und Produktion automatisch befördern. Sie folgen dabei vordefinierten oder sensorgesteuerten Fahrwegen ohne menschlichen Fahrer.
- AMR
AMR (Autonomous Mobile Robot) ist ein fahrerloser, selbstnavigierender Transportroboter, der Waren im Lager ohne fest verlegte Infrastruktur bewegt. Er orientiert sich eigenständig anhand von Sensoren und digitalen Karten und weicht Hindernissen dynamisch aus.
- AR
Augmented Reality (AR) bezeichnet eine Technologie, bei der digitale Informationen in Echtzeit in das reale Sichtfeld eingeblendet werden. In der Intralogistik kommt AR vor allem in der Kommissionierung, Wartung und Schulung zum Einsatz.
- Augmented Reality
Augmented Reality (AR) überlagert die reale Umgebung in Echtzeit mit digitalen Informationen wie Text, Grafiken oder 3D-Modellen. In der Intralogistik unterstützt AR vor allem die Kommissionierung, Wartung und Einarbeitung neuer Mitarbeitender.
- Automatisierung
Automatisierung bezeichnet den Einsatz von Technologien und Systemen, um Prozesse ganz oder teilweise ohne menschliches Eingreifen auszuführen. In der Intralogistik reicht das Spektrum von einfachen Förderanlagen bis zu vollautomatischen Hochregallagern mit autonomen Fahrzeugen.
- BDE-System
Ein BDE-System (Betriebsdatenerfassungssystem) erfasst maschinelle und manuelle Prozessdaten in Echtzeit direkt an der Quelle, etwa an Maschinen, Förderanlagen oder Arbeitsplätzen.
- BDE-Terminals
BDE-Terminals sind stationäre oder mobile Endgeräte zur Betriebsdatenerfassung, die Mitarbeitende an Arbeitsplätzen, Maschinen oder Lagerbereichen nutzen, um Prozess-, Zeit- und Mengendaten direkt am Entstehungsort digital zu erfassen.
- Barcode
Ein Barcode ist ein maschinenlesbarer, optischer Code, der Informationen als Muster aus Strichen und Lücken oder als zweidimensionale Matrix darstellt. Er ermöglicht die automatische Identifikation von Artikeln, Ladungsträgern und Dokumenten entlang der gesamten Lieferkette.
- Barcodescanner
Ein Barcodescanner ist ein optisches Lesegerät, das gedruckte Strichcodes (Barcodes) erfasst und in maschinenlesbare Daten umwandelt. Er wird in der Intralogistik zur lückenlosen Identifikation von Waren, Ladungsträgern und Lagerplätzen eingesetzt.
- Datenfunkgeräte
Datenfunkgeräte sind mobile oder stationäre Hardwarekomponenten, die Daten kabellos über Funkprotokolle wie WLAN oder Mobilfunk übertragen. Sie bilden im Lager und Transport die operative Schnittstelle zwischen Mitarbeitenden und IT-Systemen wie WMS oder ERP.
- Datenfunkterminal
Ein Datenfunkterminal ist ein mobiles Gerät zur drahtlosen Datenerfassung und -übertragung im Lager, das Display, Eingabe und Scanner vereint. Es kommuniziert typischerweise über WLAN mit einem Warehouse-Management-System und begleitet Prozesse wie Wareneingang, Kommissionierung und Inventur.
- Digital Warehouse
Digital Warehouse bezeichnet ein Lager, in dem Prozesse, Anlagen und Entscheidungen durchgängig datenbasiert und systemgeführt ablaufen. Typische Bausteine sind ein Warehouse-Management-System, Echtzeit-Transparenz, IoT-Sensorik, mobile Datenerfassung und automatisierte Optimierungslogik.

