UX
Auch: User Experience, Nutzererfahrung, Nutzererlebnis, Benutzererfahrung, Benutzererlebnis, UX Design
KI-generiert
UX (User Experience) bezeichnet die Gesamtheit aller Erfahrungen, die eine Person bei der Nutzung eines Systems macht, von der ersten Orientierung bis zur routinierten Bedienung.
Das Wichtigste in Kürze
- UX umfasst alle Aspekte der Nutzererfahrung mit einem System, von Erlernbarkeit und Effizienz bis zur subjektiven Zufriedenheit.
- In der Intralogistik beeinflusst UX direkt Einarbeitungszeiten, Fehlerquoten und Schulungsaufwand.
- UX ist breiter als UI: Sie schließt Prozesslogik und Nutzungskontext ein, nicht nur die grafische Oberfläche.
- Die reale UX-Qualität zeigt sich am besten in Tests mit tatsächlichen Anwenderinnen und Anwendern, nicht in Demos für Entscheider.
- Schlechtes Customizing kann die UX eines grundsätzlich gut gestalteten Systems erheblich verschlechtern.
Was ist UX?
UX steht für User Experience und beschreibt die Gesamtheit aller Wahrnehmungen, Reaktionen und Bewertungen, die eine Person während der Nutzung eines Systems erlebt. Dazu gehören Aspekte wie Verständlichkeit, Erlernbarkeit, Effizienz im Arbeitsablauf, Fehlervermeidung und subjektive Zufriedenheit. UX ist dabei mehr als nur die Oberfläche eines Systems: Sie umfasst die gesamte Interaktion von der Anmeldung über die Navigationsstruktur bis zur Rückmeldung bei Fehlern.
Im Unterschied zum Begriff UI (User Interface), der sich auf die konkrete grafische Oberfläche bezieht, ist UX breiter gefasst und schließt auch Prozesslogik, Informationsarchitektur und den Kontext der Nutzungssituation ein. Eine gut gestaltete UX entsteht nicht zufällig, sondern durch systematisches Einbeziehen der tatsächlichen Nutzerinnen und Nutzer in Gestaltung und Erprobung.
UX in der Intralogistik: Praxisrelevanz
In Lagersystemen, Warehouse-Management-Systemen (WMS) oder Kommissionierlösungen wirkt sich UX unmittelbar auf operative Kennzahlen aus. Systeme mit schlechter UX führen zu längeren Einarbeitungszeiten, höheren Fehlerquoten und erhöhtem Schulungsaufwand. Gerade in Umgebungen mit wechselndem Personal oder hoher Fluktuation ist eine intuitive Bedienbarkeit wirtschaftlich relevant, auch wenn sich dieser Effekt in klassischen Business Cases nur schwer in einer einzelnen Zahl ausdrücken lässt.
Typische UX-relevante Elemente in der Intralogistik sind:
- Klare Aufgabenführung an Kommissionier- und Einlagerterminals
- Konsistente Rückmeldungen bei abgeschlossenen oder fehlerhaften Aktionen
- Reduzierung unnötiger Klick- oder Tippschritte in häufig verwendeten Prozessen
- Anpassbarkeit an unterschiedliche Nutzergruppen (z. B. erfahrene vs. neue Mitarbeitende)
- Lesbarkeit auf mobilen Geräten, Handscannern oder Großbildschirmen
Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Bei der Systemevaluierung wird UX häufig unterschätzt, weil sie sich schwerer in Anforderungslisten fassen lässt als funktionale Merkmale. Empfehlenswert ist es, im Rahmen von Demos und Piloten konkrete Alltagsaufgaben durch tatsächliche Anwenderinnen und Anwender durchführen zu lassen, nicht durch IT-Verantwortliche oder Projektleitung. Usability-Tests und strukturierte Nutzerbefragungen liefern hier objektivere Einschätzungen als Herstellerversprechen.
Zu beachten ist, dass UX-Qualität stark von der Implementierung abhängt: Selbst ein grundsätzlich gut gestaltetes System kann durch Customizing, schlechte Datenpflege oder fehlende Rollentrennung in der Praxis schwer bedienbar werden. UX ist damit auch eine Frage der laufenden Systempflege und nicht nur der initialen Softwareauswahl.
Verwandte Begriffe
- AR
Augmented Reality (AR) bezeichnet eine Technologie, bei der digitale Informationen in Echtzeit in das reale Sichtfeld eingeblendet werden. In der Intralogistik kommt AR vor allem in der Kommissionierung, Wartung und Schulung zum Einsatz.
- Abnahmeprozess (FAT/SAT)
Der Abnahmeprozess (FAT/SAT) umfasst zwei aufeinanderfolgende Testphasen, mit denen Intralogistikanlagen vor der Inbetriebnahme auf Vertragskonformität geprüft werden.
- Akustische Kommissionierung
Akustische Kommissionierung bezeichnet ein belegloses Kommissionierverfahren, bei dem Lagermitarbeiter Pickanweisungen per Sprache empfangen und Bestätigungen ebenfalls sprachgesteuert zurückmelden. Beide Hände bleiben dabei frei für den eigentlichen Pick-Vorgang.
- Augmented Reality
Augmented Reality (AR) überlagert die reale Umgebung in Echtzeit mit digitalen Informationen wie Text, Grafiken oder 3D-Modellen. In der Intralogistik unterstützt AR vor allem die Kommissionierung, Wartung und Einarbeitung neuer Mitarbeitender.
- Automatisierung
Automatisierung bezeichnet den Einsatz von Technologien und Systemen, um Prozesse ganz oder teilweise ohne menschliches Eingreifen auszuführen. In der Intralogistik reicht das Spektrum von einfachen Förderanlagen bis zu vollautomatischen Hochregallagern mit autonomen Fahrzeugen.
- BDE-System
Ein BDE-System (Betriebsdatenerfassungssystem) erfasst maschinelle und manuelle Prozessdaten in Echtzeit direkt an der Quelle, etwa an Maschinen, Förderanlagen oder Arbeitsplätzen.
- BDE-Terminals
BDE-Terminals sind stationäre oder mobile Endgeräte zur Betriebsdatenerfassung, die Mitarbeitende an Arbeitsplätzen, Maschinen oder Lagerbereichen nutzen, um Prozess-, Zeit- und Mengendaten direkt am Entstehungsort digital zu erfassen.
- Bedienerterminals mit Touch
Bedienerterminals mit Touch sind stationäre oder mobile Eingabegeräte, die über einen berührungsempfindlichen Bildschirm die direkte Interaktion mit Lagerverwaltungs- und Steuerungssystemen ermöglichen.
- Beleglose Kommissionierung
Beleglose Kommissionierung bezeichnet das Zusammenstellen von Aufträgen im Lager ohne Papier-Picklisten, bei der alle Anweisungen digital über Terminals, Displays, Sprache oder optische Signale übermittelt werden.
- Datenfunkterminal
Ein Datenfunkterminal ist ein mobiles Gerät zur drahtlosen Datenerfassung und -übertragung im Lager, das Display, Eingabe und Scanner vereint. Es kommuniziert typischerweise über WLAN mit einem Warehouse-Management-System und begleitet Prozesse wie Wareneingang, Kommissionierung und Inventur.

