Grid
Auch: Lagerraster, Grid-Struktur, Cube-Grid, Rasterstruktur, Grid-System
KI-generiert
Ein Grid ist die räumliche Rasterstruktur eines kubischen automatisierten Lagersystems, in der Behälter übereinander gestapelt und von Robotern bewegt werden. Es definiert Kapazität, Stellfläche und Erweiterbarkeit der gesamten Anlage.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Grid ist das dreidimensionale Rastergerüst eines kubischen automatisierten Lagersystems und bestimmt Kapazität, Stellfläche und Durchsatzpotenzial.
- Die Dimensionierung des Grids nach Grundfläche, Höhe und Roboteranzahl ist eine der zentralen Planungsentscheidungen bei der Systemauslegung.
- Eine nachträgliche Erweiterung des Grids ist technisch oft möglich, erfordert jedoch ausreichend Gebäudereserven und vorausschauende Planung.
- Die Positionierung von Behältern innerhalb des Grids wird durch die Lagerverwaltungssoftware gesteuert und beeinflusst maßgeblich die Zugriffszeiten.
Was ist ein Grid?
Als Grid bezeichnet man das dreidimensionale Raster, das die physische Grundstruktur eines kubischen automatisierten Lagersystems bildet. Das Grid besteht aus einem gleichmäßigen Gitternetz aus vertikalen Schächten, in denen Lagerbehälter stapelweise untergebracht werden. Auf der Oberseite des Grids verfahren autonome Roboter entlang horizontaler Schienen, um Behälter aus den Schächten zu heben, zu transportieren und an Arbeitsstationen zu übergeben. Der Begriff ist eng mit kubischen Shuttle-Lagersystemen verknüpft, bei denen das Grid sowohl die Lagerkapazität als auch die Systemperformance maßgeblich bestimmt.
Wie funktioniert ein Grid in der Praxis?
Das Grid wird auf Basis der verfügbaren Gebäudefläche, der gewünschten Lagerkapazität und der geforderten Durchsatzleistung dimensioniert. Dabei spielen folgende Parameter eine zentrale Rolle:
- Grundfläche: Die Anzahl der Rasterfelder in X- und Y-Richtung bestimmt, wie viele Schächte das Grid enthält und damit die maximale Behälteranzahl.
- Höhe: Die Tiefe der Schächte legt fest, wie viele Behälter übereinandergestapelt werden können. Mehr Ebenen erhöhen die Lagerkapazität, verlängern aber auch die Zugriffszeit auf tiefer liegende Behälter.
- Roboterdichte: Die Anzahl der Roboter auf dem Grid beeinflusst, wie viele Behälter pro Stunde entnommen werden können. Mehr Roboter steigern den Durchsatz, erhöhen aber auch Investitions- und Betriebskosten.
- Port-Positionen: An definierten Stellen am Rand des Grids befinden sich Öffnungen, über die Roboter Behälter an Fördertechnik oder Arbeitsstationen übergeben.
Erweiterungen des Grids sind grundsätzlich möglich, indem zusätzliche Rastermodule angebaut werden. Voraussetzung ist jedoch ausreichend freie Gebäudefläche sowie eine vorausschauende Planung der Tragfähigkeit des Bodens und der Gebäudegeometrie. Ob und wie einfach eine Erweiterung im laufenden Betrieb möglich ist, hängt vom jeweiligen Systemanbieter und der Installationskonfiguration ab.
Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Bei der Planung eines Grids sollte die Lagerlogik von Anfang an mitgedacht werden. Ein zu flaches Grid mit wenigen Ebenen bietet hohe Zugriffsgeschwindigkeit, nutzt aber die Gebäudehöhe nicht aus. Ein sehr tiefes Grid maximiert die Kapazität, kann aber bei schlechter Sortierstrategie dazu führen, dass häufig benötigte Behälter unter vielen selten genutzten liegen und dadurch Umlageraufwand entsteht. Die Behälterverwaltungssoftware spielt deshalb eine entscheidende Rolle: Sie steuert, wie Behälter innerhalb des Grids positioniert werden, und beeinflusst damit direkt die Effizienz des Systems. Darüber hinaus sollten Brandschutzanforderungen, Wartungszugänge und die Integration in bestehende Fördertechnik frühzeitig in die Grid-Planung einbezogen werden.
Verwandte Begriffe
- 3D-Matrix Solution
Eine 3D-Matrix Solution ist ein mehrdimensionales Lager- und Puffersystem, das Ladeeinheiten in X-, Y- und Z-Richtung dynamisch verwaltet und damit eine deutlich höhere Flächennutzung als konventionelle Systeme ermöglicht.
- AutoStore
AutoStore ist ein kubisches Automatiklager, bei dem fahrerlose Roboter auf einem Aluminium-Grid Kunststoffbehälter stapeln und auf Abruf zu Kommissionierports bringen. Das System gilt als eines der flächeneffizientesten automatischen Kleinteilelager für standardisierte Behälterware.
- AutoStore-Lagersystem
Das AutoStore-Lagersystem ist ein vollautomatisiertes Cube-Storage-System, bei dem Roboter auf einem dreidimensionalen Gitterraster (Grid) Kunststoffbehälter stapeln, abrufen und zu stationären Kommissionierstationen transportieren.
- Automatiklager
Ein Automatiklager ist ein voll- oder teilautomatisiertes Lagersystem, bei dem Ein- und Auslagerung, Transport und Verwaltung von Lagereinheiten ohne manuellen Eingriff durch Fördertechnik, Regalbediengeräte und eine übergeordnete Steuerungssoftware ablaufen.
- Automatisches Kleinteilelager (AKL)
Das Automatische Kleinteilelager (AKL) ist ein vollautomatisiertes Lagersystem für Behälter, Tablare und Kleinteile, bei dem Ein- und Auslagerung ohne manuellen Eingriff durch Regalbediengeräte oder Shuttle-Systeme erfolgen.
- Automatisierung
Automatisierung bezeichnet den Einsatz von Technologien und Systemen, um Prozesse ganz oder teilweise ohne menschliches Eingreifen auszuführen. In der Intralogistik reicht das Spektrum von einfachen Förderanlagen bis zu vollautomatischen Hochregallagern mit autonomen Fahrzeugen.
- Cube-System
Ein Cube-System ist ein hochverdichtetes, rasterbasiertes Lagersystem, in dem Behälter in einem dreidimensionalen Gitter gestapelt und von Robotern bewegt werden. Es eignet sich besonders für kleine bis mittelgroße Artikel mit hohem Durchsatz bei begrenzter Lagerfläche.
- Dimensionierung
Dimensionierung bezeichnet die systematische Auslegung von Lagerkapazitäten, Fördertechnik und Logistiksystemen auf Basis von Mengengerüsten, Durchsatzanforderungen und Lastspitzen. Sie bildet die Planungsgrundlage für Investitionsentscheidungen in der Intralogistik.

