Orderlines
Auch: Orderline, Auftragspositionen, Auftragsposition, Bestellposition, Bestellpositionen, Order Lines, Lines, Pickpositionen
KI-generiert
Orderlines (Auftragspositionen) sind die einzelnen Zeilen eines Kundenauftrags, die jeweils einen Artikel mit Menge und Einheit beschreiben. Sie bilden die operative Grundlage für Kommissionierung, Verpackung und Versand im Lager.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Orderline beschreibt genau eine Artikel-Menge-Kombination innerhalb eines Auftrags und ist die operative Basiseinheit der Kommissionierung.
- Die durchschnittliche Anzahl von Orderlines pro Auftrag ist ein zentraler Parameter für die Lagerauslegung und die Wahl der Kommissionierstrategie.
- Hohe Orderline-Volumina bei gleichzeitig niedrigen Lines pro Auftrag sind typisch für E-Commerce und erfordern andere Lösungen als B2B-Szenarien mit vielen Positionen je Auftrag.
- Im WMS werden Orderlines als Datensätze verwaltet und steuern Picks, Chargenrückverfolgung und Leistungsmessung auf Positionsebene.
Was sind Orderlines?
Eine Orderline, auf Deutsch auch Auftragsposition oder Bestellposition, ist eine einzelne Zeile innerhalb eines Kundenauftrags. Sie enthält mindestens einen Artikel, eine Menge und eine Mengeneinheit. Ein Auftrag mit zehn verschiedenen Artikeln hat entsprechend zehn Orderlines. Die Orderline ist die kleinste planbare Einheit der Auftragsabwicklung: Alles, was im Lager passiert (vom Pick über das Packen bis zur Versandvorbereitung) lässt sich auf einzelne Orderlines zurückführen.
Von Auftragspositionen zu unterscheiden sind Teilpositionen, die entstehen, wenn eine Orderline auf mehrere Lagerorte oder Chargen aufgeteilt werden muss, sowie Konsolidierungsschritte, bei denen mehrere Orderlines aus verschiedenen Aufträgen gebündelt bearbeitet werden.
Bedeutung in der Lagerpraxis
Die Anzahl der Orderlines pro Auftrag ist eine der wichtigsten Kennzahlen für die Auslegung eines Lagers. Wenige Lines pro Auftrag bei hohem Auftragsvolumen (typisch im E-Commerce) bedeuten kurze, schnelle Picks, aber hohen Versand- und Sortieraufwand. Viele Lines pro Auftrag (typisch im B2B-Handel oder in der Produktion) bedeuten längere Kommissionierwege, aber weniger Versandeinheiten. Diese Unterschiede beeinflussen, welche Kommissionierstrategie, welche Lagertechnik und welches WMS-Konzept sinnvoll sind.
In Warehouse-Management-Systemen werden Orderlines als Datensätze geführt und dienen als Basis für:
- die Generierung von Pickaufträgen und Picklisten
- die Steuerung von Batch- oder Multi-Order-Kommissionierung
- die Berechnung von Durchlaufzeiten und Pickleistungen
- die Rückverfolgung von Chargen und Seriennummern auf Positionsebene
Worauf es bei der Auswahl und Planung ankommt
Bei der Systemauswahl und Lagerplanung solltest du die Orderline-Struktur deiner Aufträge genau analysieren. Relevant sind dabei: die durchschnittliche Anzahl von Lines pro Auftrag, die Schwankungsbreite, der Anteil an Einzel-Line-Aufträgen sowie die Verteilung auf ABC-Artikel. Diese Werte fließen direkt in die Dimensionierung von Fördertechnik, Kommissionierzonen und Pufferflächen ein. Anbieter von WMS- und Automatisierungslösungen legen oft unterschiedliche Definitionen zugrunde, etwa ob Teilmengen oder Nachlieferungen als eigene Orderlines zählen. Das solltest du bei Ausschreibungen und Vergleichen explizit klären, um Missverständnisse bei Leistungsversprechen zu vermeiden.
Verwandte Begriffe
- Auftragsabwicklung
Auftragsabwicklung bezeichnet den vollständigen Prozess von der Entgegennahme eines Kundenauftrags bis zu dessen abgeschlossener Lieferung und Abrechnung. Sie umfasst alle operativen und administrativen Schritte, die notwendig sind, um einen Auftrag termingerecht und fehlerfrei zu erfüllen.
- Auftragsart
Die Auftragsart klassifiziert einen Auftrag nach seiner Prozesslogik und bestimmt damit, welche Abläufe, Prioritäten und Regeln im Warehouse-Management- oder ERP-System greifen. Typische Beispiele sind Kundenauftrag, Umlagerung, Retoure oder Musterauftrag.
- Auftragsdurchlaufzeit
Die Auftragsdurchlaufzeit bezeichnet die Gesamtzeit vom Eingang eines Auftrags bis zu seinem Versand an den Empfänger. Sie schließt alle Warte-, Bearbeitungs- und internen Transportschritte ein und gilt als zentraler Indikator für die Leistungsfähigkeit eines Lager- oder Fulfillment-Prozesses.
- Auftragsmanagement
Auftragsmanagement bezeichnet die systematische Steuerung und Überwachung von Aufträgen über ihren gesamten Lebenszyklus, von der Erfassung über Priorisierung und Statusverfolgung bis zum Abschluss. Es bildet die operative Klammer zwischen Vertrieb, Logistik, Einkauf und IT.
- Auftragspositionen
Auftragspositionen sind die einzelnen Zeilen innerhalb eines Auftrags, die jeweils einen Artikel, eine Menge und ergänzende Lieferbedingungen beschreiben. Sie bilden die kleinste steuerbare Einheit in der Auftragsabwicklung und sind Grundlage für Kommissionierung, Beschaffung und Fakturierung.
- Batch-Kommissionierung
Batch-Kommissionierung bezeichnet eine Methode, bei der mehrere Kundenaufträge zu einem gemeinsamen Picklauf zusammengefasst werden. Dadurch legt der Kommissionierer eine Route ab und deckt dabei Positionen aus verschiedenen Aufträgen gleichzeitig ab.
- Beleglose Kommissionierung
Beleglose Kommissionierung bezeichnet das Zusammenstellen von Aufträgen im Lager ohne Papier-Picklisten, bei der alle Anweisungen digital über Terminals, Displays, Sprache oder optische Signale übermittelt werden.
- Bestandsführung
Bestandsführung bezeichnet die systemgestützte Verwaltung und Fortschreibung aller Lager- und Materialbestände in einem Unternehmen. Sie bildet die Grundlage für Disposition, Beschaffung und Abrechnung und stellt sicher, dass Buchbestand und physischer Bestand jederzeit übereinstimmen.
- Disposition
Disposition bezeichnet die operative Planung und Steuerung von Ressourcen, Mengen und Aufträgen in der Logistik, etwa in der Transport- oder Materialdisposition. Sie umfasst Zuweisung von Kapazitäten, Terminierung, Priorisierung und Reaktion auf Störungen.

