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Kommissionierzeiten

Auch: Kommissionierzeit, Pick-Zeit, Pickzeit, Pickzeiten, Picking-Zeit, Kommissionierungszeiten

KI-generiert

Kurz erklärt

Kommissionierzeiten bezeichnen den gesamten Zeitbedarf, der beim Zusammenstellen eines Auftrags oder einer Auftragsposition anfällt. Sie setzen sich aus Teilzeiten wie Weg, Suche, Griff und Bestätigung zusammen und sind eine zentrale Kennzahl für Produktivität und Kapazitätsplanung im Lager.

Das Wichtigste in Kürze

Was sind Kommissionierzeiten?

Kommissionierzeiten erfassen den Zeitaufwand, der entsteht, wenn eine Person oder ein automatisiertes System Artikel aus dem Lager entnimmt und zu einem Auftrag zusammenstellt. Sie sind keine einzelne Messgröße, sondern ein Zeitbündel aus mehreren Teilzeiten: Die Wegzeit beschreibt die Bewegung zur Entnahmeposition, die Suchzeit das Auffinden des richtigen Artikels am richtigen Platz, die Greifzeit die eigentliche Entnahme, und die Bestätigungszeit das Quittieren per Scanner, Sprache oder Bildschirm. Hinzu kommen Nebenzeiten wie das Beladen des Kommissionierwagens, Transportwege zu Übergabepunkten oder kurze Wartezeiten an Engpässen.

Abzugrenzen sind Kommissionierzeiten von der Auftragsdurchlaufzeit, die den gesamten Weg eines Auftrags durch das Lager abbildet, von der Auftragserfassung bis zur Bereitstellung am Versandbereich. Kommissionierzeiten betrachten nur den Picking-Anteil innerhalb dieses Gesamtprozesses.

Wie werden Kommissionierzeiten in der Praxis ermittelt?

Drei Methoden sind verbreitet: Klassische Zeitstudien (direkte Beobachtung und Stoppuhr) liefern detaillierte Aufschlüsselungen nach Teilzeiten, sind aber aufwändig. WMS-Logs werten automatisch erfasste Zeitstempel aus Lagerverwaltungssystemen aus und ermöglichen große Stichproben ohne Zusatzaufwand. Labor-Management-Systeme (LMS) kombinieren Soll-Zeiten aus vorkalkulierten Zeitmodellen mit Ist-Zeiten aus dem WMS und erlauben damit individuelle Leistungsbewertung je Mitarbeiterin und Mitarbeiter.

Bei der Messung ist zu beachten, dass Methodik und Anreizwirkung eng zusammenhängen. Individuelle Zeitmessung ohne begleitende Qualitätsmessung kann Fehlanreize erzeugen, wenn Schnelligkeit auf Kosten der Pickgenauigkeit geht. Welche Methode sinnvoll ist, hängt vom Lagertyp, der IT-Infrastruktur und dem Ziel der Messung ab.

Worauf kommt es bei der Analyse und Optimierung an?

Die größten Hebel liegen meist in der Wegzeit, weil sie in manuellen Lagern oft mehr als die Hälfte der gesamten Kommissionierzeit ausmacht. Folgende Faktoren beeinflussen die Kommissionierzeiten maßgeblich:

  • Slotting und Layoutgestaltung: Schnelldreher in der Nähe des Startpunkts reduzieren Wegzeiten messbar.
  • Kommissionierstrategie: Batch-Kommissionierung, Zonenkommissionierung oder Pick-by-Voice verändern die Zeitstruktur unterschiedlich.
  • Führungssystem: Pick-by-Light, Pick-by-Voice oder Scan-Systeme beeinflussen Suchzeit und Bestätigungszeit.
  • Automatisierungsgrad: Automatische Kleinteilelager oder AutoStore-Systeme verlagern die Wegzeit auf die Maschine und senken die menschliche Greifzeit.

Für Business Cases zur Automatisierung oder für SLA-Verhandlungen mit Logistikdienstleistern bilden Kommissionierzeiten die Kalkulationsgrundlage. Dabei sollte immer die vollständige Zeitstruktur analysiert werden, nicht nur die reine Greifzeit, die in Isolation wenig über tatsächliche Effizienz aussagt.

Häufige Fragen

Kommissionierzeiten werden als Summe der Teilzeiten je Auftragsposition erfasst: Wegzeit, Suchzeit, Greifzeit, Bestätigungszeit und Nebenzeiten. Für die Kalkulation können Zeitstudien, WMS-Logs oder vorberechnete Zeitmodelle aus Labor-Management-Systemen genutzt werden. Welche Methode passt, hängt davon ab, ob du einzelne Positionen oder ganze Schichten auswerten möchtest.

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